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Mosel in Metz
Blick auf den Ürziger Würzgarten
Moselschleife bei Bremm
Die Mosel (im Bild oben) mündet bei Koblenz in den Rhein
Die Mosel (französisch: la Moselle, luxemburgisch: Musel) ist der längste deutsche Nebenfluss des Rheins und nach diesem die zweitwichtigste Schifffahrtsstraße Deutschlands. Sie fließt durch Frankreich, Luxemburg und die Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Der Fluss wurde durch den Moselvertrag von 1956 zwischen den Moselanliegerstaaten Deutschland, Luxemburg und Frankreich in den Jahren 1958 bis 1964 von Koblenz bis Metz kanalisiert und damit schiffbar gemacht. Eine Erweiterung nach Neuves-Maisons erfolgte durch Frankreich bis 1979. Sie ist als europäische Wasserstraße Vb eingestuft und zählt zu den am meisten befahrenen Wasserstraßen in Europa.
GeografieDie Mosel entspringt am Col de Bussang in der Nähe von Bussang in den Vogesen auf 715 Meter Höhe und mündet nach 544 Kilometern am Deutschen Eck (59 m ü. NN) in Koblenz von Westen her in den Rhein. Der mittlere Abfluss an der Mündung beträgt 290 m³/s, womit die Mosel der längste und nach Aare und aus hydrologischer Sicht noch vor Main und Neckar der zweitgrößte Nebenfluss des Rheins ist. FlussabschnitteDer Moselabschnitt vom deutsch-französisch-luxemburgischen Dreiländereck bis zur Einmündung der Saar bei Konz kurz vor Trier wird in Deutschland (geographisch unkorrekt) als Obermosel bezeichnet. Der Bereich von Trier bis Briedel wird Mittelmosel, der Abschnitt zwischen Briedel und der Mündung in Koblenz Untermosel genannt. Charakteristisch sind die Mäander, insbesondere im Gebiet zwischen Bremm und Cochem, dem Cochemer Krampen. Typisch sind an der gesamten Untermosel die Weinbergterrassen. Ab dem Dreiländereck markiert die Mosel die gesamte saarländisch-luxemburgische Grenze. Angrenzende MittelgebirgeVon Trier an abwärts trennt die Mosel die beiden Mittelgebirge Eifel (nordwestlich) und Hunsrück (südöstlich). Wichtige Orte
EinzugsgebietDas Einzugsgebiet der Mosel beträgt 28.286 km². Der französische Teil von Mosel und Saar mit 15.360 km² macht etwa 54 Prozent des Gesamtgebietes aus. Auf rheinland-pfälzische Gebiete entfallen 6.980 km², auf saarländische Flächen 2.569 km², auf Luxemburg entfallen 2.521 km², auf Wallonien (Belgien) 767 km² und auf Nordrhein-Westfalen 88 km². ZuflüsseDie Saar ist der längste und wasserreichste Nebenfluss der Mosel.
Eine umfassendere Aufstellung, die auch kleine Zuflüsse enthält, findet sich in der Liste von Zuflüssen der Mosel. NameDer Name Mosel leitet sich von der keltischen Namensform Moseal über das lateinische Mosella ab, eine Verkleinerungsform von Mosa, der lateinischen Bezeichnung der anfangs parallel fließenden Maas. Erstmals wurde die Mosel von Tacitus in den ann. 13,53 und den hist. 4,71,77 erwähnt. Der römische Dichter Decimius Magnus Ausonius setzte ihr bereits im 4. Jahrhundert ein literarisches Denkmal. In seinem 371 entstandenen Gedicht Mosella, in 483 Hexametern verfasst, beschreibt der spätantike Dichter und Lehrer am Trierer Kaiserhof eine Reise von Bingen über den Hunsrück an die Mosel und deren Verlauf folgend, nach Trier. Ausonius' Bilder von Mosel und Moseltal stellen, nicht zuletzt dank der Politik der spätantiken Herrscher, blühende und reiche Landschaften dar. GeologieVor etwa 50 Millionen Jahren entstanden die Vogesen, das heutige Quellgebiet der Mosel. Im Miozän und im Pliozän war die Urmosel bereits ein Nebenfluss des Ur-Rheins. Als im Quartär das Rheinische Schiefergebirge langsam aufstieg, entstanden die Mäander der Mosel zwischen dem Trierer Tal und dem Neuwieder Becken. WirtschaftSchifffahrtInsbesondere Frankreich war daran interessiert, die Mosel mit größeren Schiffen befahren zu können, um die lothringischen Industriegebiete anbinden zu können. Man vereinbarte im Moselvertrag vom 27. Oktober 1956 mit der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg die Kanalisierung der Mosel und gestand Deutschland im Gegenzug die sogenannte Schlingenlösung am Oberrhein zu (anstatt eines Weiterbaus des Rheinseitenkanals). Am 26. Mai 1964 wurde die Mosel von Metz bis Koblenz als Schifffahrtsstraße mit 14 Schleusen freigegeben. Frankreich erweiterte bis 1979 den Ausbau nach Neuves-Maisons. Damit sind bis heute 394 km der Mosel mit insgesamt 28 Staustufen ausgebaut und schiffbar gemacht worden. In den Jahren 1992 bis 1999 wurde die Fahrrinne von 2,70 m auf 3,00 m Wassertiefe erweitert, was einem 1500 Tonnen Frachter eine etwa 20 % Erhöhung der Zuladung bringt. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, hat die Fahrrinne eine Breite von mindestens 40 m. Für die Schifffahrt ist die Moselkommission mit Sitz in Trier zuständig. Neben der Güterschifffahrt verkehren Ausflugsschiffe zwischen den touristisch teilweise sehr intensiv erschlossenen Weindörfern und kleinen Städtchen der Mittel- und Untermosel. Yacht- oder Sporthäfen gibt es in folgenden Orten: Koblenz, Winningen, Brodenbach, Burgen, Löf, Hatzenport, Senheim, Treis, Traben-Trarbach, Kues, Neumagen, Pölich, Schweich, Trier, Konz, Zell-Mosel.[2] Die Mosel ist bei Toul über Kanäle unter anderem mit der Maas, der Saône und der Rhône verbunden. Über diese ist die Nordsee und auch das Mittelmeer zu erreichen. StaustufenInsgesamt 28 Staustufen befinden sich entlang der Mosel.
