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Ludwig XIII., gemalt von Philippe de Champaigne
Ludwig XIII., gemalt von Peter Paul Rubens
Ludwig XIII. (* 27. September 1601 in Fontainebleau; † 14. Mai 1643 in Saint-Germain-en-Laye) war von 1610 bis 1643 König von Frankreich und Navarra. LebenLudwig XIII. war der zweite französische König aus dem Haus Bourbon. Er war der älteste Sohn von Heinrich IV. von Frankreich und dessen zweiter Gemahlin Maria von Medici. Durch die Ermordung des Vaters, folgte er im Alter von 9 Jahren auf den Thron. Die tatsächliche Macht übernahm seine Mutter als Regentin. 1617, im Alter von 16 Jahren, ließ Ludwig XIII. den Günstling seiner Mutter beseitigen und verbannte sie. Nach der Aussöhnung machte er 1624 den Berater seiner Mutter, Kardinal Richelieu, zum Minister. Trotz heftiger Anfeindungen und zahlreicher Intrigen stützte der König diesen fähigen Berater bis zu beider Tod. KindheitLudwig kam am 27. September 1601 zur Welt. Nach 50 Jahren war er der erste Dauphin, der in Frankreich geboren wurde. Ludwig wuchs fern vom Hof unter der Obhut der Madame de Mouglat und des Leibarztes Jean Héroard (1551-1628) auf. Letzterer führte ein genaues Tagebuch und hinterließ damit ein einzigartiges Dokument über die Prinzenerziehung aus einer Zeit, die kaum schriftliche Quellen über Kinder kennt. Das empfindsame Kind litt unter der strengen, durch Schläge geprägten Erziehung und der Trennung vom vergötterten Vater. Regentschaft der Maria de MediciKurz nach der Krönung der Maria von Medici und kurz vor seinem Aufbruch in den Krieg gegen Habsburg, wird am 10. Mai 1610 Heinrich IV. von dem religiösen Fanatiker Ravaillac ermordet. Für den minderjährigen Dauphin übernimmt die Mutter die Regentschaft. Sie betreibt im Gegensatz zu ihrem Mann und Vorgänger unter der Leitung ihrer Günstlinge aus dem italienischen Gefolge, Leonora Dori Galigaï und Concino Concini (1575-1617), eine spanienfreundliche Politik. Sichtbarstes Zeichen ist 1615 die Doppelhochzeit ihrer beiden ältesten Kinder: Ludwig mit der spanischen Prinzessin Anna von Österreich und Elisabeth (1602-44) mit dem spanischen Thronfolger, dem späteren Philipp IV. von Spanien (1621-1665). Anlässlich der Erklärung der Volljährigkeit des Dauphin und auf Druck von Heinrich II. von Bourbon, Prince de Condé, dem nächsten Anwärter auf den französischen Thron wurden 1614 (zum letzten Mal vor der französischen Revolution) die Generalstände einberufen. Der junge König wurde aber trotzdem als « das kindischste Kind » von der Regierung und dem Rat fern gehalten. Die Generalstände wurden jedoch die erste öffentlich Plattform für Jean Armand du Plessis den ehrgeizigen Bischof von Luçon, der als Kardinal Richelieu in die Geschichte eingehen sollte. Machtergreifung und Konflikt mit der KöniginmutterAm Hof hielt man Ludwig XIII. für einen unfähigen Idioten. Um so größer war die Überraschung, als der kaum sechzehnjährige König am 24. April 1617 Concino Concini ermorden ließ und die Macht an sich riss. Seine Mutter schickte er in die Verbannung nach Blois. Der vormalige Falkner des Königs, Charles d’Albert de Luynes (1570–1621) übernahm Titel, Besitz und Position des Ermordeten und wurde bald ebenso unbeliebt. Maria de’ Medici wurde in der Verbannung der Kristallationspunkt für alle Versuche des Hochadels die Königsmacht zu schwächen. 1620 schlug Ludwig eine Verschwörung, mit seiner Mutter und dem Herzogs von Epernon im Mittelpunkt, militärisch nieder. In den darauf folgenden Friedensverhandlungen zwischen Mutter und Sohn machte sich der Bischof von Luçon unentbehrlich. 1621 gelang ihr die Rückkehr an den Hof. Im selben Jahr starb der zum Oberbefehlshaber ernannte, aber glücklos kämpfende Luynes während des Feldzugs gegen die aufständischen Hugenotten in Südfrankreich. Einvernehmen zwischen Mutter und Sohn - Aufstieg RichelieusLudwig XIII. schwor nach dem Versagen seines Favoriten Herzensangelegenheiten und Regierungsgeschäfte zu trennen. Maria de Medici gewann zunehmend an Einfluss. Sie kehrte in den Kronrat zurück und konnte schließlich den Widerstand des jungen Königs gegen die Berufung ihres Vertrauten und Beraters, du Plessis (seit September 1622 Kardinal von Richelieu) in den Kronrat zu überwinden. Ihre Hoffnung und die Erwartungen aller Beobachter, dass ihr Einfluss und die prospanische Politik dadurch auftrieb erhielten, wurde jedoch nicht erfüllt. Der neue Minister schwenkte auf den nationalen (gallikanischen) Kurs