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Siegburg ist die Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises im Süden Nordrhein-Westfalens. Sie liegt östlich des Rheins im Süden Nordrhein-Westfalens, in geringer Entfernung zu Bonn und Köln, und an den Ufern von Sieg und Agger. Siegburg befindet sich nördlich des Siebengebirges und Bonn, sowie südlich von Köln.
Geographie
Siegburg befindet sich in einem südöstlichen Ausläufer der Kölner Bucht und grenzt im Osten an die Höhen des Bergischen Landes, im Süden an die des Westerwaldes und des Siebengebirges. Nordöstlich von Siegburg befindet sich die Wahner Heide. Unweit der Stadt befindet sich die Siegaue.
Siegburg befindet sich an der Sieg, einem Fluss der westlich von Siegburg in den Rhein mündet, und an der Agger, die ihrerseits ein Nebenfluss der Sieg ist und die Trennlinie zur Nachbarstadt Troisdorf darstellt. Von der Sieg zweigt der Siegburger Mühlengraben in der Höhe des Siegwehrs ab, fließt durch das Stadtgebiet, und vereinigt sich schließlich wieder mit der Sieg. Des Weiteren fließt der Wahnbach, der die Wahnbachtalsperre speist, durch das Gebiet des Siegburger Stadtteils Seligenthal.
Geologie
Siegburg befindet sich in der Niederrheinischen Bucht, die ein Becken am Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges darstellt. Im Tertiär kam es hier zu Einsenkungen, die zur Bildung dieser Bucht führten. Im Oberoligozän reichte das Meer bis in den Bonner Raum hinein. Die Tonablagerungen, die später die Grundlage des Siegburger Keramikhandwerks wurden, bildeten sich während des Oligozäns. Nach dem Rückzug des Meeres kam es zur Sedimentation von Sanden mit Braunkohleflözen. Charakteristisch für dieses Gebiet sind Terrassensysteme des Rheins und seiner Nebenflüsse, der Sieg und der Agger. Siegburg ist bekannt für seine hellgrauen bis dunkelgelben Tone, welche hauptsächlich in der Aulgasse in Siegburg-Nord gefördert wurden und die der daraus produzierten Keramik eine helle Farbe verleihen.
Bergbau
- Die Gruben Ziethen, Plinius und Franz
Auch auf dem relativ kleinen Stadtgebiet von Siegburg wurde Bergbau betrieben. So hat sich unterhalb der Wahnbachtalsperre zwischen Seligenthal und Weingartsgasse das Bergwerk Ziethen befunden. Bereits im 12. Jahrhundert müssen hier schon Blei- und Kupfererze gefördert worden sein. 1854 wurde das Bergwerk wieder in Betrieb genommen.
Der Abbau erfolgte hier bis in eine Tiefe von 70 Metern. Dabei gestaltete sich die Wasserhaltung im Schacht als äußerst schwierig. 1878 wurde der Betrieb dann eingestellt, da die Mächtigkeit der Erze mit zunehmender Tiefe abnahm. Die Grube wurde von 1923 bis 1927 erneut untersucht, es fand aber kein Abbau mehr statt. Vor Ort findet man heute noch eine große überwachsene Halde sowie einige Eisenstangen, die aus der Erde heraus ragen.
Östlich von Schneffelrath haben sich die Erzvorkommen Plinius und Franz befunden. Der Abbau im Erzvorkommen von Plinius erfolgte wohl nur kurzfristig um 1860.
Natur
Naturdenkmäler
- fünf Stieleichen im Stadtwald
- Rotbuche nordöstlich von Gut Umschoß, ein achtstämmiger Baum
- Rotbuche im Kaldauer Gemeindewald. Es handelt sich um die höchste Buche im Rhein-Sieg-Kreis.[2]
Naturschutzgebiete
- Feuchtgebiet im Hufwald. Unterhalb von Siegburg-Kaldauen, zwischen den Altarmen und dem Haus zur Mühlen liegendes Sumpfgebiet.
- Siegaltarme. Oberhalb des Siegwehres zwischen den Wolsbergen und der Autobahnbrücke der A 3.
- Trerichsweiher, ein im 16. Jahrhundert künstlich angelegter Weiher. Bis Ende 1970 wurde hier Fischzucht betrieben. Teile des Weihers wurden durch den Bau der Umgehungsstraße (B 56) zugeschüttet.
