|
Article on other languages:
|
Eine Gödelnummer ist eine natürliche Zahl, die einem Wort einer formalen Sprache nach einem gewissermaßen „durchschaubaren“ Verfahren – Gödelisierung – zugeordnet wird und dieses Wort eindeutig kennzeichnet. Alle über die Kodierung von Programmen in einer Programmiersprache definierten Aufzählungen sind Gödelnummerierungen. Die Bezeichnungen beziehen sich auf Kurt Gödel, der erstmals ein solches Verfahren angab, um seinen Unvollständigkeitssatz zu beweisen.
Formale DefinitionSei M die (abzählbare) Menge der Wörter einer formalen Sprache. Eine Funktion wird Gödelisierung genannt, wenn[1]
g(m) nennt man dann die Gödelnummer von m. BeispielAngenommen, beliebige Wörter der formalen Sprache L, die auf dem Alphabet Σ basieren, sollen gödelisiert werden. Hier sei Σ = {a,b,c}. Eine Möglichkeit der Kodierung wäre, den Buchstaben zunächst einfach fortlaufende Nummern zuzuweisen. Ein „a“ entspräche der 1, ein „b“ der 2 und ein „c“ der 3. Nun kann man gödelisieren, indem man die dem Buchstaben entsprechenden Potenzen der fortlaufenden Primzahlen Das Wort „abccba“
Die Gödelnummer für „abccba“ in dieser Kodierung lautet also Da es unendlich viele Primzahlen gibt, kann man auf diese Weise tatsächlich beliebig lange Wörter kodieren und aufgrund der Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung lässt sich etwa aus der Zahl 1213962750 wieder das Wort „abccba“ rekonstruieren. Es gibt zwar Zahlen, die keinem Wort der Sprache entsprechen, beispielsweise Neben der hier gezeigten gibt es natürlich noch andere Methoden, eine Gödelisierung durchzuführen. Eine im Buch Gödel, Escher, Bach beschriebene Methode verwendet beispielsweise ein Stellenwertsystem mit der Basis 1000, was zwar sehr anschaulich ist, aber formal schwieriger zu handhaben ist als eine Methode, die wie die obige auf Primzahlpotenzen beruht. Gödelisierung von zahlentheoretischen AussagenAussagen der Zahlentheorie (oder auch anderer mathematischer Theorien) lassen sich mit Hilfe eines endlichen Alphabets formulieren, dessen „Buchstaben“ neben Zeichen für Variablen auch gewisse mathematische und logische Symbole (etwa + , Auf diese Weise lassen sich also zahlentheoretische Aussagen (und sogar Beweise) in Zahlen übersetzen. Als Folge hiervon kann die Zahlentheorie, die ja Aussagen über Zahlen behandeln soll, auch Aussagen über zahlentheoretische Aussagen und Beweise behandeln. Diese Tatsache ist der Ansatzpunkt, auf dem Gödels Unvollständigkeitssatz beruht. Gödelisierung von TuringmaschinenEine bekannte Anwendung der Gödelnummer ist die Codierung einer Turingmaschine durch ein Binärwort w. Auf diese Weise wird jeder Turingmaschine eine Zahl zugeordnet (d. h. die Menge aller Turingmaschinen ist abzählbar). Diese Tatsache wird unter Anderem im Halteproblem ausgenutzt. BeispielNatürlich lassen sich verschiedenste Konventionen für die Nummerierung vereinbaren. Im Folgenden soll der Vorgang an einem einfachen Beispiel gezeigt werden. Sei eine Turingmaschine. Seien o. B. d. A. die Zustandsmenge Q, sowie das Bandalphabet Γ durchnumeriert. Wir codieren nun vorerst jeden Übergang δ(qm,an) = (qm',an',{L,N,R}) mit einem Wort über dem Alphabet wobei b die Kopfbewegung darstellt (L = 0,N = 1,R = 2). Um uns auf das zweistellige Alphabet {0,1} beschränken zu können, führen wir eine Abbildung der Menge
Die Turingmaschine mit der einzigen Produktion Eine Alternative, die auf das Trennzeichen verzichtet, nutzt die Einzigartigkeit der Primzahlfaktorisierung aus, um Tupel in einer Zahl codieren zu können. Siehe auchEinzelnachweis
|
This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.
Mercedes Car
This site monitored by SitePinger.net