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GEOS (Graphic Environment Operating System) ist ein Betriebssystem mit grafischer Benutzeroberfläche für Homecomputer, das zusätzlich Büroanwendungen besitzt. Der Hersteller war Berkeley Softworks, der sich später in GeoWorks Corporation umbenannte. GEOS wurde für die 8-Bit-Computer C64, C128 sowie Apple II 128k und Apple IIc/e veröffentlicht. Eine Crackergruppe veröffentlichte inoffiziell eine Commodore-Plus/4- und C16-Version. Die 8-Bit-Varianten von GEOS nennen sich den Computermodellen entsprechend GEOS 64, GEOS 128, GEOS PLUS/4 sowie Apple II GEOS.
GEOS 64 für den Commodore C64
Mit Einführung der zweiten Version des C64, C64C in einem flachen Gehäuse, lag diesem Homecomputer ab Ende 1986 zunächst für einige Zeit mit GEOS 1.2 ein Betriebssystem mit einer grafischen Benutzeroberfläche mit integrierten Anwendungsprogrammen (Text- und Bildverarbeitung geoWrite und geoPaint) bei, die derjenigen des Apple Macintosh ähnelte. Auf dem deutschsprachigen Markt war diese Version, die ausschließlich in englischer Sprache vorlag, als einzelnes Produkt offiziell nicht erhältlich. Mit Erscheinen der ersten auch für den deutschsprachigen Markt lokalisierten Version 1.3 und später auch 2.0 konnten interessierte Anwender beim deutschen Distributor Markt & Technik diese einzelne Diskette nach Entrichtung eines speziellen Updatepreises (für GEOS 1.3: 39 DM statt 69 DM) gegen die jeweils aktuelle Version austauschen. Die Version 1.3 enthielt eine ins Deutsche übersetzte Oberfläche. Neben anderen kleinen Verbesserungen bot diese dem Anwender erstmals unter GEOS ein deutsches Tastaturlayout und ermöglichte die Verwendung von Umlauten. Des Weiteren wurden die von Commodore für C64/128 angebotenen RAM-Erweiterungen unterstützt. Sie konnten unter GEOS als eigene Laufwerke, sogenannte RAM-Disk, angesprochen werden und beschleunigten auch die Benutzung existierender Diskettenlaufwerke. GEOS 1.3 wurde auf zwei beidseitig bespielten 5,25 Zoll-Disketten ausgeliefert. Die erste Diskette enthielt auf der Vorderseite die sogenannte Systemdisk, die zum Booten von GEOS verwendet wurde. Da die GEOS-Disketten aufgrund eines leicht veränderten Dateisystems mit herkömmlichen C64-Kopierprogrammen nicht kopiert werden konnten und über einen Kopierschutz verfügten, der erst einige Zeit später überwunden werden konnte, enthielt die zweite Diskette als Sicherungsmaßnahme den Inhalt der Systemdisk noch einmal, diese wurde „Sicherheitssystem“ genannt. Sie diente zum Starten des Systems für den Fall, dass die Systemdiskette beschädigt wird. Die Rückseite der ersten Diskette (genannt „Anwendungen“) enthielt nun die bereits bekannten Anwendungsprogramme geoWrite und geoPaint in neueren lokalisierten Versionen mit kleineren Verbesserungen sowie diverse Hilfsprogramme und Schriftartdateien. Auf der Rückseite der zweiten Diskette (genannt „Treiber“) befanden sich dementsprechend Druckertreiberdateien. Mit GEOS 64 1.3 erschienen auf dem Softwaremarkt parallel weitere Anwendungen, die zusätzlich käuflich erworben werden konnten: z.B. die Tabellenkalkulation geoCalc, die Datenbank geoFile, das Desktop-Publishing-Programm geoPublish, eine Diskette mit einer erweiterten geoWrite-Version 2.1 (geoWrite Workshop), die auch ein Programm zur Erstellung von Serienbriefen beinhaltete (geoMerge) und mit geoLaser die Möglichkeit Laserdrucker mittels PostScript anzusteuern, eine Diskette mit kleineren