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Die Salomonen (engl. Solomon Islands) sind ein Inselstaat im Südwesten des Pazifiks, östlich von Neuguinea. Er wird zum größten Teil aus den Gebieten der südlichen Salomon-Inseln (die früher ebenfalls bisweilen „Salomonen“ genannt wurden) sowie den Rennell-Inseln, den Ontong-Java-Inseln und den weiter östlich liegenden Santa-Cruz-Inseln gebildet. Die nördlichen Inseln der Salomon-Inseln gehören zum Staat Papua-Neuguinea. Die Salomonen sind Mitglied des Commonwealth of Nations. Zu den umliegenden Inseln zählen Nauru, Kiribati, Tuvalu, Fidschi und Vanuatu.
GeographieDie Salomon-Inseln umfassen eine Inselgruppe vulkanischen Ursprungs, deren größte Inseln Guadalcanal (höchste Erhebung Mount Popomanaseu mit 2.335 Meter), Santa Isabel, Makira, Malaita, New Georgia und Choiseul sind, sowie schätzungsweise 992 kleinere Inseln und Atolle. Die Vegetation der Inseln ist geprägt von bewaldeten Hügellandschaften. Das tropische Klima ist vom Ozean gemildert.
BevölkerungDie indigene Bevölkerung spricht zu 94,5 % melanesische Sprachen, 3 % polynesische Sprachen und 1,2 % mikronesische Sprachen. Als Verkehrssprache ist die mit Tok Pisin und Bislama verwandte Kreolsprache Pijin verbreitet. Neben der indigenen Bevölkerung gibt es chinesische, indische, australische und europäische Zuwanderer. GeschichteBereits ab 1000 v. Chr. besiedelten Melanesier die Salomonen. Die Entdeckung der Inselgruppe für Europa fand im Jahr 1568 durch den Spanier Alvaro de Mendaña de Neyra statt. Seine Expedition erforschte den südlichen Teil des Archipels und benannte die Inseln San Cristoval, Guadalcanal und Ysabel. Durch den Tod Mendanas gingen die Positionsdaten der Inseln verloren. Philipp Carteret landete 1767 an der Ostküste von Gower Island im Norden, ohne jedoch festzustellen, dass die Insel zu der alten spanischen Entdeckung gehörte. Im folgenden Jahr erkundete Louis Antoine de Bougainville den nördlichen Bereich der Salomonen und benannte Bougainville, Buka und Choiseul. Zudem bereiste er den Seefahrtsweg zwischen den Inseln. Der Franzose Jean-François-Marie de Surville war der erste Europäer, der eine längere Zeit auf der Inselgruppe verbrachte. Surville vergab an einige Inseln den französischen Namen, den sie bis heute tragen. Zurückgekehrt nach Frankreich erzählte er dort von seinem Aufenthalt im „Land der Mörder“ (Terre des Arsacides). 1788 ging der Brite John Shortland an der Ostküste einer Archipelinsel vor Anker. Da er annahm, eine größere Landmasse entdeckt zu haben, benannte er die Insel New Georgia. Anfang des 19. Jahrhunderts wanderten die ersten europäischen Händler und Missionare ein. Das Deutsche Reich übernahm den Nordteil der Inseln 1885 als Schutzgebiet (Deutsch-Neuguinea). Die restlichen Inseln fielen 1899 an Großbritannien. Nach Beendigung des Ersten Weltkriegs wurde der deutsche Teil als Völkerbundsmandat unter australische Verwaltung gestellt und gehört heute zu Papua-Neuguinea. Nach Ausbruch des Pazifikkriegs besetzten japanische Truppen Mitte 1942 die Inselgruppe. Die Vereinigten Staaten begannen im August 1942 mit ihrer Salomonen-Kampagne, der ersten US-Offensive im Pazifik. Allein die Schlacht um Guadalcanal währte bis zum 9. Februar 1943. Erst nach der Schlacht bei Kap St. George am 26. November galten die Inseln als befreit. Nach Kriegsende wurden die Salomonen wieder britisches Protektorat. Die innere Autonomie erlangten sie 1976 und wurden 1978 unter dem Namen Salomonen ein unabhängiger Staat. Die Salomonen blieben aber Mitglied des Commonwealth of Nations. 1983 nahmen sie diplomatische Beziehungen zu Taiwan auf. Von 1998 bis 2000 gab es große ethnische Konflikte auf den Inseln. Im Jahre 2003 sorgten Bilder der salomonischen Insel Tikopia, die von 2.000 Menschen bewohnt wurde, für Aufsehen, denn diese waren nicht mehr dort, es stand keine Hütte mehr und alle Bäume der Insel waren ebenfalls verschwunden. Es sah aus, als wäre eine Flutwelle über die Insel gerollt und hätte alles mit ins Meer gespült. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Bewohner sich vor dem Unwetter schützen konnten und tatsächlich nicht ein einziger Bewohner ums Leben gekommen war. Beim Seebeben bei den Salomonen 2007 der Stärke von 8,0 auf der Richterskala wurde am 2. April 2007 ein Tsunami mit bis zu fünf Meter hohen Wellen ausgelöst. Das Epizentrum wurde rund 350 Kilometer west-nordwestlich der Hauptstadt Honiara in zehn Kilometern Tiefe geortet.