- Wahner Heide und Teile der Aggerau im Rhein-Sieg-Kreis.
Geschichte
Vor- und Frühzeit
- 1000–500 v. Chr.: Siedlungen am Rande des heutigen Stadtgebietes, auf dem Brückberg und Seidenberg, sind durch Funde belegt.
- 500 n. Chr.: Fränkische Landnahme erreicht den Siegburger Raum.
- seit ca. 1000 gilt Siegburg als Töpferstadt. Die Entwicklung des Töpferhandwerks setzte somit wesentlich früher ein als in der ebenso bekannten rheinischen „Töpferstadt“ Frechen.
- 1060: Vertreibung des Pfalzgrafen Heinrich durch Erzbischof Anno II. von Köln.
- 1064: Gründung der Abtei Michaelsberg durch Erzbischof Anno II.
- 1069 erhält Siegburg die Markt-, Zoll- und Münzrechte von König Heinrich IV.
- Vor 1182 erhält Siegburg Stadtrecht.
- ab ca. 1300 erlebt Siegburg eine erste Blüte der Töpferei. Ortsansässige Töpfer stellen gesintertes Siegburger Steinzeug her.
- 1403 verspricht der Siegburger Abt Pilgram von Drachenfels Johann II. von Loen die Übernahme der Siegburger Schirmvogtei. Hierdurch kommt es zu einem Krieg zwischen Abtei und den Bürgern der Stadt, die mit dem späteren Herzog Adolf von Berg, dem Sohn des bisherigen Stadtvogtes, die Abtei belagern. Die Abtei wurde erheblich beschädigt, aber nicht genommen. Die Stadt wurde in Brand geschossen. Stadt und Abtei einigten sich dann, die Vogtrechte weiter den Herren von Berg zu lassen.
Beginn der Neuzeit
- ab ca. 1500 erlebt Siegburg die zweite Blüte der Töpferei.
Siegburger Töpfern gelingt es kunstvolle Verzierungen an den Töpferwaren anzubringen. Aus Siegburg stammen die Schnellen (schlanke Bierkrüge mit Deckel).
Zeit der Industrialisierung
- 1862: Eröffnung der ersten Schmalspurbahn Deutschlands, der Bröltalbahn. Sie verband nach dem Bau weiterer Strecken in den Jahren bis 1902 zahlreiche Ortschaften zwischen Hennef (Sieg), Waldbröl, Beuel, Siegburg und Asbach (Westerwald).
- 1872: Eröffnung des ersten Abschnitts der Aggertalbahn bis Overath, die Siegburg mit dem Bergischen Land verband.
- 1865 werden die baufälligen Stadttore abgebrochen
- 1886: Eröffnung der königlich preußischen Strafanstalt zu Siegburg, der heutigen Justizvollzugsanstalt Siegburg
- 1892: kommt es zur Ansiedlung von staatlichen Rüstungsbetrieben in Siegburg, der Königlichen Geschossfabrik Brückberg und des Königlichen Feuerwerkslaboratoriums, in denen bis zu 20.000 Menschen während des Ersten Weltkrieges arbeiten.
- 1899: Die Landgemeinde Wolsdorf, zu der auch der Stallberg zählte, wurde im Zuge einer Gebietsreform am 1. April 1899 zu Siegburg eingemeindet.
20. Jahrhundert
- Von 1914 bis 1966 war Siegburg an die Kleinbahn Siegburg-Zündorf angebunden.
- 1933: Beim Versuch eines SS-Trupps, das Volkshaus zu stürmen, wird in der Nacht vom 14. zum 15. Februar ein SS-Mann erschossen. Unter Mangel an Beweisen werden später 6 Männer zu 8-12 Jahren Haft verurteilt.
- 1933: Im März/April werden aus Siegburg und Umgebung zahlreiche politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter u. a.) zur „Schutzhaft“ ins Zuchthaus Siegburg überführt.
- 1938: Im Zuge des Novemberpogroms wird die Synagoge zerstört.
- Ab 1939 werden bis Kriegsende mehrere Tausend ausländische Zwangsarbeiter in Siegburger Groß- und Kleinbetrieben eingesetzt. Mehr als 400 kommen zu Tode.
- Am 28. Dezember 1944 werden bei einem Bombenangriff 1500 Bomben auf Siegburg abgeworfen und 66 Menschen getötet sowie Hunderte verletzt.