Zusatzprogrammen wie einem Kalender (Calendar), einer Adressverwaltung (geoDex) und einem Kartenspiel (BlackJack) (DeskPack), einer Diskette mit vielen zusätzlichen Schriftarten (FontPack) und eines speziellen Assembler-Entwicklungspaketes (geoProgrammer) und einer BASIC-Implementierung (geoBasic). Jedoch wurde die Menüführung dieser Zusatzprogramme nicht eingedeutscht. Darüber hinaus erschien auch zeitgleich GEOS 128 1.3, eine spezielle Version, die die erweiterten Fähigkeiten des C128 ausnutzen konnte (siehe unten). 1988 erschien die nächste Version GEOS 64, 2.0. Diese präsentierte sich dem Anwender mit einer erweiterten, leicht überarbeiteten Desktop-Oberfläche. Für den Anwender mit einem damals typischen Ein-Diskettenlaufwerksystem ohne RAM-Erweiterung gestaltete sich die Arbeit mit GEOS folgendermaßen: Er musste, nachdem er GEOS gebootet hatte, in das Diskettenlaufwerk eine von ihm selbst zuvor zusammengestellte Arbeitsdiskette einlegen, auf die er das benötigte Anwendungsprogramm, Hilfsprogramme, den Druckertreiber und benutzte Schriftartdateien kopiert hatte. Der noch freie Speicherplatz auf der Diskette konnte für Projektdateien verwendet werden. GEOS 64 war aufgrund des begrenzten Arbeitsspeichers nicht in der Lage, Hilfsprogramme, Druckertreiber und Schriftartdateien im RAM zu halten. Daher mussten diese, sofern sie beim Arbeiten benötigt wurden, auf der Arbeitsdiskette verfügbar sein. Bei Verwendung mehrerer Diskettenlaufwerke und/oder einer RAM-Erweiterung konnte die ständige Bereitstellung dieser Zusatzdateien für den Anwender vereinfacht werden. Die Vertriebs- und Produktionsrechte des Betriebssystems lagen bei Berkeley Softworks, die sich später in GeoWorks umbenannten und mit PC/GEOS, sowie darauffolgendem PEN/GEOS eine starke, jedoch zum Vorgänger inkompatible Weiterentwicklung für x86 DOS-PCs, -PDAs, -MiniPCs und -Smartphones veröffentlichten. Die Commodore-Produktlinie wurde 1993 von Creative Micro Designs (CMD) übernommen. 2001 beendete CMD seinerseits alle Commodore-spezifischen Aktivitäten und übergab am 21. Juli 2001 alle Rechte an Click Here Software Company, die von Maurice Randall betrieben wird. Seit Anfang 2004 steht GEOS für den C64 und C128 ohne Handbuch kostenlos unter CMDRKEY zum Download zur Verfügung.
GEOS für den Commodore PLUS/4 und C16Parallel zum C64 versuchte Commodore Business Machines mit dem Plus/4 einen preiswerten Homecomputer zu etablieren. 1987 wurde GEOS 64 von einer Cracker-Gruppe inoffiziell und fehlerbehaftet auf den Plus/4 und C16 portiert und GEOS 3.5 (in Anlehnung der Versionsnummer des auf dem Plus/4 eingesetzten Commodore BASIC-Dialektes) genannt. Auf beiden Homecomputern benötigt diese GEOS-Version 64KiByte RAM, weshalb der C16 aufzurüsten ist. Außerdem funktioniert GEOS 3.5 ausschließlich mit dem seltenen Plus/4- und C16-Diskettenlaufwerk 1551, das über ein spezielles Parallelkabel angeschlossen wird. Ein Betrieb mit den weit verbreiteten C64/128-Diskettenlaufwerken 1541 und 1571, die an den Rechnern der Plus/4-Reihe ebenfalls üblich waren, ist nicht möglich. GEOS 3.5 besitzt keinen Maussupport, der Mauszeiger muss mittels Joystick gesteuert werden, allerdings war zu diesem Zeitpunkt auch am C64/128 die Verwendung einer Computermaus unter GEOS nicht weit verbreitet. GEOS-3.5-Kopien auf 1551-Disketten sind dennoch gesuchte Raritäten. GEOS 128 für den Commodore C128
