|
Article on other languages:
|
Genetische Algorithmen (GA) sind Algorithmen, die auch nicht analytisch lösbare Probleme behandeln können, indem sie wiederholt verschiedene „Lösungsvorschläge“ generieren, dabei verändern sowie miteinander kombinieren und einer Auslese unterziehen, so dass diese Lösungsvorschläge den gestellten Anforderungen immer besser entsprechen. Genauer sind GA heuristische Optimierungsverfahren und gehören zu den Evolutionären Algorithmen. Sie werden vor allem für Probleme eingesetzt, für die eine geschlossene Lösung nicht oder nicht effizient berechnet werden kann, und stehen in Konkurrenz zu klassischen Suchstrategien wie dem A*-Algorithmus, der Tabu-Suche oder dem Gradientenverfahren.
DefinitionDie Grundidee genetischer Algorithmen ist, ähnlich der biologischen Evolution, eine Menge (Population) von Lösungskandidaten (Individuen) zufällig zu erzeugen und diejenigen auszuwählen, die einem bestimmten Gütekriterium am besten entsprechen (Auslese). Deren Eigenschaften (Parameterwerte) werden dann leicht verändert und miteinander kombiniert (Rekombination), um eine neue Population von Lösungskandidaten (eine neue Generation) zu erzeugen. Auf diese wird wiederum die Auslese und Rekombination angewandt. Das wird viele Male wiederholt. Im Gegensatz zur Genetischen Programmierung ist das Verfahren der Genetischen Algorithmen recht unflexibel, da meist nur die Parameter einer Gleichung oder eines in anderer Form vorgegebenen strukturierten Lösungsansatzes optimiert werden, anstatt jedes Individuum als eigenständiges Programm zu interpretieren. Einige Anwendungsgebiete
Praktisches VorgehenDer typische GA umfasst die folgenden Schritte:
Im Allgemeinen unterscheidet man zwei Typen von genetischen Algorithmen:
Eine theoretische Untersuchung des Konvergenzverhaltens liefert der Schemasatz von John H. Holland. Beispiele„Festlegungen“ eines konkreten genetischen Algorithmus:
G0 = (18, − 3,5,9,8) und G1 = (14,13,33,2,15) sowie p = 2, dann ist das Kind-Genom Gc = (18, − 3,33,2,15).
Lässt man diesen genetischen Algorithmus laufen, so wird man nach etwa 70 Generationen ein Ergebnis (a,b,c,d,e) haben, für das gilt: a = b = c = d = e. Dieses Ergebnis ist in diesem konkreten Fall optimal. Man sieht, dass es viele gleichwertige Ergebnisse geben kann, so z. B. (4,4,4,4,4) oder ( − 21, − 21, − 21, − 21, − 21). Mutation binärer ZahlenEine Mutation von binären Zahlen ist im Kontext eines genetischen Algorithmus eine spezielle Mutation, die für Genome ausgelegt ist, die selbst eine binäre Zahl sind. Bevorzugung der niederwertigeren Bits Eine Variante von Mutation von binären Zahlen ist folgendes Verfahren:
Ein Beispiel zur Veranschaulichung - eine Mutation einer 8-Bit-Zahl:
Dieses Verfahren funktioniert auch bei Gleitkommazahlen, wenn diese als Zahl ohne Exponenten-Information geschrieben wird (also 1100110000,00 statt Eine falsche Wahl der Mutationswahrscheinlichkeiten kann dazu führen, dass immer nur niederwertigen Stellen modifiziert werden, sodass die Mutationen letztendlich gar keinen nennenswerten Einfluss auf die Individuen oder den von ihnen abhängige Fitness-Funktions-Wert haben. VorteileGenetische Algorithmen sind die schnellsten evolutionären Optimierungsverfahren, da die Individuen als diskrete Zahlenwerte in Binärform dargestellt werden und somit perfekt auf die aktuellen Rechnerplattformen zugeschnitten sind. Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Individuen bietet zudem den Vorteil, hochgradig parallelisierbar zu sein. Auch sind Genetische Algorithmen die einfachsten evolutionären Optimierungsverfahren, somit sind sie schnell zu implementieren und auf neue Probleme anzupassen. NachteileEin wichtiger Nachteil von allen evolutionären Optimierungsverfahren ist die Problematik, dass man nicht weiß, ob das erhaltene Ergebnis das Optimum der Fitnessfunktion darstellt. Es ist in der Praxis sehr schwer, geeignete Rekombinations- und Mutationsoperatoren zu finden, die für das Optimierungsproblem geeignet sind. Daher werden oft allgemeine Operatoren verwendet, welches zu einer längeren Laufzeit des Algorithmus führt. Siehe auchLiteratur
Weblinks
|
This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.
Mercedes Car
This site monitored by SitePinger.net