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Japanisch (jap. 日本語 nihongo) ist die Amtssprache Japans.
VerbreitungMit etwa 127 Mio. Sprechern und einem Anteil von 2,4 % an der Weltbevölkerung steht Japanisch in der Liste der am häufigsten gesprochenen Sprachen auf Platz 9. Außerhalb Japans wird es hauptsächlich in den USA (ca. 200.000 Sprecher auf dem nordamerikanischen Festland, ca. 220.000 Sprecher auf Hawaii) und in Südamerika (ca. 380.000 Sprecher, vor allem in Brasilien) gesprochen. Dies ist vor allem auf drei große Auswanderungswellen von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 20. Jahrhunderts zurückzuführen. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. 4,9 % aller Webseiten auf Japanisch sind (Platz 4 hinter Englisch, Deutsch und Französisch). Trotz dieses hohen Anteils an Sprechern zählt Japanisch nicht als Weltsprache, da die 127 Millionen Sprecher ausnahmslos Muttersprachler sind (Vergleich: Deutsche Muttersprachler: 105 Millionen, Zweitsprachler aber bis zu 80 Millionen), die japanische Sprache also relativ zu den anderen Weltsprachen wenige Zweitsprachler hat und die japanische Sprache lokal auf Japan begrenzt bleibt. Herkunft und EinordnungDer Ursprung und die Einordnung der japanischen Sprache ist bis heute unter den Forschern umstritten. Eindeutig nachgewiesen ist nur die Verwandtschaft zwischen Japanisch und den auf den Ryūkyū-Inseln gesprochenen Ryūkyū-Sprachen, die von manchen Sprachwissenschaftlern auch als Dialekte des Japanischen klassifiziert werden. Das erste Problem ist, dass das älteste erhaltene japanische Schriftzeugnis, das Kojiki, erst aus dem 8. Jahrhundert nach Christus stammt d. h. etwa aus der Zeit der frühesten altaischen Schriftzeugnisse (Orchon-Runen, Kitan-Schrift). Alle Erkenntnisse über die japanische Sprachgeschichte vor diesem Zeitpunkt sind daher linguistische Rekonstruktionen oder Übertragungen aus archäologischen oder genetischen Untersuchungen. Das zweite Problem ist, dass das Japanische zwar phonetisch, morphologisch und syntaktisch auffallende Ähnlichkeiten zum Koreanischen und zu den altaischen Sprachen (einzig die nordtungusischen Sprachen verhalten sich syntaktisch anders) besitzt. Dabei weist Altjapanisch aber auf dem Gebiet der Morphologie und Phonetik neben den Gemeinsamkeiten (auch mit dem Alttürkischen als westlichste und frühest inschriftlich belegte altaische Sprache) auch Eigenheiten auf. Dies lässt zwar einige Linguisten grundsätzlich an der genetischen Verwandtschaft zweifeln. Allerdings werden von den meisten Altaizisten die koreanische und japanische Sprache als frühere Abspaltungen von einer gemeinsamen Protosprache (Makro-Altaisch) aufgefasst als die spätere Aufspaltung des Altaischen in die turkischen, mongolischen und tungusischen Sprachen. Alle diese Sprachen haben als wichtigstes gemeinsames Merkmal, dass sie agglutinierende Sprachen sind. Genetisch sind die Japaner die Nachkommen zweier unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, die beide zu unterschiedlichen Zeiten über die koreanische Halbinsel nach Japan einwanderten, der Jōmon-Bevölkerung aus der Jōmon-Zeit ab etwa dem 10. Jahrtausend vor Christus und der Yayoi-Bevölkerung aus der Yayoi-Zeit etwa ab dem 9. Jahrhundert vor Christus. Beide