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Limited Company (deutsch: limited: beschränkt, hier: haftungsbeschränkt; company: Firma) wird im britischen Gesellschaftsrecht die Aktiengesellschaft genannt. Größere oder börsennotierte Unternehmen wählen die Form einer Public Limited Company (PLC) (deutsch: public: öffentlich, hier öffentlich handelbar), da nur die Aktien dieser Gesellschaften öffentlich angeboten werden dürfen. Die Limited Company ist in Großbritannien auch für kleine und mittlere Unternehmen die gebräuchlichste Form der Kapitalgesellschaft und erfüllt damit als Private Company (Ltd.) (deutsch: private: nicht öffentlich, hier nicht öffentlich handelbar) ähnliche wirtschaftliche Funktionen wie die deutsche oder österreichische Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) oder kleine Aktiengesellschaft (AG). Nach mehreren Urteilen des Europäischen Gerichtshofes über die Niederlassungfreiheit der Gesellschaften in der Europäischen Union sind in Deutschland aufgrund des geringen Nominalkapitals und der schnellen Gründungsmöglichkeit über 30.000 [1] Limited mit einer Niederlassung geschäftlich aktiv.
ÜberblickDie Limited Company ist eine privatrechtliche Vereinigung und eine selbständig rechtsfähige rechtliche Einheit. Sie ist eine Kapitalgesellschaft deren Grundkapital in Aktien (Shares) zerlegt ist und die Haftung der Aktionäre auf dieses Kapital beschränkt ist. Die Aktien sind übertragbar. Folgende Ausprägungen der Aktiengesellschaft im Vereinigten Königreich gibt es. Private company limited by sharesDie private company limited by shares (deutsch: share: Anteil, hier: Aktie) ist die für kleine und mittlere Unternehmen verwendete Unternehmensform und damit die verbreitetste Form der Aktiengesellschaft in Großbritannien. Der Unterschied zur public limited company besteht darin, dass die private company limited by shares keine Aktien öffentlich anbieten dürfen und damit nicht an der Börse gehandelt werden. Wenn in Publikationen von der Limited oder Limited Company gesprochen wird, ist diese Form der Gesellschaft gemeint. Die Firma der Gesellschaft muss jeweils einen die Rechtsform kennzeichnenden Zusatz enthalten. Es werden die Zusätze Limited oder die Abkürzung Ltd verwendet. Für walisische Gesellschaften kann alternativ der Zusatz Cyfyngedig oder die Abkürzung Cyf verwendet werden. Private company limited by guaranteeBei der private company limited by guarantee (deutsch: by guarantee: auf Garantie) wird abweichend von der üblichen Form der Aktiengesellschaft kein Stammkapital gebildet, sondern die Aktionäre geben eine Garantie ab, im Falle der Insolvenz der Gesellschaft bis zu einem bestimmten Betrag für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft zu haften. Sie ist eine Sonderform, die oft bei nicht-gewinnorientierten Unternehmen zur Anwendung kommt, die als juristische Person auftreten müssen. Dazu zählen Vereine, Studentenschaften, Sportverbände (z. B. die PGA European Tour), Genossenschaften, Nichtregierungsorganisationen oder Wohlfahrtsorganisation (z. B. Oxfam). Die Firma der Gesellschaft muss jeweils den gleichen Rechtsform kennzeichnenden Zusatz wie die private company limited by share enthalten. Im Juli 2008 waren ca. 2,7 Millionen Private Companies limited by Shares oder Private Companies limited by Guarantee in Großbritannien registriert [2]. Private unlimited companyDie private unlimited company (deutsch: unlimited: unbeschränkt, hier: ohne Haftungsbeschränkung) ist eine Gesellschaft, die Aktien ausgeben kann, dazu aber nicht verpflichtet ist. Sie ist eine Sonderform der Aktiengesellschaft, bei der aber alle Teilhaber unbeschränkt haften, wobei diese natürliche oder juristische Personen sein können. Die Verwendung erfolgt, wenn die Teilhaber unbeschränkt haften sollen, aber das Unternehmen als eigene Rechtspersönlichkeit auftreten muss. Die Firma der Gesellschaft muss jeweils den die Rechtsform kennzeichnenden Zusatz Unlimited enthalten. Zum Ende des Jahres 2007 waren ca. 5.400 Gesellschaften