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Mit einem Frankiersystem, oft auch Freistempelmaschine genannt, werden Poststücke automatisiert mit einem Wertstempel oder einem Wertaufdruck versehen und so für den Versand mit dem nötigen Porto freigemacht.
FunktionDas Frankiergerät besteht in der Regel aus einer Tastatur zur Eingabe des Portos, drei verplombten Zählwerken und einem Stempelwerk. Der erste Zähler ist der so genannte Vorgabenzähler. Er wird per Telefon, Wertkarte (in D bis 2005), Vorgabe am Postschalter (auslaufend) oder per Internet mit einem Portoguthaben aufgeladen und zeigt den noch zur Verfügung stehenden Betrag an. Der zweite Zähler ist der Summenzähler. Er zeigt die gesamte Summe des Portos der mit dieser Maschine frankierten Poststücke an. Der dritte Zähler zählt die Anzahl der Ausdrucke an und dient der Statistik. Über die Tastatur wird das zu entrichtende Porto eingetippt bzw. bei Frankit-Geräten die Versandart ausgewählt. Sofern das Gerät über eine integrierte oder über ein Kabel angeschlossene externe Waage verfügt, kann anhand von Größe und Gewicht das erforderliche Porto automatisch bestimmt werden. Danach lässt man die Poststücke durch einen auf die Dicke der größten zulässigen Sendung beschränkten Durchlass vollautomatisch durchlaufen und druckt das Porto auf das Poststück. Dabei zieht der Vorgabenzähler den gestempelten Betrag vom Guthaben ab, der Summenzähler zählt um denselben Betrag weiter, und der Druckzähler zählt um eins weiter. Ist das gewünschte Porto nicht mehr am Vorgabenzähler „geladen“, wird der Ausdruck verweigert. Die Portoaufladung erfolgt heute per Telefon oder Internet in digitaler Form. Das Poststück kommt nach Durchlauf in dem Auffangbecken an und wird mit Stempel nach oben / vorne in die Postwanne eingelegt. Für dickere Poststücke gibt es abziehbare Frankierstreifen, die über einen manuellen, seitlichen Zugang in die Maschine eingeführt werden. In unregelmäßigen Abständen wird die Maschine ohne Vorankündigung von der Deutschen Post AG überprüft, um Manipulationen auszuschließen. Bei Frankit-Geräten geschieht dies über die monatlich fällige Fernwartung. Früher bestand das Druckwerk aus einem rotierenden Stempel. Diese hatten bis zur Euro-Einführung im Jahre 1999 die Farbe Rot, heute sind diese Blau. Neuerdings kann aber auch die Farbe Schwarz (wegen Thermo-, Tintenstrahl- und Laserdrucker) benutzt werden, sofern die Maschine jeden Stempelvorgang protokolliert, und dieses Protokoll bei der Briefaufgabe der Post übergeben wird (Ausnahme: Frankit).
Handfrankiermaschine von Francotyp-Postalia
Von 1939 bis 1998 wurden auch Maschinen postalisch zugelassen, die per Druck als Handabroller (auch erweiterbar mit verschiedenen Elektro-Antrieben) das eingestellte Porto auf das Poststück druckten. Diese in Deutschland am Postschalter aufzuladenden Maschinen sind heute aber kaum noch in Betrieb. VorteileMit einem Frankiersystem können große Mengen an Poststücken in relativ kurzer Zeit automatisiert frankiert werden. Große Maschinen erreichen eine Kapazität von bis zu 300 Sendungen in der Minute. Des Weiteren entfällt die Bindung an feste Markenwerte der Briefmarken. Jeder Portowert lässt sich ausdrucken. Auch der Druck der Absenderangaben ist automatisiert. Neuerdings ist der Druck von Werbung oder saisonbedingten Aufdrucken wie Weihnachtsgrüßen möglich, ebenso wie die Anonymfrankierung mit abgeschaltetem Adressdruck. Heutige Technologie ermöglicht über spezielle Stempelabdrucke (digitale Systeme) die Briefverfolgung (Track & Trace) jeden Briefes. Bekannte Hersteller
BeispieleSiehe auchOrganisationen
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