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Älterer Geldautomat der Firma Nixdorf
Schwedischer Geldautomat der Firma Wincor Nixdorf („ProCash 2150“)
Ein Geldautomat ist eine technische Einrichtung zur Bargeldausgabe. Geldautomaten werden auch Geldausgabeautomaten (GAA) oder Bankautomaten genannt. In Österreich ist die Bezeichnung Bankomat üblich, in der Schweiz und Italien Bancomat. Ähnliche Bezeichnungen sind auch in anderen mitteleuropäischen Ländern gängig. Im Englischen werden Geldautomaten Automated teller machines (ATM, in den USA) bzw. Cash machines (in England) genannt. Geldautomaten ermöglichen dem Kunden, in Selbstbedienung Bargeld von seinem Giro- oder Kreditkartenkonto abzuheben. Einige Automaten geben auch Fremdwährungen aus oder informieren den Kunden über den Kontostand und vergangene Transaktionen. Die Geräte werden von Kreditinstituten betrieben; die meisten befinden sich in den Vorräumen oder an den Außenwänden ihrer Geschäftsstellen, wo sie auch außerhalb der Schalteröffnungszeiten zugänglich sind. Zunehmend werden Geldautomaten auch an anderen öffentlichen Orten aufgestellt, zum Beispiel in Einkaufszentren oder an Bahnhöfen. Abhebungen sind heute nicht mehr nur bei der eigenen Bank möglich. Nahezu jeder Inhaber einer Debit- oder Kreditkarte kann mit ihr nicht nur bargeldlos zahlen, sondern auch in vielen Ländern der Welt Bargeld beziehen. Der Kunde steckt eine Scheck- oder Kreditkarte in den Automaten und gibt eine Geheimzahl (PIN) ein. Eine Autorisierungszentrale prüft online die Richtigkeit der Geheimzahl und entscheidet, ob die Auszahlung erfolgen kann; Offline-Transaktionen sind kaum noch möglich. Zum Schutz vor Missbrauch begrenzt die Bank des Karteninhabers in der Regel die Auszahlungssummen pro Tag und Woche. In vielen Ländern werden von den Automatenbetreibern Gebühren für Auszahlungen verlangt. Der Geldausgabeautomat war – noch vor dem PC – das erste Computerterminal, das breiten Bevölkerungsschichten weltweit unentbehrlich wurde.
BestandteileEin heutiger Geldautomat besteht aus einem Industrie-Standard-PC mit angeschlossener Spezialperipherie und einem Tresor. Peripheriegeräte, die zur Basisausstattung jedes Geldautomaten gehören, sind:
Weitere Peripheriegeräte sind zum Beispiel Videokamera, Journaldrucker, Quittungsdrucker, Kontoauszugdrucker, Touchscreen (ersetzt Bildschirm und Soft Keys), alphanumerische Tastaturen, Geräte zur Scheck- und zur Bargeldeinzahlung, Geräte zum Einwurf und Lagerung von Briefumschlägen zur Aus- und Eingabe von Münzen, Geräte zur Verarbeitung von Sparbüchern, Barcode-Scanner, Kopfhöreranschluss oder Lautsprecher (zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung). Die Softwareausstattung besteht aus einem Industrie-Standard-Betriebssystem, Gerätetreibern, einer Kommunikationsschicht (z. B. CEN/XFS oder J/XFS) und einer Anwendung, die den Geldautomaten steuert und mit der Gegenstelle (Server/Host) kommuniziert. Während frühe Geldautomaten hardwarenah durch einen Großrechner gesteuert wurden, sind heutzutage neben einem Standard-PC auch PC-typische Betriebssysteme im Einsatz. Im Jahr 2007 sind Betriebssysteme wie MS-DOS und OS/2 bei Geldautomaten schon eher selten anzutreffen, während Microsoft Windows den Markt bei Geldautomaten dominiert. Linux-basierte Systeme sind zur Zeit nur in wenigen lokalen Märkten wie z. B. Brasilien anzutreffen. Die Leistungsaufnahme eines Geldautomaten (mit Röhrenbildschirm) beträgt ca. 120–150 Watt, mit TFT-Bildschirm ca. 100–120 Watt. Verwandte Automatentypen und zusätzliche FunktionenNeben reinen Geldausgabeautomaten gibt es auch Geldeinzahlungsautomaten, an denen Kunden ihr Geld einzahlen können. Einige Typen dieser Geldeinzahlungsautomaten zahlen eingezahltes Geld direkt