dieser Form in Großbritannien registriert [3]. Public limited companyDie Public limited company ist die übliche Unternehmensform für größere, oft börsennotierte Aktiengesellschaften. Da sie ihre Aktien öffentlich anbieten kann oder diese an der Börse gehandelt werden, unterliegt sie strengeren Berichts- und Meldepflichten. Zudem benötigt sie einen Schriftführer (Company Secretary), der gewisse Voraussetzungen (z. B. anerkannter Buchhalter oder Rechtsanwalt)[4] erfüllen muss. Die Firma der Gesellschaft muss jeweils einen die Rechtsform kennzeichnenden Zusatz public limited company oder die Abkürzung PLC verwenden. Für walisische Gesellschaften kann alternativ der Zusatz Cwmni Cyfyngedig Cyhoeddus oder die Abkürzung CCC verwendt werden. Im Juli 2008 waren ca. 12.000 Public Limited Companies in Großbritannien registriert [2]. GeschichteDie ersten Aktiengesellschaften im Vereinigten Königreich wurden ab dem 16. Jahrhundert als Handelsgesellschaften gegründet. Eine der ersten Gesellschaften war die Muscovy Company, die 1555 gegründet wurde. Bekannte Gesellschaften waren die Britische Ostindien-Kompanie, gegründet 1600 und die Virginia Company aus dem Jahre 1606. Die Aktiengesellschaften zu dieser Zeit wurden einzeln durch ein Royal Charter (Königliche Satzungen) oder durch ein Einzelgesetz (Private Act) gegründet. Der Joint Stock Companies Act 1844 war die erste gesetzliche Grundlage für die Gründung und Registrierung von Aktiengesellschaften. Eine Beschränkung der Haftung für die Aktionäre war nicht vorgesehen. Mit dem Limited Liability Act 1855 in Verbindung mit dem Joint Stock Companies Act 1856 wurde die Haftungsbeschränkung für Aktiengesellschaften eingeführt. Diese gesetzlichen Regelungen galten in ihren Grundsätzen bis zum Jahre 2006 und wurden durch den Companies Act 2006 ersetzt. GründungDie Gründung einer britischen Aktiengesellschaft erfolgt durch Eintragung der Gesellschaft in das britische Handelsregister (Companies House). Das Gründungsstadium einer Vorgesellschaft wie zum Beispiel bei der GmbH ist nicht vorgesehen. Die Limited wird rechtsfähig wenn die Gesellschaft in das Handelsregister eingetragen wurde. Die Verwaltung der Aktiengesellschaft selbst muss sich nicht in Großbritannien befinden, notwendig ist jedoch ein Registered Office mit einer zustellfähigen Adresse, über die der offizielle Schriftverkehr mit Behörden abgewickelt wird [5]. Die Satzung einer britischen Aktiengesellschaft ist zweigeteilt. Das Memorandum of Association enthält alle notwendigen Angaben zur Gründung der Gesellschaft, wie Firmierung, Nominalkapital, Anzahl und Nennwert der Aktien, Zweck der Gesellschaft, Registersitz in Großbritannien, und ob die Gesellschaft limited oder unlimited ist. Die Articles of Association der Gesellschaft legen die Regeln im Innenverhältnis der Gesellschaft fest. Sie entsprechen einem Gesellschaftsvertrag, der insbesondere die Rechte und Pflichten der Gesellschaftsorgane untereinander festlegt. Hierfür gibt es für verschiedene Gesellschaftsformen Standardvorlagen (Statutory Instrument 1985/805 Table A-F)[6], die bei der Gründung unverändert oder angepasst übernommen werden können. Es ist jedoch möglich eigene ''Articles of Association zu entwerfen , solange sie gesetzeskonform zum Company Act sind. Der Name einer Gesellschaft kann grundsätzlich frei gewählt werden. Bestimmte Begriffe wie beispielsweise „International“, „European“, „Royal“ und „British“ sind jedoch genehmigungspflichtig. Andere Begriffe wie „Bank“, „Holding“ oder „Trust“ hängen von der geplanten Tätigkeit der Limited ab und müssen ebenfalls beantragt werden. Die Firma der Gesellschaft muss jeweils einen die Rechtsform kennzeichnenden Zusatz enthalten. In der Regel werden die Kürzel Ltd. oder PLC verwendet. Ein Verzicht auf diesen Zusatz, zum Beispiel bei Wohlfahrtsgesellschaften, bedarf einer Ausnahmegenehmigung [7]. Folgende Unterlagen sind für den Gründunsakt beim Companies House notwendig:
Die Gründungsurkunde ist das so genanntes Certificate of Incorporation.