- Am 3. März 1945 werden bei einem Bomberangriff 3000 Bomben über Siegburg abgeworfen, wodurch 35 Einwohner getötet wurden und etwa 1000 Gebäude beschädigt wurden.
- Am 9. und 10. März 1945 erfolgen Bombenangriffe auf Wolsdorf, die über 100 Tote fordern.
- Am 10. April 1945 wird Siegburg von Teilen der 97. Infanteriedivision der US-Armee nach wochenlangem Kampf besetzt. Als Bürgermeister wird von den Amerikanern der Deutschamerikaner Eugen Vogel aus Siegburg eingesetzt.
- 1957: Das Wachbataillon beim Bundesverteidigungsministerium und das Stabsmusikkorps der Bundeswehr werden in der Brückberg-Kaserne in Siegburg stationiert.
- 1969: Siegburg wird Kreisstadt des Rhein-Sieg-Kreises.
- 2003: Anbindung an die ICE-Strecke Köln–Frankfurt.
Eine Besonderheit Siegburgs sind die „Scherbenhaufen“. Siegburg war eine in Europa bekannte Töpferstadt, die sehr hohe Qualität herstellte. Der Zunftmeister überprüfte jeden Brand auf Fehler. Tonwaren, die dem Qualitätsanspruch nicht genügten, mussten zerschlagen werden. Noch heute findet man im Siegburger Stadtgebiet bei Bauarbeiten diese Haufen.
Religionen
- Benediktinerabtei Michaelsberg
- Katholische Kirchengemeinde Sankt Servatius
- Pfarrkirche Sankt Servatius
- Sankt Anno (Nordstadt)
- Sankt Hedwig (Zange)
- Sankt Dreifaltigkeit (Wolsdorf)
- Sankt Elisabeth (Deichhaus)
- Sankt Joseph (Brückberg)
- Liebfrauen (Kaldauen)
- Sankt Mariä Empfängnis (Stallberg)
- Sankt Antonius (Seligenthal)
- Sankt Mariä Namen (Braschoß)
- Kapellen
- Herz Jesu (Krankenhaus)
- Königin des Friedens (Innenstadt)
- Johannes Nepomuk (Alter Friedhof)
- Hubertus (Wolsdorf)
- Marien (Kaldauen)
- Rochus (Seligenthal)
- Evangelische Kirchengemeinden
- Kirchengemeinde Siegburg
- Kirchengemeinde Siegburg-Kaldauen
- Evangelisch Freikirchliche Christusgemeinde
- Evangelische Freikirche Siegburg
- Islamische Gemeinde
Politik
Siegburg unterhält Partnerschaften mit den Städten Nogent-sur-Marne (Frankreich), Guarda (Portugal), Bolesławiec (Polen), Selcuk (Türkei) und Orestiada (Griechenland).
Wappen
Das blaue Wappenschild enthält den gold nimbierten Erzengel Michael, Flügel in Silber, einen roten Mantel, in den Händen ein goldenes Zepter und einen blauen Reichsapfel mit goldenem Kreuz. Michael steht auf einem Berg als wachsende Gestalt und weist auf den Ursprung und Lage der Stadt, dem Kloster auf dem Michaelsberg hin. Die Abbildung auf dem Berg stellt einen schreitenden, roten, blaubewährten Löwen dar und stellt damit den sonst stehenden Bergischen Löwen dar und weist auf die frühere politische Zugehörigkeit von Siegburg zum Herzogtum Berg hin. Die Grafen von Berg waren Vögte der Abtei Michaelsberg.
Stadtrat
Verteilung der 44 Sitze im Siegburger Stadtrat:
CDU: 24 Sitze | SPD: 8 Sitze | Grüne: 6 Sitze | FDP: 4 Sitze | Die Linke: 1 Sitz | Ab jetzt…Bündnis für Deutschland: 1 Sitz
Stand: Kommunalwahlen vom 30. August 2009
| Stadtdirektoren |
Ehrenamtliche Bürgermeister |
Bürgermeister |
- 1968-1980 | Dr. Norbert Jakobs (CDU)
- 1980-1995 | Dr. Konrad Machens (CDU)
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- 1964-1989 | Adolf Herkenrath (CDU)
- 1989-1995 | Rolf Krieger (CDU)
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Ehrenbürger
- 1946 | Kaspar Heppekausen (Ehrendechant)
- 1952 | Paul Hubert Kraemer (Pfarrer)
- 1955 | Ildefons Schulte Strathaus (Abt)
- 1964 | Alfred Keller (Unternehmer)
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- 1975 | Eleonore Keller (Unternehmerin)
- 1975 | Ewald Klett (Bürgermeister)
- 1983 | Helena Schmitz (Unternehmerin)
- 1985 | Hans Alfred Keller (Unternehmer)
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- 1998 | Placidus Mittler (Altabt)
- 2002 | Veronika Keller (Unternehmerin)
- 2003 | Wolfgang Overath
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Kultur
Die Siegessäule am oberen Markt.