wieder aus, diese Funktionalität heißt Cash Recycling. Weitere Selbstbedienungsgeräte im Bankbereich sind Kontoauszugsdrucker zum Drucken von Kontoauszügen und Überweisungsterminals zur Eingabe von Überweisungen. GeschichteDer erste funktionierende Geldautomat wurde bereits 1939 von dem aus der Türkei stammenden Armenier George Luther Simjian gebaut und von der City Bank of New York (heute Citibank) probeweise in Betrieb genommen. Der Betrieb war jedoch nicht sonderlich erfolgreich, was weniger an technischen Schwierigkeiten, sondern vor allem an mangelnder Akzeptanz bei der Kundschaft lag. 1965 griff der Amerikaner Donald Wetzel, Vizepräsident der Firma Docutel, die Idee zu einem Geldausgabeautomaten auf, nachdem er in einer Schlange vor der Kasse eines Geldinstituts gewartet hatte. In der Folge konzipierte er ab ca. 1968 mit weiteren Docutel-Ingenieuren und einem Budget von fünf Millionen US-Dollar eine Maschine, welche die Barauszahlungen durch Einschieben einer Karte und Eingabe einer Zahlenkombination automatisierte. Die ersten Automaten wurden 1971 in Betrieb genommen, eine wesentlich verbesserte Version 1973.[1] Zeitgleich und davon unabhängig entwickelte auch der Schotte John Shepherd-Barron mit der Firma De La Rue einen Geldautomaten, dessen erstes Gerät 1967 in Enfield Town nördlich von London von der Barclays Bank aufgestellt wurde. Das noch heute übliche Prinzip der Authentifizierung durch Vergleich einer eingegebenen PIN mit der auf einer Kundenkarte gespeicherten Zahl wurde 1965 von dem britischen Ingenieur James Goodfellow ersonnen, der mehrere Patente dazu hält. Trotz dieser frühen Erfolge dauerte es noch lange Zeit bis zum großen Durchbruch dieser Technologie. Denn als die erste Geldausgabeautomatengeneration auf den Markt kam, wurde sie von den Geldinstituten zunächst nur zögerlich eingesetzt. Die Gründe dafür lagen in der technischen Konzeption der Geräte, der nicht ausreichend vorhandenen Sicherheit und der zu geringen Informationskapazität der verwendeten Karte. All dies ließ nur einen begrenzten Einsatz für die Kunden des jeweiligen den Geldausgabeautomaten betreibenden Geldinstituts zu. Der erste Geldautomat in Deutschland wurde am 27. Mai 1968 von der Kreissparkasse in Tübingen in Betrieb genommen, nachdem die Tresorbaufirma Ostertag AG aus Aalen am 29. Februar 1968 ihren Prototyp eines „Bankomaten“, hergestellt in Kooperation mit AEG-Telefunken, der Öffentlichkeit vorgestellt hat. Neben einem Doppeltbartschlüssel, einem gelochten Plastikausweis wurden für die Auszahlung außerhalb der Banköffnungszeiten Lochkarten als Auszahlungsbelege benötigt. Pro Lochkarte wurden 100 DM ausgezahlt, die Ausgabe wurde auf 10 Karten pro Kunde beschränkt.[2] Die zweite, verbesserte Geldausgabeautomatengeneration wurde Anfang der 1970er Jahre angeboten. Hier wurden bereits genormte Plastikkarten eingesetzt, wobei sich die für einen Bargeldbezug erforderlichen Informationen in gelochter Form auf den Karten befanden. Sperrmöglichkeiten waren in eingeschränkter Form vorhanden. Auch sie wurden – nunmehr schon in größerer Stückzahl – vor allem von einzelnen Geldinstituten eingesetzt. Lediglich in der Schweiz kam es mit dieser Geldausgabeautomatengeneration zu einer Pool-Lösung, der sich viele Schweizer Geldinstitute anschlossen. Karteninhaber einer Bank konnten so ohne Aufpreis Geld bei Automaten einer Fremdbank beziehen. Bedingt durch die Fortschritte in Hard- und Softwareentwicklung brachte die dritte Geldausgabeautomatengeneration den Durchbruch zur breiten Installation, zur institutsübergreifenden Kooperation, zur grenzüberschreitenden Akzeptanz, zur Ausstattung nahezu aller Bankkarten mit der Geldausgabeautomatenfunktion und damit zu rasant steigenden Transaktionszahlen. Diese