Sozialer Wandel

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Als Sozialer Wandel (auch: Gesellschaftlicher Wandel) werden die Veränderungen bezeichnet, die innerhalb einer Gesellschaft über einen längeren Zeitraum vor sich gehen, und zwar in erster Linie die Veränderungen der Sozialstruktur einschließlich der Bevölkerungsstruktur.

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Zur Beschreibung dieses Phänomens wurden verschiedene Begriffe wie Entwicklung, Fortschritt oder Evolution benutzt. Auch der Begriff Modernisierung wird in diesem Zusammenhang oft verwendet. Allerdings haben sich viele von ihnen als problematisch erwiesen, da hier einerseits der Eindruck von einem unabdingbar notwendigen Geschehen entstehen kann und andererseits eine zielgerichtete Veränderung hin zu einem besseren Zustand oder einer höheren Ebene suggeriert wird. Um einen neutraleren Begriff zu verwenden, wurde von William Fielding Ogburn der Begriff des „sozialen Wandels“ in die Soziologie eingeführt.

Ralf Dahrendorf definiert besonders rapiden und radikalen sozialen Wandel als „Revolution“, Lars Clausen besonders rapiden, radikalen und magisierten (dämonisierten) (= „krassen“) sozialen Wandel als „Katastrophe“.

Aspekte des Sozialen Wandels, die die Neuentstehung oder Aufgliederung von sozialen Positionen, Lebenslagen und/oder Lebensstilen betreffen, werden als Soziale Differenzierung bezeichnet.

Theorien des Sozialen Wandels

Die Bestimmung der Ursachen von sozialem Wandel ist recht komplex. Versuche, den Wandel monokausal durch einen einzelnen Faktor zu erklären (z. B. durch technische Entwicklung, ökonomische Basis, Kultur, Religion etc.), gelten damit als ungeeignet. Man geht vielmehr von einer weitreichenden Interdependenz der sozialen Handlungsfelder und Bereiche aus, wobei einzelne Bereiche anderen Bereichen vorauseilen können.

Moderne mehrdimensionale Theorien des Sozialen Wandels haben gemeinsam, dass sie ihr Hauptaugenmerk auf Interessengegensätze, Konflikte und Entwicklungsrückstände und die dadurch erzeugten sozialen Spannungen richten. So führt in der so genannten Polarisierungsthese die fortschreitende Automation in kapitalistischen Gesellschaften nach der Erwartung einiger Forscher zu einer Aufteilung der Gesellschaft in zwei Teile. Dabei bilden den kleinen Teil hochqualifizierte, den großen Teil aber weiterhin unterqualifizierte Arbeitende. Folglich widerspricht die These der Behauptung, der soziale Wandel würde zu einer Höherqualifizierung aller Berufstätigen führen.[1]

Weitere Untersuchungen gehen der Frage nach, wie der Soziale Wandel gezielt politisch beeinflusst werden kann.

Literatur

Quellen

  1. Vgl. O(tthein) R(ammstedt), Wandel, sozialer, in: Werner Fuchs-Heinritz/Rüdiger Lautmann/Otthein Rammstedt/Hanns Wienpold (Hgg.), Lexikon zur Soziologie, 4. Aufl., VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, S. 720.

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