Der senkrechte Strich (engl. vertical bar, im Programmiererjargon oft Pipe) wird vor allem in der EDV und Mathematik (unter anderem als Betragszeichen) genutzt. Der deutsche Fachbegriff für das Zeichen im Bereich der EDV lautet Verkettungszeichen.
Das Zeichen wird entweder als durchgehender („|“) oder in der Mitte unterbrochener („¦“) senkrechter Strich dargestellt.
Auf PCs (mit dem Betriebssystem Windows) wird er bei einem deutschsprachigen Tastaturlayout über die Tastenkombination Alt Gr + < > erzeugt, bei einem schweizerdeutschen Tastaturlayout über die Tastenkombination Alt Gr + 1 für den unterbrochenen Strich und Alt Gr + 7 für den durchgehenden Strich. Die Tastenkappen sind aber genau umgekehrt beschriftet.
Auf einem Mac erzeugt man ihn durch die Tastenkombination ⌥+7.
Verwendung
Mathematik
In der Mathematik steht der einfache senkrechte Strich (ungepaart) für
In Unix-Shells bezeichnet ein senkrechter Strich eine Pipe. Mit Pipes lassen sich Eingabe- und Ausgabestrom von zwei Programmen verketten. (Bsp.: ls | more)
Zwei senkrechte Striche hintereinander bezeichnen in vielen Programmiersprachen (z. B. C, Perl) das logische Oder und ein einfacher senkrechter Strich das bitweise Oder
Bei einigen Suchmaschinen wie etwa Google kann der senkrechte Strich – ohne Leerzeichen zwischen Suchbegriffe gesetzt – den Operator „OR“ ersetzen
etc.
In Lexika und Wörterbüchern, etwa dem Duden, bezeichnet der senkrechte Strich mögliche Trennstellen eines Wortes; alternativ wird manchmal ein Mittelpunkt verwendet
Im ZeichensatzASCII aus dem Jahr 1963 ist der senkrechte Strich, nicht jedoch der unterbrochene Strich enthalten. Dieser kommt jedoch in gleichalten Zeichensätzen der Firma IBM vor. Allerdings enthält bereits die ASCII-Erweiterung ISO 8859-1 (auch als Latin-1 bekannt) 1986 beide Strich-Varianten. Fast alle modernen Computer verwenden den im Jahr 1991 eingeführten Unicode-Standard und können daher beide Zeichen problemlos verarbeiten und darstellen.