Die Staustufen sind derart gebaut, dass sich an einem Ende des Stauwehrs eine Schiffsschleuse und am anderen Ende ein Wasserkraftwerk mit Fischtreppe befindet. Die Staupegel und Wasserkraftwerke werden von der Zentralwarte der RWE Power AG bei Fankel gesteuert. Siehe auch: Liste der Moselstaustufen TourismusIm Moseltal verläuft die Moselweinstraße und der Mosel-Radweg, der von Metz in Frankreich über Trier bis nach Koblenz am Rhein auf 311 Kilometer befahrbar ist. Zwischen Koblenz und Trier sind große Teile abseits von Autolärm und Abgasen auf der Trasse der ehemaligen Moseltalbahn geführt. Jedes Jahr am Sonntag nach Pfingsten ist dies auf den 140 Kilometern zwischen Schweich und Cochem auch autofrei im Rahmen des Happy Mosel-Tages möglich. Eine Reihe bemerkenswerter Burgen und Ruinen zieren die Höhen über dem Moseltal, auch eine Besichtigungstour per Schiff lohnt sich. An der Mosel befindet sich seit 1910 der Moselhöhen-Wanderweg. Eine besondere Wanderung führt von Ediger-Eller aus über den Klettersteig Calmont nach Bremm durch den steilsten Weinberg Europas. Die ADAC Rallye Deutschland findet seit dem Jahre 2000 auch in den Weinbergen an der Mosel statt (Veldenz, Dhron, Trittenheim, Fell, Ruwertal, Trier). WeinbauAn der Mosel befindet sich ein wichtiges Weinbaugebiet mit einer Anbaufläche von etwa 9000 Hektar, für den luxemburgischen Teil mit einer Anbaufläche von etwa 1300 Hektar siehe: Weinbau in Luxemburg. Moselaufwärts erstreckt sich der Anbau bis zur Seille im Gebiet Cotes de Moselle mit einer Anbaufläche von 130 Hektar und bis zum Gebiet um Toul (Cotes de Toul) mit einer Anbaufläche von 110 Hektar. Das Landschaftsbild der Mosel ist geprägt von den angrenzenden Weinbergen. Besonders eindrucksvoll zeigen sie sich im Bereich der Mittelmosel, wo an den - am Calmont zwischen Ediger-Eller und Bremm bis zu 65 Grad - steilen Schieferhängen vor allem Riesling angebaut wird. Hier wachsen einzigartige Weine, die von vielschichtiger Mineralität geprägt sind. Der Weinbau an der Mosel befindet sich zur Zeit in einer Phase des Umbruchs. Die junge Winzergeneration nimmt Abstand von der Massenproduktion alter Tage und konzentriert sich auf die Herstellung des Rieslings. Dachmarke MoselAm 10. November 2006 wurde in Burg (Mosel) die Regionalinitiative Mosel gegründet. Die Einführung der Dachmarke Mosel ist nach dem Vorbild der Dachmarke Eifel geplant, die Güter und Dienstleistungen aus den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Handwerk und Natur umfasst. MoselschieferMoselschiefer ist eine Herkunfts- und Handelsbezeichnung für Schiefer aus den Gemarkungen Mayen, Polch, Müllenbach, Trier und Umgebung. Heute führen nur noch die Produkte aus den Dachschieferbergwerken Katzenberg und Margareta in Mayen die Bezeichnung Moselschiefer. Der Name stammt vom historischen Transportweg dieses Schiefers über die Mosel an den Niederrhein. Siehe auch: Moselschiefer-Straße Brücken über die MoselEine (unvollständige) Liste findet sich unter Liste der Moselbrücken. Zu folgenden Brücken existieren eigene Artikel:
WasserständeHochwasser: Höchster schiffbarer Wasserstand (HSW) bei 6,95 m, Normalstau (ZS_I) bei 2,00 m am Pegel Trier
Siehe auch
Literatur
EinzelnachweiseWeblinksBundeswasserstraßen in Deutschland
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