|
Article on other languages:
|
In der Mathematik ist eine Funktion oder Abbildung eine Beziehung zwischen zwei Mengen, die jedem Element der einen Menge (Eingangsgröße, Funktionsargument, unabhängige Variable, x-Wert) ein Element der anderen Menge (Ausgangsgröße, Funktionswert, abhängige Variable, y-Wert) zuordnet. Das Konzept der Funktion oder Abbildung nimmt in der modernen Mathematik eine zentrale Stellung ein; es enthält als Spezialfälle unter anderem parametrische Kurven, Skalar- und Vektorfelder, Koordinatentransformationen, Operatoren und vieles mehr. BegriffsgeschichteDas Nebeneinander der Begriffe „Funktion“ und „Abbildung“ ist nur historisch zu verstehen. Der Begriff „Funktion“, 1694 von Leibniz eingeführt, wurde zunächst als formelmäßige Rechenvorschrift aufgefasst, zum Beispiel y=x2 oder f(x) = sinx. In der Schulmathematik wurde dieser naive Funktionsbegriff bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts beibehalten. Bisweilen wurden auch mehrdeutige Funktionen, zum Beispiel eine im Vorzeichen unbestimmte Quadratwurzelfunktion, zugelassen. Erst als die Analysis im 19. Jahrhundert mit einem exakten Grenzwertbegriff auf eine neue Grundlage gestellt wurde, entdeckten Weierstraß, Dedekind und andere, dass Grenzwerte unendlicher Folgen „klassischer“ Funktionen sprunghaft sein können und sich nicht immer durch „geschlossene“ Formeln (mit endlich vielen Rechenoperationen) ausdrücken lassen. Das erzwang eine schrittweise Ausweitung des Funktionsbegriffs. Davon unabhängig wurde im 19. Jahrhundert die Gruppentheorie begründet, mit der man systematisch untersuchen kann, wie sich algebraische Gleichungen unter der Wirkung aufeinanderfolgender Transformationen verändern. Bei der Anwendung dieser Theorie auf geometrische Probleme wurden gleichbedeutend mit „Transformation“ auch die Begriffe „Bewegung“ und „Abbildung“ gebraucht. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Grundlagen der Mathematik einheitlich in der Sprache der Mengenlehre formuliert wurden, stellten sich die Begriffe „Funktion“ und „Abbildung“ dann als deckungsgleich heraus. Im Sprachgebrauch wirken die unterschiedlichen Traditionen jedoch fort. In der Analysis spricht man heute häufig noch von Funktionen, während man in der Algebra und in der Geometrie von Abbildungen spricht. Einige Mathematiker unterscheiden auch heute noch streng zwischen einer Abbildung und einer Funktion. Diese verstehen unter einer Funktion eine Abbildung in den reellen oder komplexen Zahlenkörper. Weitere Synonyme in spezielleren Zusammenhängen sind unter anderem Operation in der Analysis, Verknüpfung und Morphismus in der Algebra. Definitionen und KonventionenGrundideeEine Funktion f ordnet jedem Element x einer Definitionsmenge D genau ein Element y einer Zielmenge Z zu. Schreibweise: Anmerkungen:
Mengentheoretische DefinitionMengentheoretisch ist eine Funktion eine linkstotale und rechtseindeutige Relation, das heißt:
Oft möchte man aber auch die Zielmenge explizit zu einem Teil der Funktion machen, zum Beispiel um Aussagen zur Surjektivität anstellen zu können. Letztlich werden sowohl Quell- als auch Zielmenge in die Definition aufgenommen und man erklärt:
R wird auch der Graph der Funktion genannt. Eine Funktion ist durch ihren Graphen und ihre Zielmenge eindeutig bestimmt. Stimmen zwei Funktionen in ihren Graphen überein, so sagt man auch, sie seien im Wesentlichen gleich. Verschiedene Weisen, eine Funktion zu spezifizierenEine Zuordnung kann unter anderem in einer der folgenden Formen beschrieben werden:
Symbolische SchreibweisenFür Funktionen gibt es etliche symbolische Schreibweisen, die jeweils einige spezielle Eigenschaften der Funktion ausdrücken. Im folgenden werden einige wichtige genannt.