Nach Veröffentlichung des GEOS 1.3 für den C64, entschied sich der damalige Hersteller Berkeley Softworks GEOS auch für den professionellen Commodore C128 PC auf den Markt zu bringen. Dort lief GEOS 128 1.3 auch erstmals in einem 80-Zeichen-Modus (höhere Auflösung als im C64) und war hierbei durch Nutzung der doppelten Prozessortaktfrequenz von 2 MHz dem C64-GEOS überlegen. Mit Erscheinen von GEOS 64 2.0 wurde auch eine 2.0-Version von GEOS 128 veröffentlicht. GEOS 128 war zu beinahe allen GEOS-64-Applikationen direkt kompatibel, ohne dass in einen C64-Modus umgeschaltet werden musste – anders als bei normaler C64-Software; allerdings beschränkte sich das auf den Betrieb der Anwendung im 40-Zeichen-Modus, da eine GEOS-Anwendung auf einen Modus ausgelegt sein musste, um lauffähig zu sein. Der Modus konnte im Betrieb umgeschaltet werden, was bei Starten einer Anwendung des anderen Modus auch automatisch getan wurde. GEOS 128 hatte für den Anwender auch den Vorteil aufgrund des größeren Arbeitsspeichers des C 128, anders als GEOS 64, wichtige Zusatzdateien wie den Druckertreiber ständig im RAM halten zu können und ermöglichte so ein komfortableres Arbeiten. Andere Besonderheiten:
APPLE II 128KByte, IIe und IIc GEOS
Der Apple II erschien in seiner ersten Version bereits vor der Epoche der "Homecomputer (HC)" und war lange Zeit der extrem erfolgreiche Urvater der IBM-x86-PC Idee. Nach dem Erfolg des UrGEOS am C64 wurde Apple II GEOS von Berkeley Softworks 1988 für die 1982 und 1985 erschienenen Apple-II-Nachfolger Apple //e und Apples ersten tragbaren Computer, den Apple //c, veröffentlicht. 1989 erschien auch eine GEOS-Version für den Ur-Apple II mit 128 kByte RAM (die entsprechende Speichererweiterung eines Drittherstellers war allerdings nicht sehr verbreitet, mit Apple-eigenen Komponenten lag das RAM-Limit des alten Apple II bei 64KB und GEOS war nicht nutzbar). Dieser Version lag auch eine Demodiskette von GEOS für den Apple-II-Clone "Sears Laser 128Kbyte" Computer bei. Ob für den Sears Laser 128PC auch eine GEOS Vollversion erschien, konnte bisher nicht recherchiert werden. Da 1988/89 die Apple-II-Linie bereits betagt war, Apples eigener, aufwärtskompatibler Apple IIgs mit einem wesentlich leistungsfähigeren GUI ausgeliefert wurde, und der Apple Macintosh seinen Siegeszug angetreten hatte, wurde Apple-GEOS kein Verkaufsrenner. Die letzten Apple //e wurden 1993 gefertigt. 1995 wurde der Verkauf und Kundendienst für APPLE II GEOS von Seiten des inzwischen unter der Bezeichnung "GeoWorks Corporation" firmierenden Herstellers eingestellt.
Weblinks
PET/CBM: KIM-1 | PET 2001 | CBM 3000 | CBM 4000 | CBM 8000 | MMF 9000 CBM II: CBM 500∗ | CBM 600 | CBM 700 | CBM 900∗ Heimcomputer: VC 10 | VC 20 | C64 (SX, GS♦) | 264-Reihe (C16, C116, Plus/4) | C128 | C65∗ Amiga (Übersicht): 1000 | Sidecar | 500 | 2000 | CDTV♦ | 600 | 3000/T/UX | 1200 | 4000 | CD³²♦ IBM-kompatibel: PC-1 | PC-10 bis PC-60 | x86LT | A 1060 Peripherie: Laufwerke: Datasette | VC15xx (VC1540/41, VC1551, VC1570/71, VC1581) | SFD100x (SFD1001, SFD1002) | CBM 2020 bis 8250 | Amiga-Diskette | A570 | A3070 Chips: MOS Technology | VIC | VIC II | TED | VDC | SID | PIA | VIA | TPI | CIA | ACIA | Agnus (Blitter, Copper) | Paula | EHB-Modus | HAM-Modus Chipsätze: OCS | ECS | AGA Software: Commodore BASIC | Commodore Basic V2 | Kernal | CBM-ASCII (PETSCII) | GEOS | Commodore DOS | AmigaOS | Kickstart | Workbench | AmigaGuide | AMIX ∗: nur Prototyp ♦: Spielkonsole
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