[2] Insgesamt wurden auf der Inselgruppe mindestens 43 Menschen getötet und 900 Häuser zerstört, wodurch rund 5.000 Personen obdachlos geworden sind. Ministerpräsident Manasseh Sogavare rief daraufhin den Notstand aus.[3] PolitikDas Parlament richtet sich nach dem Westminster-Modell (Mehrparteiensystem). Es kandidieren jedoch prominente lokale Persönlichkeiten, weil es keine dominierende politische Gruppe gibt. Es gibt immer neue Koalitionen, weil die Parlamentarier ständig wechseln. Aufgrund des Konflikts im Juni 2000 auf Guadalcanal stürzte die Regierung; der Konflikt wurde im Oktober 2000 mit einem Friedensvertrag beendet. Für Stabilität soll ein neues Staatssystem sorgen, das den Regionen größere Autonomie verleiht. Die Parlamentswahl am 5. April 2006 ergab folgende Aufteilung der 50 Parlamentssitze:
Die GNUR (Group for National Unity and Reconciliation) ist im neuen Parlament nicht mehr vertreten. siehe auch: Liste der Premierminister der Salomonen, Liste der Generalgouverneure der Salomonen, National Parliament of Solomon Islands VerwaltungsgliederungDie Salomonen gliedern sich in neun Provinzen und den Hauptstadtbezirk Honiara. Die Provinzen sind (in Klammern die Hauptstadt):
KulturReligion32,8 % der Salomoner sind Anglikaner (Church of Melanesia), 19 % sind Katholiken, 17 % gehören der South Seas Evangelical Church an, 11,2 % sind Methodisten, 10,3 % Adventisten und 9,7 % gehören sonstigen Religionen an. SpracheAmtssprache ist zwar Englisch, jedoch wird als Verkehrssprache vor allem auch Pijin, eine Kreolsprache ähnlich dem Tok Pisin Papua-Neuguineas, gesprochen. Fast alle Bewohner der Salomonen sprechen als Muttersprache eine der etwa 120 autochthonen Sprachen, die vor allem zur ozeanischen Sprachgruppe, teilweise aber auch zu den östlichen Papua-Sprachen gehören. SportEine der größten Sensationen der Fußballgeschichte schafften die Salomonen, als sie in der WM-Qualifikation 2006 auf Kosten des arrivierten und sechsmal so großen Neuseeland die Play-Offs gegen Australien erreichten − wozu allerdings der noch größere Sensationssieg von Vanuatu über die Neuseeländer notwendig war. Allerdings war die salomonische Fußballnationalmannschaft auch für eine der größten Blamagen des ozeanischen Fußballs verantwortlich, als sie 1994 gegen Nicht-FIFA-Mitglied Nauru sensationell mit 1:2 verlor. Im September 2006 gab der heimische Fußballverband, die Solomon Islands Football Federation, bekannt, dass die erst kurz zuvor gestartete S-League wieder eingestellt wird. Die Liga sollte als landesweiter und damit wichtigster Vereinswettbewerb des Landes etabliert werden. Ohne die S-League konzentriert sich das Geschehen wieder auf die Ligen in den einzelnen Regionen, wobei die Liga der Hauptstadt Honiara als wichtigster Wettbewerb des Landes gilt. Diese von der Honiara Football Association organisierte HFA league teilt sich auf in die Premier league, die division one und die division two. Die Begegnungen werden in drei Spielstätten ausgetragen: in der Lawson Tama, dem AE Soccer ground Ranadi und dem King George VI ground. Im Futsal konnte sich die Nationalmannschaft als Ozeanienmeister des Jahres 2008 für die Futsal-Weltmeisterschaft 2008 qualifizieren, die unter der Schirmherrschaft der FIFA in Brasilien ausgetragen wird. Auch für die FIFA-Beachsoccer-Weltmeisterschaft 2008 konnte man sich qualifizieren. WirtschaftDie Salomonen sind einer der ärmsten Staaten Ozeaniens. Die wirtschaftlichen Stärken der Salomonen sind die großen Mineralienvorkommen (Gold, Kupfer, Bauxit, Zink, Phosphate, Blei, Cobalt und Silber) sowie die landwirtschaftlichen Ressourcen (etwa 53.400 Tonnen Fisch im Jahr, 58.000 Schweine, 185.000 Hühner und 10.000 Rinder). Die größte Schwäche der Wirtschaft ist die durch die ethnischen Konflikte 1998 weitgehend zerstörte Infrastruktur. Die Hauptgoldmine wurde von Milizen stillgelegt und die Gold-, Fisch-, Kopra- und Palmöleinnahmen aufgebraucht. Durch die Unsicherheit werden potenzielle Investoren abgeschreckt. Auch spürt man hier noch die Folgen der Asienkrise.