RechtsgrundlageRechtsgrundlage für die verschiedenen Formen der Aktiengesellschaften ist das britische Gesellschaftsrecht, der Companies Act 2006 [8]. Da dieses Gesetz eine Vielzahl von Änderungen enthält, wird es über einen Zeitraum von drei Jahren, von 2006 bis 2009, stufenweise eingeführt[9]. Übergangsweise gelten daher noch Teile des Vorläufers, des Companies Act 1985. Des Weiteren dienen noch der Company Director Disqualification Act 1986 und der Insolvency Act 1986 als Rechtsgrundlage. OrganeGesellschafter (Shareholders)Die Gesellschafter wählen den Vorstand (Board of Directors) und üben ihre Entscheidungsbefugnisse über grundsätzliche Angelegenheiten der Aktiengesellschaft mittels Abstimmungen (Resolutions) aus. Für Private Companies ist eine jährliche Hauptversammlung nicht notwendig soweit die Gesellschafter darauf verzichten. Entscheidungen können dann schriftlich oder elektronisch im Umlaufverfahren getroffen werden [10]. Unberührt bleibt das Recht der Gesellschafter jährlich über den Stand der Aktiengesellschaft anhand eines ausführlichen Jahresabschlusses vom Vorstand informiert zu werden. Vorstand (Board of Directors)
Der Vorstand einer britischen Aktiengesellschaft ist nach dem Monistischen System organisiert. Insbesondere bei größeren Aktiengesellschaften gibt es aber die Unterschiede zwischen executive und non-executive Directors. Executive Directors leiten die täglichen Geschäfte der Gesellschaft, wie bei einem deutschen Vorstand, während die non-executive Directors eher beratende und überwachende Funktionen haben ähnlich einem deutschen Aufsichtsrat. Schriftführer (Company Secretary)Die Company Secretary einer britischen Aktiengesellschaft ist eine Position, der keine vergleichbare Position im deutschen Gesellschaftsrecht gegenübersteht. Sie kann eine natürliche oder juristische Person sein. Als Schriftführer in einer Public Limited Company muss sie gewisse Verausetzungen, meist einen Beruf aus der Buchhaltung oder der Rechtswissenschaften erfüllen. Für Private Companies ist sie nicht zwingend vorgeschrieben. Hat eine Gesellschaft mehr als einen Direktor, so können die Aufgaben eines Schriftführers auch in Personalunion von einem der Direktoren ausgeführt werden. Aufgabe der Company Secretary ist die jährliche Meldung und sonstige Mitteilungen an das britische Handelsregister. Sie ist hierfür zeichnungsbefugt. Registered OfficeDas Registered Office ist die offizielle Anschrift der Aktiengesellschaft. Da in Großbritannien die Gründungstheorie gilt, muss der Ort nicht die Hauptverwaltung der Gesellschaft sein. Diese kann sich zum Beispiel auch im Ausland befinden. Das Registered Office ist jedoch für britische Behörden die alleinige Ansprechstelle und muss deshalb eine zustellfähige Adresse in England, Wales oder Schottland besitzen. Ein Postfach ist hierfür nicht ausreichend. Bis zum Jahr 2009 besitzt Nordirland ein eigenständiges Handelsregister, anschließend werden die Aufgaben des Handelsregister vom Companies House in Cardiff übernommen. Während der üblichen Geschäftszeiten sind im Registered Office Unterlagen (statutory registers) über die Aktengesellschaft zur Einsichtnahme durch Jedermann vorzuhalten [5]:
Berichtspflicht und SteuernJährlich sind Informationen über die Aktienhalter, Direktoren, Schriftführer und Bilanzen an das britische Handelsregister zu melden. Gleichzeitig müssen diese Unterlagen im Registered Office zur Einsichtnahme ausgelegt werden. Für die Bilanzen sind grundsätzlich britische Rechnungslegungsvorschriften zu beachten. Abschlüsse müssen nach United Kingdom Generally Accepted Accounting Principles (UK-GAAP) oder International Financial Reporting Standards (IFRS) erstellt werden. Nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht die Berichtspflicht [11]. Wird bei der Größeneinteilung ein Parameter überschritten, ist die Berichtspflicht der nächsten Größe gültig.