und ging auf Konfrontation mit Habsburg, den Granden und Hugenotten. Er verantwortete die dynastische Verbindung mit England, ließ päpstliche Truppen aus dem Veltlin vertreiben, unterstützte die protestantischen Gegner der Habsburger im Deutschen Reich und brach die politisch-militärische Macht der Hugenotten durch die Eroberung von La Rochelle (1627–1628). Der Kardinal stand damit bald einer immer größeren Front an Gegnern gegenüber, in die sich mit der Zeit auch seine einstmalige Gönnerin Maria von Medici einreihte. Der Tag der EnttäuschtenMaria von Medici drängte nach schweren Erkrankungen des Königs auf den Feldzügen gegen La Rochelle und Savoyen auf die Entlassung des Ministers. Am 10. November 1630 kommt es zum einer offenen Bruch zwischen Maria von Medici und dem Kardinal. Sie fordert ihren verzweifelt vermittelnden Sohn zwischen Mutter und Minister zu wählen. Einen Tag lang wähnen sich alle Gegner des Kardinals als Sieger. Dann entscheidet Ludwig XIII. gegen die Mutter (siehe: Journée des Dupes). Ihre Berater werden verhaftet, am 23. Februar 1631 wird sie in die lebenslange Verbannung geschickt. Dynastischer Triumph und persönliche TragödieDie letzten 12 Jahre seines Lebens, erlebte Ludwig XIII., wie unter der gemeinsamen Herrschaft mit Richelieu die Macht Frankreichs und die Macht des Königshauses in Frankreich immer weiter gestärkt wurden. Den Triumph über Kaiser und spanischen König aber bezahlte der tief religiöse König mit schweren Gewissensbissen. Die Knebelung des aufrührerischen Adels wurde mit dem Blut seiner Verwandten, seine Autorität durch die Hinrichtung seines letzten Favoriten, Henri Coiffier de Ruzé, Marquis de Cinq-Mars, erkauft. Durch die Geburt zweier Söhne war der dynastische Fortbestand des Königshauses gesichert. Aber seine Ehe blieb unglücklich, und er hegte Zweifel, ob diese Kinder von ihm waren. Persönlichkeit und WirkungLudwig XIII. wollte schon in jungen Jahren als Ludwig, der Gerechte (Louis le juste) in die Geschichte eingehen. Gerechtigkeit allerdings nicht im modernen Sinne verständnisvoller Milde, sondern patriarchaler Wiederherstellung von Gesetz und Ordnung. Ein verständlicher Wunsch nach jahrzehntelangen Bürgerkriegen und seinen Erfahrungen mit der nachgiebigen „Scheckbuchpiplomatie“ seiner Mutter und zerstörerischen Partikularinteressen von Hochadel, Hugenotten und den „ultramontanen“ Anhängern von Papst und spanischem König. Ludwig XIII. und sein Minister leisteten wesentliche Schritte auf dem Weg Frankreichs zur kontinentalen Vorherrschaft und zum Absolutismus. Das Bild der Person und des Herrschers Ludwig XIII. ist bis heute - trotz guter Quellenlage - stärker durch literarische Fiktion, als durch die Geschichtswissenschaft beeinflusst. Das Bild vom schwächlichen, uninteressierten und naiven Trottel, der das Objekt der Manipulation des ebenso genialen, wie intriganten Ministers Richelieu ist, wurde durch „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas geprägt und zahlreiche Verfilmungen zementiert. Tatsächlich war Ludwig XIII. eine schüchterne Persönlichkeit, der sich in Gesellschaft nicht wohl fühlte und zum Stottern neigte. Gleichwohl besaß er einen starken Willen und die Fähigkeit entschlossen und (auch gegen die eigenen Gefühle) rücksichtslos zu handeln. Er befand sich im ständigen Spannungsfeld zwischen dem eigenen Anspruch an seine Rolle als absoluten Monarch und seinen privaten Neigungen. Von ihm stammt das Zitat: „Ich wäre kein König, leistete ich mir die Empfindungen eines Privatmannes.“ Unter der ehrpusseligen Eifersucht des Monarchen hatte nicht zuletzt auch sein Minister viel zu leiden, der stets in dem Bewusstsein regierte, dass er seine Position allein dem Wohlwollen des Königs verdankte. Ludwig behielt sich die Entscheidung in allen wichtigen Angelegenheiten stets vor. Von Richelieu stammt der berühmte Satz: „Ganz Europa bereitet mir nicht so viel Kopfzerbrechen, wie die vier Quadratmeter des königlichen Kabinetts.“ NachkommenMit seiner Frau, Anna von Österreich, hatte er zwei Söhne, Ludwig XIV. (1638–1715) und Philipp (1640–1701). Literatur
Literarische VerarbeitungEine Episode aus dem Jahr 1627, rund um Hofintrigen und die Belagerung von La Rochelle diente als Vorlage für den berühmten Roman:
Literarisch weniger bedeutend ist die populäre Romanreihe "Fortune de France" von Robert Merle. Zur Zeit der Herrschaft Ludwigs XIII. spielen die Bände:
Weblinks
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