Entwicklung, die heute noch nicht abgeschlossen ist, beruhte auf der Ausstattung der Plastikkarte mit einem Magnetstreifen mit weltweit einheitlichen Standards und Spezifikationen. Nunmehr ist bereits die vierte Geldausgabeautomatengeneration auf dem Markt. Sie basiert einerseits weiterhin auf dem Magnetstreifen und andererseits bereits auf dem Chip. Heute sind bereits viele Bargeldbezugskarten – wie die deutschen und österreichischen Maestro-Karten (eurocheque- und Bankomat-Karten) – mit einem EMV-fähigen Chip versehen. In Hinblick auf die geplante Realisierung von EMV – den Chip-Spezifikationen für alle MasterCard- und Visa-Produkte sowie für alle MasterCard- und Visa-Produkte akzeptierende Terminals – kann man davon ausgehen, dass in fünf Jahren nahezu alle Bargeldbezugskarten zusätzlich zum Magnetstreifen mit einem Chip ausgestattet sein werden (Hybridkarten) und bei der Anwendung der Technologie ein Trend vom Magnetstreifen zum Chip zu verzeichnen sein wird. Durch die Chiptechnologie kann den Geldausgabeautomaten eine Funktion hinzugefügt werden: Sie dienen dann nicht nur der Bargeldausgabe, sondern können auch die Ladung von Elektronischen Geldbörsen übernehmen. VerbreitungWeltweit sind heute etwa 1,7 Millionen Geldausgabeautomaten in Betrieb. Bis Ende der 1960er Jahre gab es aufgrund der geringen Stückanzahl keine Aufzeichnungen über die Zahl der eingesetzten Geldausgabeautomaten. Von Anfang bis Ende der 1970er Jahre stieg die Anzahl der Geldausgabeautomaten weltweit moderat an, ab Anfang der 1980er Jahre wurde die Entwicklung zunehmend dynamischer. Die Geldausgabeautomaten sind, wenn man die Welt – wie es die internationalen Zahlungsverkehrssysteme tun – in sechs Regionen aufteilt, äußerst unterschiedlich platziert. Bei drei Regionen, den USA, Kanada und Europa, handelt es sich um weitgehend saturierte Märkte (hohe Geldausgabeautomatendichte je Million Einwohner). Trotz der größten Anzahl von Geldausgabeautomaten gibt es in der Region Asien/Pazifik sowie auch in Lateinamerika noch einen gewissen Nachholbedarf. Für Geldausgabeautomaten ein noch weitgehend unerschlossener Markt ist die Region Naher Osten/Afrika. Diese Aufteilung erklärt auch die in den letzten Jahren etwas reduzierte Dynamik an neu aufgestellten Geldausgabeautomaten. In den entwickelteren Ländern ist bereits eine hohe Dichte an Geldausgabeautomaten, insbesondere an Standorten mit (potentiell) hoher Frequenz, gegeben. Aber auch in diesen Ländern stagniert die Zahl der Geldausgabeautomaten nicht, sondern steigt weiter an, da auch Plätze mit Geldausgabeautomaten ausgestattet werden, die bislang nicht dafür in Frage gekommen sind, jedoch bedingt durch sinkende Hardwarepreise und dem Trend zu umfassendem Kundenservice dort Geldausgabeautomaten nunmehr realisiert werden. Ein künftiges weiteres Wachstum der Geldausgabeautomaten wird aus den noch nicht so entwickelten Ländern kommen, die bislang keine oder kaum eine Infrastruktur für Geldausgabeautomaten aufgebaut haben. HandhabungDer Bargeldbezug an Geldausgabeautomaten verläuft typischerweise wie folgt:
Die Vorgänge können durch Betätigung der „Abbruch“-Taste unterbrochen werden. Wird das Geld nicht innerhalb einer Sekundenfrist entnommen, wird es zur Eigentumssicherung einbehalten. Der Betreiber des Geldausgabeautomaten ist für die Funktionsvielfalt (und Schrittfolge) auf dem Endgerät verantwortlich. Typische (meist landesspezifische) weitere Funktionen sind Sprachauswahl, Quittungsdruck, Kontoauszug, Kontoüberweisung, Aufladen der Elektronischen Geldbörse, Aufladen von Guthabenkarten für Mobiltelefone, usw. Die konkrete Nutzung von Geldausgabeautomaten durch Bankkunden ist je nach Land insbesondere von der Dichte der Geldausgabeautomaten (je dichter, desto