Gruppen haben sich genetisch und sehr wahrscheinlich auch sprachlich vermischt. Über die Sprache der Jōmon-Bevölkerung gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, da weder Schriftzeugnisse noch Sprecher erhalten sind und völlig unklar ist, welche Elemente dieser Sprache sich im modernen Japanisch, in den Ryūkyū-Sprachen oder der Ainu-Sprache erhalten haben. Vorgeschlagene Theorien bringen diese Sprache unter anderem mit der Ainu-Sprache, aber auch mit austronesischen Sprachen in Verbindung. Die Yayoi-Sprache ist besser belegt, in einer Studie hat Riley (2003) Proto-Japanisch und die Sprache des historischen koreanischen Staates Goguryeo rekonstruiert und eine Verwandtschaft festgestellt. Eine Hypothese besagt nun, dass die Sprachen der damals mit japanischen Staaten politisch verbündeten koreanischen Staaten Gaya und Baekje noch nähere Verwandtschaft zeigten, allerdings sind dazu noch nicht ausreichend Belege vorhanden. Der Bruch zwischen Japanisch und Koreanisch fand dann spätestens im 7. Jahrhundert nach Christus statt, als der koreanische Staat Silla die anderen Königreiche auf der Halbinsel besiegte und damit auch seine Sprache durchsetzte, während sich in Japan in der Asuka-Zeit eine eigenständige Kultur zu entwickeln begann. Durch die heutigen politischen Unterschiede zwischen Japan und den beiden Korea (Nordkorea, Südkorea) ist die Frage nach der Verwandtschaft der beiden Sprachen allerdings nicht nur ein linguistischer, sondern auch ein politischer Streitpunkt, weswegen japanische und koreanische Quellen zum Thema oft gefärbt sind. Die Sprache der Ainu, der Ureinwohner von Hokkaidō, ist dagegen weder mit dem Japanischen noch mit einer anderen bekannten Sprache verwandt und wird daher mit anderen isolierten Sprachen der Region zu den paläosibirischen Sprachen gerechnet. Einige Hypothesen ordnen die japanische Sprache auf Grund oberflächlicher Ähnlichkeiten anderen Sprachfamilien zu, so ist die Phonetik des modernen Japanisch ähnlich den austronesischen Sprachen, während die Syntax auch Ähnlichkeiten zu dravidischen Sprachen zeigt. Beide Hypothesen sind allerdings nicht durch genetische oder kulturhistorische Belege untermauert. Ebenfalls als überholt gilt die Einordnung des Japanischen als isolierte Sprache. SprachstufenDie Japanische Sprache kann in 5 Sprachstufen eingeteilt werden:
SprachaufbauDie japanische Sprache ist weitgehend eigenständig entstanden. Zwar entspricht ihre Grammatik dem Altaischen (Agglutination, Wortstellung), die Aussprache ist jedoch typisch austronesisch (wenig Konsonantenverdoppelungen, nur ein stimmhafter Endkonsonant „-n“). Altaische Ausspracheelemente wie die Vokalharmonie wurden im Laufe der Zeit immer mehr zurückgedrängt. Eine Besonderheit stellen die zahlreichen strukturellen Gemeinsamkeiten zwischen dem Koreanischen und dem Japanischen dar. Diese beiden Sprachen haben oft bis auf das Partikel Übereinstimmungen in der Bildung einer grammatischen Struktur oder Folge von Partikeln etc., jedoch so gut wie keine Gemeinsamkeiten im Wortschatz, von einigen landwirtschaftlichen Begriffen oder chinesischen Lehnwörtern abgesehen. Gerade dies verdeutlicht noch einmal die Schwierigkeit, das Japanische einer Sprachgruppe zuzuordnen. Das japanische