In Siegburg befinden sich die Studiobühne Siegburg, ein Theater, das im Jahr 2006 gegründete Volkstheater Siegburg, sowie die im September 2006 eröffnete Rhein-Sieg-Halle, ein Multifunktionskomplex, in den bis zu 2.000 Zuschauer passen.
Für den Museumsfreund hält die Stadt das Siegburger Stadtmuseum, das Siegwerk-Museum im Torhaus sowie das Abteimuseum in der Abtei Michaelsberg bereit.
Regelmäßige Veranstaltungen
Sehenswürdigkeiten
St. Servatius und Haus zum Winter
- Die Pfarrkirche St. Servatius wurde bereits vor der Abteigründung errichtet und im 12./13. Jahrhundert zu einer zweischiffigen Emporen-Basilika erweitert. Sie beherbergt eine Schatzkammer mit dem spätromanisch-gotischen Siegburger Kirchenschatz, der besichtigt werden kann. Bekannt ist die St.-Servatius-Kirche auch durch die große Orgel der Orgelmanufaktur Klais und den dort stattfindenden Internationalen Siegburger Orgelzyklus.
- Das Haus zum Winter, das frühere Pfarrhaus der Servatiuskirche, wurde zwischen 1220 und 1230 erbaut und ist das älteste, zumindest teilweise erhaltene Wohnhaus Siegburgs. Es befindet sich am oberen Markt (Griesgasse 2).
- Das Zeughaus (Zeughausstraße): Das einstige königlich-preußische Zeughaus erlangte Bedeutung, als Freischärler 1849 versuchten, das Zeughaus zu erstürmen. Unter ihnen waren die Revolutionäre Carl Schurz und Gottfried Kinkel. Sie machten sich von Bonn aus auf den Weg nach Siegburg, wurden aber bereits in Hangelar gestoppt. Im heute unter Denkmalschutz stehenden Zeughaus ist die Musikwerkstatt Engelbert Humperdinck untergebracht.
- Klosterkirche Seligenthal (Sankt Antonius)
- Siegessäule am oberen Markt
Kulinarische Spezialitäten
- Abteiliqueur, hergestellt nach altem Klosterrezept aus edlen Kräutern von den Benediktinern in der Abtei auf dem Michaelsberg. Wer eine Flasche davon verschenken will, sollte darauf achten, nur grün gefärbte Flaschen zu nehmen. Die künstlerisch wertvollen Flaschen, die aus durchsichtigem Glas sind, haben den Nachteil, dass der Liqueur darin seine Farbe verlieren kann.
- Michel, eine helle Biersorte, und das naturtrübe Siegburger, welche in der Abteibrauerei, im Siegburger Caféhaus in der Holzgasse sowie im Restaurant „Abteistuben“ auf dem Michaelsberg angeboten werden.
Wirtschaft und Infrastruktur
Die Stadtbahnlinie 66 am Siegburger Bahnhof
Die Kredit-Serviceagentur Rheinland, eine Abwicklungstochter der Kreissparkasse Köln, hat ihren Sitz in Siegburg.
Allgemeines
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Siegburg hat sich wirtschaftlich in den letzten Jahren gut entwickelt. Die Einwohnerzahl steigt, viele Großprojekte wurden verwirklicht. So wurde das Gebäude der früheren Hauptpost abgerissen. An seiner Stelle entstand ein Büro- und Geschäftshaus der Kreissparkasse Köln, das S-Carré. Die ehemalige Neue Poststraße, ÖPNV-Durchgangsstrecke vom Bahnhof in Richtung westlicher Innenstadt, wurde zum Erweiterungsbereich der Fußgängerzone. Die frühere Straße An der Stadtmauer ist völlig verschwunden; dort verläuft inzwischen ein Fußweg. Nach einer sich erheblich länger als geplant hinziehenden Bauzeit ist auch der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn an der Neubaustrecke Köln-Frankfurt 2004 fertiggestellt worden. Nach verschiedenen Studien hat insbesondere die Anbindung der Kreisstadt an die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main Ende 2002 der Entwicklung der Stadt einen Schub gegeben, was sich auch positiv auf die Einwohnerentwicklung ausgewirkt habe.
