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Die Theorie der formalen Sprachen ist eine Teildisziplin der Mathematik, und stellt ein eigenständiges Wissensgebiet in der theoretischen Informatik dar. Die Menge der Wörter einer formalen Sprache kann endlich oder unendlich sein, wobei dann auch der Begriff einer endlichen bzw. unendlichen (formalen) Sprache verwendet wird. Wenn die Menge der Wörter der formalen Sprache gleich der leeren Menge ist, spricht man auch von der leeren Sprache. Man beachte hier, dass die Sprache, welche nur das leere Wort enthält, selbst nicht leer, sondern einelementig ist. Die formale Grammatik einer bestimmten formalen Sprache erlaubt gelegentlich, zu entscheiden, ob ein bestimmtes vorgegebenes Wort zu dieser formalen Sprache gehört oder nicht. In anderen Fällen ist das nicht so, bei formalen Sprachen mit einem unendlichen Wortvorrat ist vielfach die Entscheidung über die Zugehörigkeit nicht möglich, obwohl man theoretisch alle Wörter einer formalen Sprache über die Grammatik erzeugen kann. [1]
Formale Sprachen, die natürliche Sprachen beschreibenWenn wir die Wörter einer natürlichen Sprache als Alphabetszeichen ansehen, dann bilden die Sätze der natürlichen Sprache eine formale Sprache über dem Alphabet der natürlichsprachlichen Wörter. Allerdings entziehen sich natürliche Sprachen meist einer vollständigen Definition, die schließlich festlegt, welche Sätze zu der natürlichen Sprache gehören und welche nicht. Grundsätzlich können Gesetze und Mechanismen der formalen Sprachen daher bislang nur auf Teilbereiche der natürlichen Sprachen angewendet werden. Siehe dazu Linguistik. Auch ein anderer Aspekt natürlicher Sprachen, ihre dynamische Erweiterbarkeit, wird von der Theorie der formalen Sprachen nicht erfasst. Ein weiteres Fremdwort, Lehnwort oder eine Wortneuschöpfung und beinahe jedes neu entdeckte Wortspiel würden immer einer komplett neuen, anderen formalen Sprache bedürfen, um sie adäquat und vollständig mathematisch oder informatisch darstellen zu können. Um eine natürliche Sprache in etwa mithilfe formaler Sprachen zu beschreiben, benötigt man in der Regel eine ganze Anzahl eigener formaler Sprachen. Auf die geschriebene deutsche Sprache angewandt, ist leicht zu erkennen, dass es wenigstens drei eigenständige formale Sprachen sein werden, um aus dem lateinischen Alphabet sinnvolle deutsche Texte herzuleiten; die erste erzeugt die Wörter aus den Buchstaben (Wortbildungsregeln), die zweite arrangiert Wörter zu grammatisch korrekten Sätzen (Syntaxregeln), die dritte selektiert sinnvolle Sätze aus den grammatisch korrekten und gruppiert diese zu sinnvollen Texten (Semantikregeln). Beispiele
Operationen auf formalen SprachenDa eine Sprache eine Menge von Wörtern ist, können alle Operationen, die auf Mengen anwendbar sind, wie die Vereinigung, Durchschnitt und die Differenz zweier Mengen bzw. das absolute Komplement einer Menge auch auf Sprachen angewandt werden. Dabei ist das Universum des absoluten Komplements einer Sprache L die Kleenesche Hülle des Alphabets, über dem L definiert wurde. Zusätzlich sind folgende Operationen definiert: KonkatenationDie Konkatenation zweier Sprachen L1 und L2 ist die Sprache der Wörter, welche sich aus der Konkatenation (Verkettung) aller Wörter der ersten mit allen Wörtern der zweiten Sprache ergeben:
So sind zum Beispiel die Konkatenationen von verschiedenen Sprachen über dem Alphabet Das neutrale Element der Konkatenation ist die Sprache, welches nur das leere Wort enthält. So gilt für jede beliebige Sprache L: Das Nullelement der Konkatenation ist die leere Sprache, so dass für jede Sprache Die Konkatenation von Sprachen ist wie die Konkatenation von Wörtern assoziativ, aber nicht kommutativ. So ist zum Beispiel: aber: Da außerdem die Potenzmenge der Kleeneschen Hülle eines beliebigen Alphabets Σ (die gleich der Menge aller Sprachen ist, die aus Σ gebildet werden können) abgeschlossen gegen der Konkatenation ist, bildet sie zusammen mit der Konkatenation als Operator und der Sprache des leeren Wortes als neutrales Element einen Monoiden. PotenzDie Potenz Ln einer Sprache ist die n-fache Konkatenation dieser Sprache mit sich selbst. Sie ist rekursiv definiert mit:
So sind zum Beispiel:
Im Speziellen gilt für jede einelementige, formale Sprache L = {w} (mit
Kleene-*-Abschluss und Kleene-+-AbschlussDer Kleene-*-Abschluss L * (auch Iteration genannt) und der Kleene-+-Abschluss L + einer formalen Sprache L sind definiert über die Vereinigung der Potenzsprachen von L: Siehe auch: Kleenesche Hülle Wichtige formale Sprachklassen
Hinweise und Quellen
Siehe auchAnwendungen siehe in:
Literatur
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