häufigere Nutzung), der Anzahl der ausgegebenen Karten mit einer Bargeldbezugsfazilität und der Tourismusintensität abhängig, wobei diese Nutzung an Geldausgabeautomaten an der Außenfront von Banken („Through-the-Wall ATMs”), im (meist rund um die Uhr zugänglichen) Foyer von Banken („Lobby ATMs”), in den Innenräumen der Banken („Indoor ATMs”), an (meist hochfrequentierten) Standorten außerhalb von Banken („Off-Premises ATMs”) oder an speziellen Autoschaltern („Drive-through ATMs”) erfolgen kann. Die Akzeptanz des Bargeldbezugs an Geldausgabeautomaten wird von ihrem Nutzen für die Bankkunden bestimmt, der heute unbestritten ist. Die Verfügbarkeit von Geldausgabeautomaten ist für alle von Vorteil. Neben der ureigenen Funktion, der zeitlichen Verbesserung des Bankservices durch Bargeldabhebungsmöglichkeiten rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche, erfüllen heute Geldausgabeautomaten noch weitere Zwecke. Sie reduzieren die Personal- und Verwaltungskosten für Bargeldauszahlungen, da Bargeldbezüge am Geldausgabeautomaten nur einen Bruchteil der Kosten einer manuellen Auszahlung durch Mitarbeiter an der Kasse verursachen, sie entlasten die Bankmitarbeiter von Routinetätigkeiten, womit zusätzlich Kapazitäten in der Kundenberatung zur Verfügung stehen, minimieren das Fehlerrisiko durch Wegfall des „Faktor Mensch“ und sie entschärfen die Diskussion um die Öffnungszeiten der Banken. Darüber hinaus verbessern sie das Bankservice räumlich durch Bargeldabhebungsmöglichkeiten über die Geldausgabeautomaten des eigenen Institutes hinaus. Dies war durch die Zulassung von Kunden anderer Kreditinstitute zusätzlich zu den eigenen Kunden möglich. War es anfangs nur möglich, die Geldausgabeautomaten mit bankeigenen Karten bzw. regionalen oder nationalen Kartensysteme zu nutzen, wurden aufgrund des Kundenbedarfs bald auch die Karten der großen Zahlungsverkehrsorganisationen MasterCard (MasterCard, Maestro, Cirrus) und Visa (Visa, VisaElektron, VisaPlus) an den Geldausgabeautomaten akzeptiert. Heute akzeptieren über die Hälfte der Geldausgabeautomaten die Karten dieser globalen Zahlungssysteme. Dies hat dazu geführt, dass die Nutzung der Geldausgabeautomaten zugenommen hat, da der Inhaber derartiger Karten davon ausgehen kann, dass er überall, wo er einen Geldausgabeautomaten sieht, ihn auch nutzen kann. Angriffe gegen GeldautomatenTypische kriminelle Angriffe gegen Geldautomaten sind:
Geldautomat (Deutschland)
In Deutschland wurde der erste Geldautomat am 28. Mai 1968 von der Kreissparkasse Tübingen in Betrieb genommen. Zum Zugriff benötigten ausgewählte Kunden einen Doppelbartschlüssel für den Tresor, eine Identifikationskarte aus Plastik und jeweils eine Lochkarte für die Anforderung einer 100-DM-Banknote[5]. Der erste Online-Geldautomat moderner Bauart wurde schließlich am 9. Februar 1977 von der Stadtsparkasse München in Betrieb genommen[6]. Heute bestehen Zusammenschlüsse mehrerer Kreditinstitute, die ihren Kunden deutschlandweit das kostenlose Abheben von Bargeld an den Bankautomaten der Mitgliedsbanken ermöglichen. Bei Abhebungen an „fremden“ Geldautomaten werden Gebühren fällig, deren Höhe das jeweile Geldinstitut festlegt. Mit 4–5 Euro liegen diese Gebühren im internationalen Vergleich sehr hoch. Neben der Sparkassen-Finanzgruppe mit mehr als 24.600 Geldautomaten und den Volks- und Raiffeisenbanken mit etwa 18.000 Geldautomaten sind viele private Kreditinstitute in der Cash Group (u. a. Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, Dresdner Bank und Deutsche Postbank mit etwa 7.000 Geldautomaten) und dem CashPool (etwa 2.500 Geldautomaten an 1.780 Adressen) zusammengeschlossen. Im Ausland können Kunden einzelner Mitgliedsbanken die Geldautomaten von Kooperationspartnern oder Auslandsfilialen meist ebenfalls kostenlos nutzen. In der DDR wurden 1983 eine Geldkarte und Geldautomaten eingeführt. Ende 1989 gab es ca. 300 Geldautomaten, vor allem in den Bezirksstädten und Berlin. Diese wurden jedoch im Zuge der Währungsunion bis Ende 1991 außer Dienst gestellt. Bankomat (Österreich)In Österreich gibt es zusätzlich zum Bankomat-System das Bankomat-Kassen-System aus POS-Terminals, an dem mit allen in- und ausländischen Maestro-Karten mit PIN, mit allen in- und ausländischen Kreditkarten mit Unterschrift und mit Quick, der österreichischen Elektronischen Geldbörse, ohne PIN und ohne Unterschrift bezahlt werden kann. Geldausgabeautomatensystem in ÖsterreichAm 8. September 1980 wurde für Kunden österreichischer Geldinstitute der Bankomat-Service eingeführt. In der Folge setzte sich dieser Service immer mehr durch. Seit der Einführung des Bankomat-Services in Österreich im Jahr 1980 gab es bis Ende 2003 mehr als 1,1 Milliarden Abhebungen mit einem Betragsvolumen von knapp 170 Milliarden Euro. Wie Marktforschungen zeigen, können sich heute die meisten Österreicher ihr Leben ohne Bankomaten nur mehr schwer vorstellen, und die Bankomaten sind aus Österreichs Städten und Dörfern nicht mehr wegzudenken. Im Gegensatz zu den meisten Nachbarländern berechnen österreichische Banken keine Gebühren für Abhebungen an Bankomaten einer „fremden“ Bank. Gemeinsame VorgangsweiseWie in anderen Ländern auch, wurden die Bankomaten zu Beginn der siebziger Jahre nur zögerlich akzeptiert, da es kein gemeinsames Automatensystem der österreichischen Banken gab und die Geräte äußerst hohe Kosten verursachten. Ein gemeinsames österreichisches Geldausgabeautomatensystem für alle daran beteiligten Parteien (Kunden = Inhaber von Bargeldbezugskarten, Geldinstitute mit installierten Geldausgabeautomaten = Bankomat-Standortbanken/Aktivbanken, Geldinstitute mit ausgegebenen Bargeldbezugskarten = Passivbanken) erschien somit optimal. 1978 wurde die GABE Geldausgabeautomaten Service-Gesellschaft mbH gegründet. An ihr waren zehn österreichische Geldinstitute beteiligt, wobei die dezentralen Sektoren durch ihre Spitzeninstitute vertreten waren. Zweck dieser Gesellschaft war die Konzipierung und später die Errichtung und Wartung eines gesamtösterreichischen Netzes von Geldausgabeautomaten. Sie hat ihre Funktion bis 1993 wahrgenommen und ist dann in der Europay Austria Zahlungsverkehrssysteme GmbH aufgegangen. Am 8. September 1980 ging das System mit dem ersten Bankomaten in Betrieb. Insgesamt ist Österreich eines der mit Geldausgabeautomaten bestversorgten Länder der Welt. Bei rund 7.500 Automaten und acht Millionen Einwohnern gibt es 937 Geldausgabeautomaten pro 1 Million Einwohner. Angepasstes SystemkonzeptDie Teilnahme am österreichischen Geldausgabeautomatensystem – Bankomat-Service genannt – steht jedem Geldinstitut sowohl als Emittenten von bezugsberechtigten Debitkarten als auch als Betreiber von Geldausgabeautomaten offen und ist unabhängig von einer Beteiligung an der Systembetreiber-Gesellschaft. Als Bargeldbezugskarte diente vorerst ausschließlich die nur zu diesem Zweck ausgegebene Bankomat-Karte. Aufgrund der guten Akzeptanz des Bankomat-Services und der großen Anzahl emittierter eurocheque-Karten wurde Ende 1983 die Bankomat-Funktion auch auf die eurocheque-Karte gebracht. 