Grundsätzlich müssen alle weltweiten Gewinne der britischen Aktiengesellschaft in Großbritannien versteuert werden. Aufgrund einer Vielzahl von Doppelbesteuerungsabkommen, z.B. mit Deutschland, gibt es entsprechende Ausnahmen. Auch wenn sich die Hauptverwaltung der Limited nicht in Großbritannien befindet muss die Steuererklärung nach britischen Vorschriften erstellt werden. Gezahlt werden muss die Körperschaftssteuer (Corporation Tax) und ggf. Mehrwertsteuer (VAT). Ausgezahlte Dividenden sind mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz zu versteuern. Nachfolgend die Steuersätze [12] für die Körperschaftssteuer (Corporation Tax) in Großbritannien ab dem Jahre 2008.
Verwendung der britischen Aktiengesellschaft im AuslandNach mehreren Urteilen des Europäischen Gerichtshofs in den Fällen Centros[13] Überseering[14] [15] und Inspire Art[16], ist es zulässig, sich für die Geschäftstätigkeit im eigenen Land auch der Gesellschaftsformen anderer Mitgliedsländer der Europäischen Union zu bedienen. Auch wenn sich die Hauptverwaltung der Gesellschaft nicht in Großbritannien befindet, muss sie nach den in Großbritannien für sie geltenden Rechtsgrundsätzen gegründet und in das britische Handelsregister eingetragen werden (Gründungstheorie). Die Gesellschaft benötigt ein Registered Office in Großbritannien. Organe und Vertretungsbefugnisse im Innenverhältnis der Aktiengesellchaft richten sich nach dem Recht Großbritanniens. Dagegen unterliegt die eigentliche Geschäftstätigkeit der Gesellschaft dem Recht des Staates der Hauptverwaltung oder dem Staat der Niederlassungen. Limited Company in Deutschland
Ist die Gesellschaft in Deutschland mit ihrer Hauptverwaltung oder einer Betriebsstätte ansässig, so wird sie steuerlich wie eine deutsche Kapitalgesellschaft behandelt und sie muss ihre Steuerbilanz nach deutschem Steuerrecht erstellen. Daneben hat sie zusätzlich einen Jahresabschluss im elektronischen Bundesanzeiger zu veröffentlichen. Die Ergebnisse der Geschäftstätigkeit sind ebenfalls beim britischen Handelsregister und den britischen Steuerbehörden in der dafür vorgeschriebenen Form (IFRS, UK-GAAP) einzureichen [20]. In Deutschland existierten 2006 bereits 30.000[1] Limited Companies. In der Bundestagdebatte zur Modernisierung des GmbH-Rechts wurde dazu ausgeführt: „[...] Wenn wir uns das Gründungsgeschehen ansehen, stellen wir fest, dass in guten Zeiten von deutschen Gründern in einem Monat 3.000 GmbHs und 1.000 Limiteds gegründet werden.[...]“ (Andreas Lämmel (CDU/CSU-Fraktion): Deutscher Bundestag: 172. Sitzung am 26. Juni 2008)" Vorteile
Nachteile
AlternativenSeit 1.11.2008 ist durch das Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts die Gründung der sogenannten Unternehmergesellschaft möglich. Die Gründung einer GmbH soll dadurch erleichtert werden. Die Gründung ist bereits ab einer Stammeinlage von 1 € möglich. Zudem wurden durch das Musterprotokoll[26] das Eintragungsverfahren vergünstigt und beschleunigt. Das Verfahren um die verwaltungsrechtliche Genehmigung (insbesondere die gewerberechtliche Erlaubnis für Gastronomen oder Handwerksmeister) wurde abgekoppelt. Die Europäische Privatgesellschaft (SPE) ist die geplante Rechtsform einer europäischen Kapitalgesellschaft für kleine und mittlere Unternehmen. Mit ihr soll es ab dem Jahre 2010 [27] ermöglicht werden, kleine Unternehmen nach weitgehend einheitlichen Rechtsprinzipien innerhalb der Europäischen Union zu gründen. Limited als KomplementärDie Limited kann auch als persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) in einer Personengesellschaft fungieren. Die dabei entstehende Limited & Co. KG ist im deutschen Recht eine Sonderform der Kommanditgesellschaft (KG) analog zur GmbH & Co. KG oder AG & Co. KG. Das Haftungsrisiko für die hinter der Gesellschaft stehenden Personen wird dabei auf das Kapital der Limited begrenzt. Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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