Schriftsystem verwendet die chinesischen Schriftzeichen (Kanji) sowie zwei davon abgeleitete Silbenschriften (Kana), Hiragana (für den indigenen Wortschatz) und Katakana (für neuere Lehnwörter). Mit der Schrift wurden auch viele chinesische Begriffe ins Japanische übernommen. Doch in Aussprache und Grammatik unterscheiden sich Japanisch und Chinesisch grundlegend: Anders als die chinesischen Sprachen ist das Japanische keine Tonsprache und kennt auch weniger Konsonanten. Daher ist sein Silbenvorrat mit rund 150 Silben im Vergleich zu den (unter Berücksichtigung der Töne) rund 1600 des Chinesischen viel geringer. In der Grammatik ist Japanisch, im Gegensatz zu den isolierenden chinesischen Sprachen, eine agglutinierende Sprache, besitzt also eine Vielzahl von grammatischen Suffixen – so genannten Partikeln und Funktionalnomina –, die eine vergleichbare Funktion wie die Flexionen, Präpositionen und Konjunktionen der europäischen Sprachen haben. Noch im heutigen Japanisch werden „altjapanische“ und chinesische Elemente voneinander abgegrenzt. Bei den Schriftzeichen wird zwischen 音読み (On-yomi) und 訓読み (Kun-yomi) unterschieden. On-yomi ist die sinojapanische Lesung, eine Übertragung der chinesischen Lesung (meist aus der Sung- oder Tang-Zeit) in den Lautvorrat des Japanischen, bei der Kun-yomi wurde ein „urjapanisches“ Wort mit der Bedeutung des Schriftzeichens verbunden. Einige Lautfiguren finden sich nur in jeweils einem der beiden Bereiche. Aus dem Chinesischen stammende japanische Verben und Adjektive, die wie alle chinesischen Wörter nicht flektierbar sind, funktionieren auch grammatikalisch anders als ihre flektierbaren „urjapanischen“ Gegenstücke. PhonologieVokaleIm Japanischen werden die fünf Vokalphoneme /a, i, u, e, o/ unterschieden. /a/ wird als [a] oder [ɑ], /e/ als [e] oder [ɛ], /o/ als [o] oder [ɔ], /u/ als [ɯ] und /i/ als [i] realisiert. Das japanische /u/ ist die ungerundete „Variante“ des deutschen u und klingt wie ein Mittelding zwischen deutschen u und ü. /e/ und /o/ werden tendenziell als kurze Vokale offen, als lange geschlossen ausgesprochen. Langvokale und Diphthonge können als zwei aufeinander folgende Vokale betrachtet werden. Bei vorangehendem Vokal tendieren /i/ und /u/ dazu, schwächer als [j] und [w] artikuliert zu werden. Diese beiden Phoneme werden zwischen stimmlosen Konsonanten oder am Wortende oft völlig abgeschwächt, so dass dort devokalisierte (stumme) Vokale [i̥] und [ɯ̥] realisiert werden. So wird z. B. しています (/shite imasu/: „tut gerade“) als [ɕi̥teimasɯ̥] oder sogar [ɕi̥temasɯ̥] realisiert. Die beiden Halbvokale [j] und [w] sind in ihrer Verteilung eingeschränkt. [j] kommt nur vor /a,u,o/ vor, [w] nur vor a, weshalb es im heutigen Japanischen auch nur noch für diese Halbvokal-Vokalverbindungen entsprechende Kanazeichen gibt: や[ja], ゆ[ju], よ[jo] und わ[wa]. Die Kana を, die eigentlich für [wo] steht, wird im modernen Standardjapanisch immer als [o] realisiert und nur noch für die Akkusativpartikel -o benutzt. Nur in modernen, meist aus dem Englischen entlehnten Fremdwörtern kann [j] auch vor e und [w] auch vor e, i und u vorkommen. KonsonantenDas Japanische besitzt folgende Konsonanten
Einige der Konsonanten bilden Allophone wie in der folgenden Tabelle beschrieben.