Eine zunehmende Anzahl von kritischen Stimmen auch in der Einwohnerschaft merkt jedoch an, dass die Dimension zahlreicher in den vergangenen Jahren verwirklichter Baumaßnahmen den Rahmen einer 40.000-Einwohner-Stadt sprenge.
Ende 2008 hat Siegburg eine Pro-Kopf-Verschuldung von ca. 6.454 Euro (Kinder eingerechnet). Dies ist die zweithöchste Pro-Kopf-Verschuldung einer Kommune in Nordrhein-Westfalen.
Verkehr
- Stadtbahn
Die Stadt ist über die Siegburger Bahn (Stadtbahnlinie 66, auch Telekom-Express genannt) mit Bonn verbunden, die zu den Hauptverkehrszeiten im 10-Minuten-Takt über die Kennedybrücke (Bonn) und die Konrad-Adenauer-Brücke (Bonn) in Bonn bis nach Bad Honnef führt. Durch die Linie 66 wird Siegburg außerdem mit Sankt Augustin und Königswinter verbunden. Nur an Schultagen verkehrt auch die Linie 67 auf der Strecke, mit dem Unterschied, dass die Linie 67 von Siegburg Hauptbahnhof nach Richtung Bonn-Bad Godesberg fährt.[3]
In Siegburg ist im ÖPNV der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) gültig.
Seit 2004 verbindet der „Michel-Express“ die Fußgängerzone (Holzgasse, Markt, Bahnhof) mit der Siegburger Abtei.
- Automobil
Siegburg liegt an den Bundesautobahnen 560 (nach Bonn und Hennef) und 3 (Frankfurt–Köln) sowie an den Bundesstraßen 8, 56
- Interregionale Bahn
Seit 2003 ist Siegburg an die ICE-Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main angebunden. Eigens dafür erhielt Siegburg ein neues Bahnhofsgebäude mit umliegenden Geschäften. Der Bahnhof erhielt den Namen Siegburg/Bonn, da die ICE-Strecke über die Stadtbahnlinie 66 der Stadtwerke Bonn im Zehn-Minuten-Takt an den Bonner Hauptbahnhof anbindet. Weiterhin liegt Siegburg an der Siegstrecke Köln–Siegen und wird von Regional-Express-Zügen der Linie RE 9 bedient. Die S-Bahn-Linie 12 (Düren–Köln–Hennef (Sieg)–Au) hält ebenfalls in Siegburg.
Ansässige Unternehmen
- Die Siegwerk Druckfarben AG und mit ihr einer der weltweit größten Druckfarbenhersteller, die Siegwerk Group, ist seit 1840 in Siegburg ansässig.
- HIT Handelsgruppe GmbH & Co. KG
- Von Januar 1937 bis Dezember 1957 wurden in Siegburg die Cantulia Akkordeons hergestellt. [4]
- (momentan noch) Sitz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA)
- Die OSB-Krankenhausmanagementberatung GmbH
- Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK GmbH)
Medien
- Zeitungen
- Radio
- TV
Bildung
- Die Schauspielschule Siegburg (Berufsfachschule für darstellende Bühnenkunst)
- Berufskolleg des Rhein-Sieg-Kreises
- Volkshochschule Rhein-Sieg
- Engelbert-Humperdinck-Musikschule
- Gymnasien
- Realschulen
- Alexander-von-Humboldt-Realschule im Schulzentrum Neuenhof
- Hauptschulen
- Hauptschule Haufeld
- Hauptschule im Schulzentrum Neuenhof
- Grundschulen
Justiz
Neben der Justizvollzugsanstalt Siegburg befinden sich in Siegburg das
- Amtsgericht Siegburg, zuständig für den rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises mit Ausnahme der Kommunen Windeck (AG Waldbröl), Königswinter und Bad Godesberg (AG Königswinter) und das
- Arbeitsgericht Siegburg, zuständig für den rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises und den Oberbergischen Kreis mit Ausnahme der Kommunen Hückeswagen und Radevormwald.
