HYTAS

HYTAS (Hybrides Teilnehmer Anschlusssystem) ist eine 1994 von ke Kommunikation-Elektronik entwickelte Technik zur Realisierung von Telefonanschlüssen auf Basis aktiver optischer Komponenten.

Das System wird nach Herstellerangaben weltweit in mehreren Ländern eingesetzt und ist Bestandteil des ISIS-Konzeptes (Integriertes System zur Bereitstellung von Netzinfrastruktur auf optischer Basis) der Deutschen Telekom. Im Gegensatz zu passiven optischen Netzwerken verwendet HYTAS aktive Komponenten.

HYTAS verfügt eine V5-Schnittstelle zur direkten Anbindung an die Vermittlungstechnik (zum Beispiel EWSD oder S12) und wird über das Netzmanagementsystem KENOS NMS administriert.

Im Wesentlichen implementiert HYTAS eine Netzwerkstruktur, wie sie 1991 vom damaligen Vorstand für Technik und Netze der Deutschen Bundespost TELEKOM vorgeschlagen wurde[1].

Inhaltsverzeichnis

Komponentenüberblick

Quelle: [2]

Optical Line Termination (OLT)

Vermittlungsseitiger Netzabschluss Der OLT besteht aus:

  • TU2M und TUSig zur Anbindung der Vermittlungstechnik über V5-Schnittstelle
    • Alternativ können auch Channelbanks (CHB) für Festverbindungen eingesetzt werden
  • Crossconnect (CC) zur freien Verschaltung der von B-Kanal und D-Kanal der ISDN-Verbindungen mit einer Kapazität von 1664 x 64 kbit/s
  • Optischer Multiplexer, Transmitter und Receiver (OMTR) Baugruppen, die jeweils bis zu 144Mbit/s optisch zum OLD transportieren
    • Alternativ können auch EMTR Baugruppen verwendet werden, die elektrisch transportieren
    • Alternativ können auch OMTR4 Baugruppen verwendet werden, die 557 Mbit/s transportieren
  • Eine System Management Unit (SMU), die das System mit dem KENOS NMS verbindet und die Baugruppen im OLT verwaltet

Optical Line Divisor (OLD)

Teilt das ankommende 140-Mbit/s-Signal in 34-Mbit/s-Datenströme auf und verteilt es an die ONUs beziehungsweise ONTs

Optical Network Unit (ONU)

Nicht bei FTTD.

Die ONU terminiert den 34-Mbit/s-Datenstrom vom OLD, teilt diesen in 2-Mbit/s-Datenströme auf und verteilt diese über einen Bus an die integrierten Teilnehmerbaugruppen

Optical Network Terminal (ONT)

Nur bei FTTD.

Terminiert den 34-Mbit/s-Datenstrom vom OLD und setzt diesen auf mehrere 2-Mbit/s-Busse (auf HDSL-Basis, zwei Doppeladern) um, an den die SUs angeschlossen werden

Service Unit (SU)

Nur bei FTTD.

Stellt die Teilnehmerschnittstellen bereit: UK0-Schnittstelle für ISDN-Basisanschluss, S0-Schnittstelle für ISDN-Basisanschluss ohne NTBA, S2M-Schnittstelle für ISDN-Primärmultiplexanschluss und ab-Schnittstelle für analogen Telefonanschluss. Abhängig vom Typ und Anschluss können je SU ein bis acht Teilnehmer angeschlossen werden. Die Service Units werden vom ONT ferngespeist.

Varianten

In Deutschland existieren auf Basis des ISIS-Konzeptes der Telekom zwei unterschiedliche HYTAS-Varianten.

HYTAS-Indoor

Die HYTAS-Komponenten (OLT, ONU) befinden sich ausschließlich innerhalb der lokalen Vermittlungsstelle und ersetzten einen Teil oder eine gesamte Abgesetzte periphere Einheit (APE). Dies stellt dem ISIS-Konzept nach eine Vorstufe des Outdoor-Ausbaus dar.

HYTAS-Outdoor

HYTAS-Outdoor mit drei verschiedenen Ausbaustufen:

Die Glasfaseranbindung reicht bis zum Kabelverzweiger (KVz). In diesem befindet sich die ONU, die die Teilnehmerschnittstellen bereitstellt.

  • FTTD - Fibre to the Door (Glasfaser bis ans Haus)

Die Glasfaseranbindung reicht bis wenige Meter ans Haus. Dort befindet ein in die Straße eingelassener Behälter, in dem sich der ONT befindet, welcher bis zu 16 HYTAS-Busse bereitstellt.

  • FTTB - Fibre to the Building (Glasfaser bis ins Haus)

Diese Variante ist in Deutschland seltener anzutreffen und grundsätzlich mit dem FTTC-Ausbau vergleichbar. Die ONU befindet sich in diesem Fall in einem Technikschrank im Haus.

Probleme der Technik

  • DSL-Versorgung
DSL ist bei der Outdoor-Variante in vielen Fällen nicht verfügbar. Seit einiger Zeit stattet die Telekom jedoch beim FTTC-Ausbau bestimmte Kabelverzweiger mit Outdoor-DSLAMs aus, sofern es für das Unternehmen wirtschaftlich erscheint.
  • Geringe Bandbreiten
Innerhalb des HYTAS-Netzes kommt es in vielen Anschlussbereichen zu Bandbreitenengpässen, da HYTAS technisch auf der Plesiochronen Digitalen Hierarchie (PDH) basiert.

Diese Probleme treten überwiegend bei älteren Versionen des Systems auf. Die Telekom geht in einigen Regionen dazu über, HYTAS gegen andere Techniken anderer Hersteller auszutauschen, um diese Probleme abzustellen.

Bereits 1997 wurde der Breitband-OLT (BOLT) beworben[3], der durch die Integration zusätzlicher vermittlungsseitiger SDH Schnittstellen bis zu 442 2-Mbit/s Schnittstellen bereitstellen sollte. Im Rahmen der Übernahme von ke Kommunikation-Elektronik durch Alcatel wurde die Weiterentwicklung von HYTAS und damit auch des BOLT gestoppt, da Alcatel eigene konkurrierende Technik zum Netzausbau anbieten wollte.

Quellen

  1. Gerd Tenzer: Glasfaser bis zum Haus / Fibre to the home Decker R. Von, 1991. ISBN 978-3-7685-0891-9
  2. ke Kommunikations-Elektronik: HYbrides Teilnehmer Anschluß System. Nicht datierte Publikation des Herstellers.
  3. ke Kommunikations-Elektronik: Mehr Kapazität für breitbandige Verbindungen im HYTAS-Netz. Mai 1997

Weblinks

Siehe auch

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