Die Allophone zum Phonem /n/ beziehen sich auf den mit der Kana ん geschriebenen Silbenschlussnasal. Das mit den Kana aus der n-Reihe geschriebene n kann die genannten Umgebungsbedingungen nicht erfüllen und wird immer [n] realisiert. Silbenstruktur bzw. MorenJapanische Wörter lassen sich in jeweils gleich lange Einheiten, sog. Moren, aufteilen. Jede Mora besteht aus einem Vokal, einem Halbvokal(=y)+Vokal, einem Konsonanten+Vokal oder einem Konsonanten+Halbvokal+Vokal. Eine Ausnahme bilden der Silbenschlussnasal ん (der als einzelne Mora zählt) und Doppelkonsonanten. In den japanischen Silbenschriften (Hiragana und Katakana) wird jede Mora durch ein Zeichen dargestellt:
In der Tabelle sind die Moren einer Reihe immer mit dem selben Konsonant gebildet, die einer Spalte mit dem selben Vokal bzw. Halbvokal+Vokal. Zudem verdeutlicht die Tabelle gut die Allophone der jeweiligen Konsonanten. AkzentDas Japanische besitzt einen melodischen Akzent (vgl. Wortakzent), bei dem die Betonung nicht wie im Deutschen durch eine größere Lautstärke und Intensität, sondern durch eine Veränderung der Tonhöhe erfolgt. Das Japanische ist jedoch keine Tonsprache, da Wörter keinen festgelegten, bedeutungstragenden Ton besitzen, wie in typischen Tonsprachen üblich (z. B. Chinesisch oder Vietnamesisch). MorenDie Tonhöhe ist im Japanischen nicht einzelnen Silben zugeordnet, sondern sogenannten Moren, die gleichmäßige metrische Maßeinheiten darstellen. Grundsätzlich kann man sagen, dass jedes Kana auch eine einzelne More darstellt, wobei nur die kleinen ゃ,ゅ und ょ keine eigene More bilden, sondern mit dem vorangehenden Kana eine More bilden. Der (hier nur in Kana geschriebene) Satz はじめにそういってくれればだれもしんぱいしまいに (In Hepburn transkribiert: Hajime ni sō itte kurereba dare mo shinpai shimai ni, „Hättest du das gleich zu Anfang gesagt, hätte sich keiner Sorgen machen brauchen“) lässt sich demnach wie folgt in Moren einteilen:
Jede dieser Moren ist entweder hoch oder tief. In der Standardsprache werden zwei Akzenttypen unterschieden, der unmarkierte und der markierte. Der Unmarkierte AkzentIm unmarkierten (oder ebenen) Akzent ist die erste More tief und alle anderen Moren bis zur letzten Partikel des Satzgliedes (Bunsetsu) hoch.
Der Markierte AkzentDie letzte hochtonige More innerhalb des Satzgliedes gilt als markiert, alle folgenden Moren sind tieftonig. Wenn nicht die erste More auch die letzte (einzige) hohe More ist, ist auch sie im markierten Akzent immer tief. Alle Moren von der zweiten bis zur markierten sind auf jeden Fall hochtonig. Man unterscheidet wiederum drei Markierungstypen:
Bestimmte, ansonsten homophone Wörter kann man so durchaus anhand ihrer Akzentmarkierung unterscheiden. Ein Beispiel hierfür wären 日が („der Tag“) und 火が („das Feuer“). Beide werden hi=ga ausgesprochen, im ersten Fall ist der Akzent T=H (unmarkiert), im zweiten H=T (fallend). Korrekte Akzentuierung ergibt sich für Ausländer am ehesten durch die Nachahmung der typischen Sprachmelodie. HörbeispielBeispiel: Der kleine Prinz auf Japanisch Grammatik
Die Satzstellung des Japanischen ist SOP, Subjekt – Objekt – Prädikat. Das heißt, das Prädikat steht immer am Ende des Satzes bzw. Nebensatzes. Das Japanische ist eine agglutinierende Sprache. Grammatische Formen werden gebildet, indem das Verbende verändert wird, andere Satzteile werden durch Partikel verändert. NominaNomina werden im Japanischen nicht dekliniert. Japanisch kennt im Gegensatz zum Deutschen auch kein grammatisches Genus (Geschlecht), keine Artikel, keinen Plural (Mehrzahl) und keinen Kasus (Fall). PartikelnIn der japanischen Sprache wird die Funktion von Fällen und Präpositionen durch Partikeln übernommen, die an das Nomen angefügt werden. Angegeben sind in etwa die deutschen Entsprechungen:
BeispielDie Funktion des jeweiligen Partikels steht in eckigen Klammern.