Die Justizvollzugsanstalt Siegburg geriet 2006 bundesweit in die Schlagzeilen, als ein brutaler Misshandlungsfall bekannt wurde, bei dem ein 20-jähriger von drei Mithäftlingen zu Tode gefoltert wurde.[5]
Sport
- Billard: Der Siegburger Billard Club e. V. besteht seit 1950 und spielte bis in die Landesebene hinein.
- Faustball: Der Faustballclub Braschosser TV 1913 spielt mit der Damen- und Herrenmannschaft in der 2. Bundesliga Nord.
- Handball: Der Siegburger TV spielt mit der 1. Herrenmannschaft in der Landesliga A im Handballverband Mittelrhein.
- Rudern: Der Siegburger Ruderverein von 1910 e. V. bietet Interessierten Rennruder- und Breitensportangebote.
- Schach: Der Schachclub 1919 Siegburg e. V. spielt mit seinen 4 Mannschaften im Siegburger Kolpinghaus.
- Boxen: Der Siegburger Box Club 1921 e. V. ist einer der ältesten Box Clubs Deutschlands
- Fußball: Der Siegburger Sportverein 1904 e.V ist einer der ältesten und besten Clubs aus Siegburg.Hier begann Wolfgang Overaths Karriere.
- Triathlon: Der SV Hellas Siegburg besteht seit 1923 und bietet Schwimmen, Wasserball und Triathlon an.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Charles Wimar, Maler, * 20. Februar 1828, † 28. November 1862 in St. Louis, wanderte 1843 in die USA aus, bekannt durch seine Darstellungen amerikanischer Ureinwohner
- Hermann Joseph Mohr, Musikwissenschaftler, * 10. Januar 1834, † 7. Februar 1892, schrieb zahlreiche Kirchenlieder, darunter auch „Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land“ und „Maria breit den Mantel aus“
- Engelbert Humperdinck, Komponist, * 1. September 1854, † 27. September 1921
- Ernst Rolffs jun., Unternehmer * 18. März 1858, † 1939, erfand den maschinellen Rasterkupfertiefdruck und den Dreifarbentiefdruck
- Ruth Rehmann, * 1. Juni 1922, Schriftstellerin
- Ernst H. Hilbich, * 16. März 1931, Schauspieler und Kabarettist, u. a.: Die Anrheiner, Late Show, Kinderarzt Dr. Fröhlich, Willi wird das Kind schon schaukeln.
- Wolfgang Overath, Fußballspieler, * 29. September 1943, Präsident des 1. FC Köln, Mitglied der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Fußballweltmeister 1974, Ehrenbürger von Siegburg seit 2003
- Peter Kurth, * 5. April 1960, CDU-Politiker, 1999 bis 2001 Berliner Finanzsenator, 2009 Kandidat für die Position des Kölner Oberbürgermeisters (er verlor die Direktwahl gegen Jürgen Roters/SPD)
- Wolfgang Seidenberg, * 18. März 1962, Schauspieler, u. a. im Marienhof
- Anke Johannsen * 15. Juni 1981, Sängerin, Pianistin und Songwriterin
- Axel Bellinghausen, * 17. Mai 1983, Fußballspieler (TuS 05 Oberpleis, Fortuna Düsseldorf, derzeit: FC Augsburg)
- Patricia Hanebeck, * 26. Februar 1986, Fußballspielerin vom FCR 2001 Duisburg
- Simone Gorholt, * 8. Januar 1989, deutsche Nachwuchsschauspielerin (Marienhof).
