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Satzzeichen sind Sonderzeichen einer Schrift, die der Strukturierung und auch der Sinngebung des Satzbaus dienen. Die Setzung der Satzzeichen wird Zeichensetzung oder Interpunktion genannt. Nicht dazu gehören Buchstaben und Ziffern sowie informationstragende Sonderzeichen (Währungszeichen, mathematische Symbole usw.) sowie Wortzeichen. Die durch die Satzzeichen bewirkte Strukturierung hilft, den gewünschten Sprech- oder Atemrhythmus der gesprochenen Rede auf Papier festzuhalten, ohne den das Gesprochene wie eine Automatenstimme klingen würde. Die älteste bekannte Urkunde, die Interpunktion verwendet, ist die Mescha-Stele aus dem 9. Jahrhundert v. Chr. mit Punkten zwischen den Wörtern und waagerechten Strichen zwischen den Sinnabschnitten. Die altgriechischen Schriften kennen einen senkrechten Strich, einen, zwei oder drei Punkte übereinander zwischen den Wörtern. In römischen Inschriften ist die Interpunktion häufiger: Punkte dienen zur Trennung der Wörter, am Ende eines Satzes aber fehlen sie. Im 7. Jahrhundert kommen andere Systeme auf, die jedoch ähnlich aufgebaut sind. Die Karolingerzeit kennt den Punkt als Trennzeichen, dazu tritt aber auch bereits ein Strich (virgula, siehe Virgel). Diese Interpunktion wurde von den späteren Druckern des Mittelalters übernommen und ohne eindeutige Regel angewendet. Die heutigen Satzzeichen gehen im Wesentlichen auf den venezianischen Drucker Aldus Manutius den Älteren (1450–1515) zurück. Der Erfinder der Kursivschrift (ihrer Herkunft wegen im Englischen als Italics bezeichnet) druckte in Pietro Bembos 1494 erschienenem Werk De Aetna das erste Semikolon und standardisierte, gefolgt von seinem gleichnamigen Enkel, die Satzzeichen: Die Virgel begann damals so auszusehen wie das heutige Komma. Hatte die Zeichensetzung bis dahin den Zweck, für das Vorlesen aus Büchern Hinweise auf Tonfall und Atempausen zu geben, so hielt Aldus Manutius der Jüngere 1566 fest, Zweck der Interpunktion sei hauptsächlich, Klarheit in die Syntax zu bringen. [1] Die Regeln zur Anwendung von Satzzeichen ändern sich und entwickeln sich weiter entsprechend dem Bedarf. So gibt es eine Reihe neuer Kommaregeln in der deutschen Sprache, die das richtige Schreiben entsprechend dem Standard erleichtern, nach Meinung einiger das Lesen jedoch erschweren.
Die häufigsten SatzzeichenDie am häufigsten verwendeten Satzzeichen, in deutschen Texten, sind im Kasten am rechten Rand aufgelistet. In anderssprachigen Texten gibt es zum Teil andere Satzzeichen, oder sie werden anders verwendet. Beispiel: In englischen Texten zeigt der Apostroph – zusammen mit einem „s“ – oft den Genitiv an (Beispiel: Miller's garden). Diese Anwendung findet sich heute oft auch in vom Standard abweichenden deutschen Texten (siehe Apostrophitis).
Seltenere Satzzeichen
und noch einige mehr. Anekdote zur Auswirkung von SatzzeichenDie Setzung von Satzzeichen ist oft auch für die Vermittlung des gewünschten Inhalts wichtig. Die nachfolgende frei erfundene Anekdote verdeutlicht dies: Vor langer langer Zeit gab es einen Bösewicht, der hingerichtet werden sollte. Man schickte nach dem König. Er hatte das Recht inne, den Delinquenten zu begnadigen. Ein Bote kam vom König mit folgender Botschaft zurück: „Ich komme nicht köpfen!“. Nur, wo sollte man das Komma setzen? „Ich komme, nicht köpfen!“ oder „Ich komme nicht, köpfen!“? Literatur
Einzelnachweise
WeblinksSiehe auch |
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