Eine zweite Gruppe von Partikeln wird an Sätze angefügt. Sie dient als Satzverbinder oder verändert den Sinn eines Satzes:
Lehnwörter
Seit dem 3. Jahrhundert übernahm das Japanische zusammen mit der chinesischen Schrift zahlreiche chinesische Lehnwörter, die jedoch an die japanische Aussprache angepasst wurden. Ein großer Teil des heutigen japanischen Wortschatzes besteht aus diesen angeglichenen Begriffen. Als portugiesische Jesuiten im 16. Jahrhundert in Japan eine kurzlebige christliche Mission einrichteten, übernahm die japanische Sprache einige Wörter aus dem Portugiesischen. Dazu gehören beispielsweise パン pan (Brot) und テンプラ tempura (in Backteig frittiertes Gemüse und Fisch, von lateinisch tempora, [Fasten]zeiten). Während der Abschließung Japans gelangten über Dejima niederländische Wörter in die japanische Sprache. Zu dieser Zeit wurden diese Wörter phonetisch mithilfe chinesischer Schriftzeichen wiedergegeben (z. B. niederländisch coffie „Kaffee“ als 珈琲 kōhī), mittlerweile wird dafür fast nur noch die einfachere Silbenschrift Katakana verwendet. Seit dem Ende der Abschließung 1853 und dem Beginn der Meiji-Zeit 1868 sind die Japaner mit einer Vielzahl westlicher Konzepte konfrontiert worden, für die neue Wörter (Lehnübersetzungen) geschaffen werden mussten. Als erste Möglichkeit wurden Begriffe mit chinesischen Schriftzeichen geschrieben, z. B. minshushugi (民主主義, Demokratie). (Interessanterweise finden sich diese Wörter heutzutage vielfach als japanische Lehnwörter im Chinesischen.) Andere Wörter wurden phonetisch übertragen. Ihr Anteil an der japanischen Sprache beträgt mittlerweile ca. 10–15 % und variiert je nach Sachgebiet stark. Die Aussprache in lateinischer Schrift geschriebener englischer Wörter ist für Japaner oft nur schwer nachvollziehbar, zumal in anderen europäischen Sprachen wie Französisch, Deutsch oder Spanisch die lateinischen Buchstaben wieder anders gelesen und damit die Schwierigkeiten vergrößert werden. Um die Lesung zu vereinheitlichen, werden phonetische Lehnwörter daher im Japanischen in der Silbenschrift Katakana wiedergegeben. Bei der Übertragung ins Japanische werden dabei allerdings oft die Laute verändert, denn das Japanische unterscheidet beispielsweise nicht zwischen l und r. Dass „tower“ (Turm) als タワー tawā, „towel“ (Handtuch) dagegen als タオル taoru geschrieben und gesprochen wird, mag die Schwierigkeiten illustrieren. Zu lange Begriffe werden zusätzlich auf „japanische Weise” abgekürzt. So ist aus dem englischen Begriff personal computer durch Verkürzung und Angleichung das Wort パソコン pasokon geworden, ラブホ rabuho bezeichnet ein Love Hotel. Außerdem sind diese Wörter durch Umdeutung häufig nicht mehr mit ihrer ursprünglichen Bedeutung gleichzusetzen. Auch deutsche Lehnwörter sind im Japanischen zu finden (z. B. アルバイト arubaito von Arbeit, im Sinne von Teilzeitjob). Von Mitte des 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein orientierte sich die ärztliche Ausbildung in Japan an deutschen Dozenten und Lehrbüchern, und die Krankenberichte wurden auf Deutsch in lateinischer Schrift geschrieben. Daher haben sich vor allem in der Medizin viele Begriffe erhalten (z. B. ルンゲ runge von Lunge, クランケ kuranke von Kranke, カルテ karute von Karte im Sinne von Patientenkartei). Auch in der Philosophie (z. B. ゲシュタルト geshutaruto von Gestalt, イデー idē von Idee) und beim Bergsteigen (z. B. シュタイクアイゼン shutaikuaizen von Steigeisen, エーデルワイス ēderuwaisu von Edelweiß) finden sich im Japanischen zahlreiche deutsche Lehnwörter; Recht und Militärwesen sind weitere Bereiche. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts übernimmt das Japanische große Mengen von Wörtern aus dem Englischen, die meisten Begriffe des „modernen Lebens” fallen im heutigen Japanisch in diese Kategorie. Insbesondere sind dabei die Bereiche Wirtschaft, Technik, Computer, Popkultur, Medien und Werbung zu nennen. SprachbeispielAllgemeine Erklärung der Menschenrechte:
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