Die Symbole können auch, wo sinnvoll, miteinander kombiniert werden. Schreib- und SprechweisenFür die Zuordnung eines Funktionswertes y zu einem Argument x gibt es eine Reihe verschiedener Sprech- bzw. ausführlicher Schreibweisen, die alle mehr oder weniger gleichwertig sind und vor allem in Abhängigkeit von dem, was vordergründig ausgedrückt werden soll, vom jeweiligen Kontext, der benutzten Symbolik und auch vom Geschmack des Sprechers (Schreibers) gewählt werden. Hier einige Beispiele:
Davon zu unterscheiden ist die Sprech- und Schreibweise: „y ist eine Funktion von x“, die vor allem in der Physik und in der Physik sehr nahe stehenden Bereichen der Mathematik auftaucht. Sie ist die ältere und ursprüngliche Sprech- und Schreibweise und beschreibt die Abhängigkeit einer Variablen y von einer anderen Variablen x, im Gegensatz dazu, dass mit Hilfe der Variablen x und y (stellvertretend) die Zuordnung bestimmter Elemente von Mengen beschrieben wird. Die „physikalische“ Sprechweise stammt von dem Vorgehen, erst zwei veränderlichen Größen (der physikalischen Realität) Symbole, nämlich die Variablen x und y, zuzuordnen, und danach deren Abhängigkeit festzustellen. Steht z. B. y für die Raumtemperatur und x für die Zeit, so wird man feststellen können, dass sich die Raumtemperatur in Abhängigkeit der Zeit ändert und somit „die Raumtemperatur eine Funktion der Zeit ist“ bzw. stellvertretend „y eine Funktion von x ist.“ Statt Definitionsmenge A wird auch Definitionsbereich, Domain, Urbildmenge oder schlicht Urbild gesagt. Insbesondere im Falle partieller Funktionen wird zusätzlich von der Quellmenge gesprochen, diese heißt auch Quelle oder Source. Die Elemente von A heißen Funktionsargumente oder Urbilder, salopp auch x-Werte. Die Zielmenge B wird auch Wertemenge, Wertebereich, Codomain oder Destination genannt, die Elemente von B heißen Zielwerte oder Zielelemente, salopp auch y-Werte. Funktionswerte, Bildelemente oder schlicht Bilder heißen dagegen nur diejenigen Elemente von B, die tatsächlich als Bild eines Arguments auftreten, die Menge der Funktionswerte heißt Bildmenge, Bild oder Image von f. Wertemenge/-bereich wird manchmal etwas uneinheitlich auch als Synonym zu Bildmenge benutzt. Für die verschiedenen Mengen sind diverse Operatoren-Schreibweisen in Gebrauch, also Kurzschreibweisen, die einer Funktion f ihre verschiedenen Mengen zuordnen. Hier die gängigsten Beispiele:
Insbesondere wird für jede Untermenge Indizierung und AuswahlfunktionSind
So kann man x als Abbildung auffassen. Man nennt x Auswahlfunktion. Zur Vereinfachung schreibt man xi: = x(i). Für n-Tupel sind andere Definition oftmals geläufiger, jedoch soll diese Definition helfen die Auswahlfunktion auf Familien und Matrizen zu erweitern. Ist nun allgemeiner I eine Indexmenge, so nennt man eine Abbildung
eine Familie von Elementen in X. Zur Abkürzung bezeichnet man eine Familie Auch bei Matrizen gibt es eine Auswahlfunktion. Dies wollen wir anhand eines Beispiels erläutern. Sei die Matrix gegeben. Nun ist die Auswahlfunktion φ gegeben durch
Es wird also jeder Position in der Tabelle ein Wert zugeordnet. Das Zahlenpaar repräsentiert Zeile und Spalte des zugeordneten Wertes. Hier zum Beispiel für Wert 6 in Zeile 2, Spalte 1: Das ist das Gleiche, als würde man dieses Zahlenpaar als Index der jeweiligen Position schreiben. Darstellung von FunktionenEine Funktion Analog kann man Funktionen Computerprogramme zur Darstellung von Funktionen heißen Funktionenplotter. Funktionsprogramme gehören auch zum Funktionsumfang von Computeralgebrasystemen (CAS), matrizenfähigen Programmierumgebungen wie MATLAB, Scilab, GNU Octave und anderen Systemen. Die wesentlichen Fähigkeiten eines Funktionenplotters sind auch auf einem graphikfähigen Taschenrechner verfügbar. Verknüpfung von FunktionenMit
Diese Menge wird meist als reeller Vektorraum aufgefasst. Diese Vektorraumstruktur erhällt man durch punktweise Addition von Abbildungen und punktweise Multiplikation einer reellen Zahl mit einer Abbildung. Seien Es gibt noch eine weitere Verknüpfung zwischen allgemeinen Abbildungen, welche als Komposition bezeichnet wird. Seien X,Y,Z beliebige Mengen und die Komposition oder Hintereinanderschaltung von f und g. Man sagt g komponiert mit f für
Die Komposition ist eine assoziative Verknüpfung. Man kann also auf Klammern verzichten, wenn man drei oder mehr Abbildungen miteinander komponiert. Wichtige Begriffe
Eigenschaften von FunktionenAllgemeine Eigenschaften
Eigenschaften, die in der reellen und komplexen Analysis von Interesse sind