1990 wurden an den Bankomaten erstmals ausländische eurocheque- und Bankkundenkarten mit dem ec-Piktogramm zugelassen. In den Jahren danach folgten MasterCard- und Visa-Kreditkarten, die Bargeldbezugskarten von Cirrus und die Debitkarten von Maestro, die Bargeldbezugskarten von Plus sowie die Kreditkarten von Diners Club und American Express. AbwicklungCodeDer Bargeldbezug erfolgt in Österreich wie auch in aller Welt weitgehend einheitlich, wobei dem Code (auch PIN – Persönliche Identifizierungsnummer – genannt) besondere Bedeutung beikommt. Deshalb soll die Codeeingabe ähnlich wie bei der Lösungswortangabe bei einem Sparbuch durch Körper- und Handabdeckung so erfolgen, dass von niemandem Einsicht genommen werden kann. In Österreich ist der Code vierstellig, vergleichsweise bei internationalen Kreditkarten meist sechsstellig. Wenn mit österreichischen Maestro-Karten der Code an Bankomaten drei mal hintereinander falsch eingegeben wird, kommt ein Hinweis, dass die Karte beim vierten Mal zur Sicherheit des Kunden eingezogen wird. Sollte der Code dann ein weiteres Mal falsch eingegeben werden, kommt es zum Einzug der Karte. Die eingezogene Karte kommt zu First Data Austria (FDA, früher Europay Austria), wo die Funktionsfähigkeit der Karte wieder hergestellt wird. Anschließend wird die Karte der kontoführenden Hausbank übermittelt. Die Verifikation des Codes von ausländischen Debitkarten, von Kredit- und Bargeldbezugskarten erfolgt nach den Richtlinien der kartenausgebenden Bank bzw. der entsprechenden Zahlungsverkehrsorganisationen. Gleiches gilt für die Maßnahmen bei mehrfacher Fehleingabe. BargeldbezugshöheDie maximale Bargeldbezugshöhe für österreichische Maestro-Karten beträgt heute 400 Euro pro Transaktion. Wieviel jedoch tatsächlich abgehoben werden kann hängt davon ab, ob der initiierte Bargeldbezug von Europay Austria im Auftrag der kartenausgebenden Bank mittels fixen oder flexiblen Tages- bzw. Wochenlimits autorisiert wird oder von Europay Austria an das Rechenzentrum der kartenausgebenden Bank übermittelt und von dieser autorisiert wird. Für ausländische Maestro-Karten, MasterCard-, Visa-, American Express- und Diners Club-Kreditkarten sowie Cirrus- und Plus-Bargeldbezugskarten gilt ebenso ein Limit von 400 Euro pro Transaktion. Die Anzahl der Transaktionen hängt von den Kundenrichtlinien der kartenausgebenden Bank bzw. den Richtlinien der entsprechenden Zahlungsverkehrsorganisation ab. Seltene ReklamationenDie Verfügbarkeit der Bankomaten ist über 98 Prozent, was bedeutet, dass die Karteninhaber nahezu immer und überall auf betriebsbereite und funktionstüchtige Geldausgabeautomaten stoßen. Ausfälle sind entweder auf „leere“ Bankomaten oder vereinzelt auf technische Defekte der Geräte zurückzuführen. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass pro einer Million Bankomat-Transaktionen in rund 13 Fällen vom Karteninhaber eine Aufklärung verlangt wird. Nach entsprechender Kommunikation erledigen sich 75 bis 80 Prozent dieser Verlangen sofort zur Zufriedenheit des Karteninhabers. Lediglich 20 bis 25 Prozent dieser Fälle, das sind rund drei Fälle pro einer Million Bankomat-Transaktionen, müssen als Reklamationen betrachtet und entsprechend weiterverfolgt werden, womit sich eine Reklamationsquote von 0,0003 Prozent ergibt. Weitere FunktionenBei Bankomaten kann man seit 1996 auch Quick, die österreichische Elektronische Geldbörse, aufladen. Seit Mai 2004 ist es zusätzlich möglich, die Wertkarten der vier größten Mobiltelefonbetreiber aufzuladen: A1 (B-Free), T-Mobile (Klax), One (Take One) und Telering (Twist). Internationale KooperationenIm Jahr 2002 gründeten fünf der weltweit führenden Banken – nämlich die Bank of America, Barclays, Deutsche Bank, Scotiabank and Westpac – die Global ATM Alliance, um ihren Kunden die gebührenfreie Abhebung an Geldautomaten der jeweiligen Partnerbanken zu ermöglichen. Mittlerweile kamen weitere Mitglieder hinzu: BNP Paribas, Banco Santander und China Construction Bank (China). Hersteller von GeldautomatenDie weltweit größten Hersteller von Geldautomaten:
Siehe auchWeblinksQuellen
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