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Forschung ist die methodische und systematische Suche nach neuen Erkenntnissen und ihre systematische, nachvollziehbare Dokumentation nach wissenschaftlichen Normen. Sie wird sowohl im wissenschaftlichen als auch im industriellen Rahmen betrieben.
Teilgebiete der ForschungForschung wird im Allgemeinen unterschieden in:
Der Zusammenhang zwischen der Grundlagenforschung und der angewandten Forschung besteht demnach darin, dass die Grundlagenforschung das Wissen für die angewandte Forschung liefert und die angewandte Forschung unter anderem Impulsgeber für die Grundlagenforschung sein kann. Der wissenschaftliche Erkenntnisgrad nimmt von der Grundlagenforschung zur angewandten Forschung hin ab. Der Konkretisierungsgrad sowie der Praxisbezug nimmt hingegen weiter zu. Diese Trends verstärken sich in dem der Forschung nachgelagerten Prozess der Entwicklung, die ihr Wissen aus der angewandten Forschung bezieht. Schritte des ForschungsprozessesZielsetzungIn einem ersten Schritt wird geklärt, aus welchem Zusammenhang oder welcher Diskussion die Forschungsfrage überhaupt entstanden ist und welcher Verwertung die bei der Forschung entstehenden Erkenntnisse zugeführt werden können. Ist das Objekt der Fragestellung definiert, wird das noch grob umrissene Projekt präzise und schriftlich formuliert.
Bestimmung des aktuellen WissensstandesEs müssen die vorhandenen Kenntnisse über das Themengebiet analysiert und der in der Forschungsliteratur vorliegende Wissensstand zusammengefasst werden. Die Literatursuche kann je nach Forschungsstand und Größe des betreffenden Themengebietes mehr oder weniger Zeit beanspruchen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach Zusammenfassung des aktuellen Wissensstandes die oben erwähnte Zielsetzung korrigiert werden muss.
VersuchsplanungMan wählt - außer in den Geisteswissenschaften - einen Versuchsaufbau mit geeigneten (eventuell noch zu entwerfenden) Reaktions- und Messinstrumenten. In der Physik, Chemie und Biologie können dies analytische Maschinen oder Messsysteme sein; in der Psychologie finden definierte Situationen und mathematisch-Statistische Auswertung ihre Anwendung; in der Literatur verwendet man Vergleichstexte, Lexika oder Textanalyse durch Computerprogramme; etc. Außerdem sollte - vor Versuchsbeginn - Kontrollmöglichkeiten (Qualitätskontrolle) dargestellt und der gesamte geplante Ablauf des Versuches schriftlich festgelegt werden.
VersuchsdurchsführungDer nächste Schritt ist die eigentliche Versuchdurchführung. In den Naturwissenschaften werden zu diesem Zeitpunkt oft "Vorversuche" durchgeführt, deren Ergebnisse als Entscheidungs- oder Korrekturhilfe für die Durchführung kostspieliger "Hauptversuche" dienen sollen. Um zu gewährleisten, dass der Versuch nachvollziehbar sind, ist eine Wiederholung unter möglichst gleichen Bedingungen notwendig. Die Wiederholung von Versuchen ist im Forschungsgebieten der Physik und Chemie grundsätzlich leicht, da es eine überschaubare Anzahl von Einflussfaktoren (z.B. Menge, Temperatur, Luftdruck, Reaktionsdauer) gibt. In anderen Forschungsgebieten wie der Biologie oder Psychologie führt erst eine je nach Fragestellung verhältnismäßig große Zahl von Versuchswiederholungen zu einem statistisch zuverlässigen Ergebnis.
Dokumentation und InterpretationWährend des Versuchs muss dieser sorgfältig dokumentiert werden: Validierte Laborsoftware; handschriftliche Aufzeichnungen in speziell dafür vorgesehenen, seitennummerierten Labortagebüchern; Videoaufnamen; Tonaufnamen u.s.w. Fehlende oder undatierte Dokumentation kann die Versuchsdurchführung hinfällig machen. Zur Dokumentation gehört die Datenzusammenstellung, die Auswertung, eine Interpretation und ein Endbericht des Versuches. Die Interpretation kann zeitmässig die Versuchsdurchführung um ein Vielfaches übertreffen. Bei diesem Schritt ist es wichtig, dass man die Ergebnisse und die Interpretationen mit vertrauenswürdigen und kompetenten Kollegen diskutiert. Die Diskussion stellt die neu erhaltenen Ergebnisse in Zusammenhang mit den bereits in der Literatur vorhandenen Ergebnissen.
BeispieleEin bekanntes Beispiel für Grundlagenforschung ist die von Einstein entwickelte Formel E = m * c². Hieraus ergibt sich z.B. die Frage, ob eine Masse auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden kann und ob tatsächlich die Lichtgeschwindigkeit eine Obergrenze darstellt. Dies wird in Teilchenbeschleunigern der DESY untersucht. Vor allem angesichts der hohen Kosten werden solche Forschungen gelegentlich kritisiert, zumal selten eine praktische Anwendungsmöglichkeit besteht. Oft sind aber Nebeneffekte etwa aus dem Betrieb eines Teilchenbeschleunigers für andere Forschungsbereiche interessant. Ein Beispiel für Anwendungsforschung sind die Untersuchungen von Metalloberflächen, wobei eine Vielzahl von Methoden aus der Chemie und Physik eingesetzt werden. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind sowohl für den weiteren Forschungsprozess als auch für die technische und wirtschaftliche Anwendung interessant. Siehe auch
Weblinks
Quellen
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