Funktionen, die Strukturen beachtenFunktionen, die auf Zusammenhänge wie z. B. Operationen (Addition, etc.) in der Definitions- und der Zielmenge „Rücksicht nehmen“, werden Morphismen genannt. Siehe Homomorphismus, Kategorientheorie. Strukturen erzeugende AbbildungenEin fundamentales Konzept in der Mathematik stellen Strukturen dar, die dadurch entstehen, dass Mengen in Verbindung mit dazu gehörigen Abbildungen gesehen werden. Derartige Strukturen bilden die Grundlage praktisch aller mathematischen Disziplinen, sobald sie über elementare Mengenlehre, kombinatorische Probleme oder grundlegende mathematisch-philosophische Fragestellungen hinausgehen. Algebraische StrukturenMengen können durch sogenannte Verknüpfungen strukturiert werden. Der wichtigste Spezialfall ist die Zweistellige Verknüpfung, dabei handelt es sich um eine Abbildung der Form Beispiele für (zweistellige) Verknüpfungen sind Rechenoperationen, wie die Addition oder Multiplikation auf Zahlenmengen. Dementsprechend wird das Bild eines Paares (x,y) unter einer Verknüpfung
Ein skalare Multiplikation ist eine Abbildung der Form Auf eine exakte Definition der skalaren Multiplikation wird hier verzichtet, da die Begriffe Ring und Gruppe hier nicht erläutert werden sollen. Wichtigstes Beispiel für Moduln sind Vektorräume. Topologische Strukturenkönnen mittels sogenannter Topologien auf Mengen definiert werden. Dabei ist eine Topologie eine Abbildung
(Weit häufiger wird eine Topologie in äquivalenter Weise allerdings als ein Mengensystem sogenannter offener Mengen definiert.)
Anschaulich gesprochen, gibt eine Metrik also den Abstand zweier Elemente an.
(Die Definition gilt in analoger Weise für Moduln aller Art.)
Sesquilinearformensind in der linearen Algebra und Funktionalanalysis betrachtete Abbildungen, die eine topologische und insbesondere geometrische Struktur erzeugen können. Ist V ein Vektorraum über dem reellen oder komplexen Zahlenkörper
Man sagt, s ist linear in der zweiten und antilinear (oder auch semilinear) in der ersten Komponente. Diese Anordnung ist allerdings willkürlich und variiert von Autor zu Autor. Erfüllt die quadratische Form q(x): = s(x,x) von s zusätzlich die Bedingung
so nennt man s positiv semidefinit bzw. positiv definit. Ist V ein komplexer Vektorraum, so bezeichnet man s in diesen Fällen schlicht als positiv, bzw. strikt positiv und es folgt, dass die Sesquilinearform hermitesch ist, d.h. es gilt
Ist V ein reeller Vektorraum, so nennt man eine Sesquilinearform, die die entsprechende Bedingung s(x,y) = s(y,x) erfüllt, symmetrisch. Die Symmetrie einer Sesquilinearform folgt nicht aus ihrer Definitheit. Eine positive (bzw. positiv semidefinite und symmetrische) Sesquilinearform bezeichnet man als Semiskalarprodukt, eine strikt positive (bzw. positiv definite und symmetrische) Sesquilinearform als Skalarprodukt. Im zweiten Fall schreibt man Jedes Skalarprodukt (bzw. Semiskalarprodukt) erzeugt mittels Zusätzlich lässt sich mittels eines Skalarproduktes der Begriff der Orthogonalität definieren. Zwei Vektoren x,y heißen orthogonal genau dann, wenn Spezielle Funktionen und FunktionstypenEs gibt unterschiedlichste Unterscheidungsmerkmale und somit auch viele Namen für einzelne Funktionstypen. Analytische Funktionen
Reelle Funktionen, die nicht analytisch sindWeitere Funktionen
VerallgemeinerungenPartielle FunktionenVom Begriff der Funktion wohl zu unterscheiden ist der Begriff der partiellen Funktion der theoretischen Informatik, in der Mathematik spricht man eher von „nicht überall definierten Funktionen“. Hier darf es Elemente der Quellmenge (x-Werte) geben, denen kein Wert der Zielmenge (y-Wert) zugeordnet ist. Hier ist dann die Nennung der Quellmenge in der obigen Tripelschreibweise tatsächlich notwendig. Allerdings darf es auch dort für einen x-Wert nicht mehr als einen y-Wert geben. Um partielle Funktionen von Funktionen zu unterscheiden, bezeichnet man letztere auch als totale oder überall definierte Funktionen. Mathematisch werden partielle Funktionen typischerweise als Paare Funktionen mit Werten in einer echten KlasseHäufig liegen die Werte einer Funktion nicht in einer Zielmenge, sondern lediglich in einer echten Klasse, beispielsweise sind Mengenfolgen „Funktionen“ mit Definitionsbereich Definitions- und Wertemenge sind tatsächlich Mengen, aber es ist nicht nötig, sich von vornherein auf eine Zielmenge festzulegen. Siehe auch
WeblinksEinzelnachweise
|
This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.
Mercedes Car
This site monitored by SitePinger.net