Korallenriff vor dem Flugplatz von Gizo
Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr, insbesondere der Tauch- und Angeltourismus. Früher kamen die Touristen wegen der Bedeutung Guadalcanals im 2. Weltkrieg und der Ruhe auf den äußeren Inseln. Auf Grund der ethnischen Konflikte 1998 und Warnungen vor der Einreise kam der Tourismus fast zum Stillstand und erholt sich aufgrund fehlender Mittel nur mühsam. Zur Zeit kommen etwa 40 % der Touristen aus Australien, 13 % aus Neuseeland und 5 % aus den USA. Schätzungsweise 21.000 Besucher kommen jährlich auf die Salomonen. Seit 1999 ist das eine Zunahme von 62 %. InfrastrukturSolomon Airlines verbindet Honiara in Zusammenarbeit mit anderen Fluggesellschaften mit Nadi in Fidschi, Port Vila in Vanuatu und Brisbane in Australien. Im Land werden über 20 Ziele in allen Provinzen angeflogen. Die meisten Flughäfen besitzen allerdings keine asphaltierten Landebahnen, sondern nur Graspisten. TelekommunikationDurch die ökonomischen Nachwirkungen der Rassenunruhen sind kaum Telekommunikationsanbindungen zu den verstreuten Inseln vorhanden. Die Nachrichtenübermittlung erfolgt hauptsächlich durch Briefe, die von Reisenden transportiert werden; Satellitentelefone sind für die Bevölkerung unerschwinglich. Daher wurde 2001 das Projekt PFnet (People First) mit Hilfe der UNO gestartet, um die Inseln über Funkverbindungen mit E-Mail zu versorgen. Bis Juli 2004 gab es 17 Stationen mit Internet-Cafés. Durch die langsame Anbindung von 2 kbps sind keine Webseiten, sondern nur Mail zugänglich, worüber jedoch auch Recherchen im Internet durchgeführt werden können.[4] MedienAuf den Salomonen gibt es keine örtlichen TV-Sender. Die meisten Salomoner lehnen Fernsehen ab, weil dies ihre Kultur zerstöre. Es gibt nur eine Radiostation, die in Englisch und Pidgin sendet. Insgesamt gibt es auch nur zwei Tageszeitungen: The Solomon Star und Solomon Voice. Die tägliche Zeitungsauflage liegt bei 16 Exemplaren je 100 Insulaner. BildungDie Salomonen betreiben zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific. FeiertageJede Insel der Salomonen feiert ihren eigenen Provinztag.
Belege
Literatur
Weblinks
Salomon-Inseln: Choiseul | Shortland-Inseln | Treasury-Inseln | New Georgia | Vella Lavella | Santa Isabel | Guadalcanal | Malaita | Makira | Olu-Malau-Inseln | Duff-Inseln Staaten in Ozeanien
UNO-Mitgliedstaaten: Abhängige Gebiete: Mitgliedstaaten des Pacific Islands Forum
Australien | Cookinseln | Fidschi | Föderierte Staaten von Mikronesien | Kiribati | Republik Marshallinseln | Nauru | Neuseeland | Niue | Palau | Papua-Neuguinea | Salomonen | Samoa | Tonga | Tuvalu | Vanuatu Beobachter: Neukaledonien | Französisch-Polynesien | Tokelau · Sonderbeobachter: Osttimor Mitgliedstaaten des Commonwealth of Nations
Antigua und Barbuda | Australien | Bahamas | Bangladesch | Barbados | Belize | Botsuana | Brunei | Dominica | Fidschi | Gambia | Ghana | Grenada | Guyana | Indien | Jamaika | Kamerun | Kanada | Kenia | Kiribati | Lesotho | Malawi | Malaysia | Malediven | Malta | Mauritius | Mosambik | Namibia | Nauru | Neuseeland | Nigeria | Pakistan | Papua-Neuguinea | Salomonen | Sambia | Samoa | Seychellen | Sierra Leone | Singapur | Sri Lanka | St. Kitts und Nevis | St. Lucia | St. Vincent und die Grenadinen | Südafrika | Swasiland | Tansania | Tonga | Trinidad und Tobago | Tuvalu | Uganda | Vanuatu | Vereinigtes Königreich | Zypern Koordinaten: 8° S, 159° O |
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