- Sarah Kim Gries, * 3. März 1990, deutsche Nachwuchsschauspielerin (Die Wilden Kerle)
Mit der Stadt verbundene Personen
- Anno II. von Köln (auch: Hanno von Köln, Hanno II. etc.), (* um 1010, † 4. Dezember 1075 in Siegburg), Erzbischof von Köln 1056-1075, Heiliger der katholischen Kirche
- Johann Lair * 1476 in Sieglar, † 1554 in Siegburg, auch genannt John Siberch (hergeleitet von seinem Wohnort Siegburg), gründete 1520 die Universitätsdruckerei in Cambridge (England)
- Ignaz Pfefferkorn (* 31. Juli 1726 in Mannheim; † 16. Juni 1798 in Siegburg), Jesuit, Missionar und Naturforscher
- Maximilian Jacobi (* 10. April 1775 in Düsseldorf, † 18. Mai 1858 in Siegburg), Arzt und Gründungsdirektor der ersten Rheinischen Provinzial-Irrenheilanstalt
- Peter Joseph Dietzgen (* 9. Dezember 1828 in Stadt Blankenberg bei Hennef, † 15. April 1888 in Chicago, USA), Arbeiterphilosoph, Journalist und Lohgerber
- Willi Schultz (* 9. Oktober 1892 in Kolberg; † 3. November 1972 in Siegburg), Schullehrer und Sammler pommerscher Volkslieder und Volkstänze, lebte nach der Vertreibung aus Pommern seit 1947 in Siegburg
- Lotte Betke, Schriftstellerin und Schauspielerin, (* 5. November 1905 in Hamburg, † 25. Juli 2008 in Siegburg)
- Heinz Irsen, Komponist, (* 5. Februar 1906 in Köln, † 11. November 1989 in Troisdorf), komponierte zum 25-jährigen Bestehen der Siegburger Musikschule (1967) seine groß besetzte „Siegburger Festmusik“, die in der Stadthalle Siegburg mit großem Erfolg uraufgeführt wurde.
- Ulf Merbold (* 20. Juni 1941 in Greiz), Physiker, Astronaut, Leiter des Europäischen Astronautenzentrums der ESA in Köln, lebte in Siegburg.
- Günter Ollenschläger (* 3. März 1951 in Bonn-Beuel), Wissenschaftspublizist machte 1969 sein Abitur am Siegburger Anno-Gymnasium, Leiter des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin in Berlin.
- Tom Buhrow (* 29. September 1958 in Troisdorf bei Siegburg), machte 1978 sein Abitur am Siegburger Anno-Gymnasium, Moderator der Tagesthemen in der ARD.
- Hanna Jansen (* 1946 in Diepholz), in Siegburg wohnhafte Kinder- und Jugendbuchautorin.
- Markus Maria Profitlich (* 25. März 1960 in Bonn), Comedian, besuchte die Hauptschule Haufeld in Siegburg und war Gruppenleiter im dortigen CVJM.
- Karl Jüsten (* 7. September 1961 in Bad Honnef bei Siegburg), in Siegburg aufgewachsener römisch-katholischer Geistlicher (Prälat), seit 2000 Leiter des Kommissariats der deutschen Bischöfe – Katholisches Büro in Berlin.
- Elisabeth Winkelmeier-Becker (* 1962 in Troisdorf), Bundestagsabgeordnete für Siegburg
- Ross Antony (* 1974 in Bridgnorth, Shropshire, England), in Siegburg wohnhafter Musicaldarsteller.
Trivia
Ein Minensuchboot der deutschen Marine Ensdorf-Klasse wurde nach der Stadt Siegburg benannt.
Ein ICE der Baureihe 406 der DB AG, wurde vor Fertigstellung des neuen Bahnhofes nach der Stadt benannt.
Verweise
Einzelnachweise
- ↑ Information und Technik Nordrhein-Westfalen - Amtliche Bevölkerungszahlen (Hilfe dazu)
- ↑ Liste des Rhein-Sieg-Kreises
- ↑ Minifahrplan der Stadtwerke Bonn 2008 zur Linie 67
- ↑ Beste "Quetschebüggel" kamen einst aus Siegburg - Zug, Druck, Cantulia
- ↑ JVA Siegburg: Folter-Pause nur zur "Sportschau"
Literatur
- Andrea Korte-Böger: Die Hexenprozesse in Siegburg (1636–1638). Siegburger Blätter, Geschichte und Geschichten aus Siegburg, Nr. 6, April 2005 (mit Lebensbildern der 19 in Siegburg hingerichteten Personen)
- Peter H. Krause:Belagert, erobert, geplündert, Siegburger Kriegszeiten von 1583 bis 1714, Verlag Franz Schmitt, Siegburg 1998, ISBN 3-87710-185-2
- Veröffentlichungen des Geschichts- und Altertumsvereins für Siegburg und den Rhein-Sieg-Kreis:
- Bd.1- Wilgrand:Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegburg,
- Bd.2- Maria Geimer:Denkschrift zur Eingliederung eines Teiles der Gemeinde Braschoß in die Stadt Siegburg,
- Bd.4- Josef Semmler:Die Klosterreform von Siegburg,
- Bd.6- Mauritius Mittler (OSB):Bericht über die Translation des heiligen Erzbischofs Anno und Annonische Mirakelberichte
Weblinks
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