StarOffice ist der Markenname eines Anwendungsprogramms der Klasse der Office-Suiten. Das Programm StarWriter war erstmals 1985 von Star Division erhältlich, wurde bis 1995 zu einem vollständigen Office-Paket mit allen im Büro relevanten Programmodulen ausgebaut und seit 1999 von Sun Microsystems vertrieben. Bekannt ist heute auch das auf StarOffice basierende kostenlose OpenOffice.org, das von freiwilligen Entwicklern weltweit entwickelt wird.
In früheren Versionen (bis einschließlich StarOffice 5.2) waren auch ein E-Mail-Client (StarOffice Mail) und eine Terminverwaltung (StarOffice Schedule) integriert.
StarOffice ist seit der Version 3.0 so konzipiert, dass es auf verschiedenen Betriebssystemen lauffähig ist. Damit ist es das weltweit erste plattformübergreifende Officeprogramm. Zur Zeit sind dies die Plattformen Microsoft Windows, Mac OS X, Linux und Solaris (sowohl für die SPARC als auch für die x86 Prozessorarchitektur).
In Asien wird StarOffice unter dem Namen StarSuite vermarktet. Die Dateien beider Programme sind austauschbar und kompatibel. Der größte Funktionsunterschied besteht in der Unterstützung von chinesischen, japanischen und koreanischen Schriften (auf Unicode basierend) und Sprachen in der StarSuite.[1]
Unterschied zu OpenOffice.org
StarOffice ist eine kommerzielle Variante von OpenOffice.org. OpenOffice.org ist das vollständig quelloffene Schwesterprojekt (vgl. Open Source). Einer der Hauptunterschiede zwischen OpenOffice.org und StarOffice ist, dass Sun für StarOffice Programm-Aktualisierungen („update packs“) anbietet, wohingegen die Anwender von OpenOffice.org das Gesamtpaket herunterladen müssen. Allerdings wachsen die kumulativen Update-Pakete mit fortschreitender Versionsnummer an und sind bei StarOffice 8 größer als die OpenOffice.org-Vollversion.
StarOffice wird für einzelne Personen (statt pro Computer) lizenziert. Ein Nutzer kann daher Kopien z. B. auf Notebook und Desktop, Linux und Windows installieren, so lange er nur eine Kopie gleichzeitig nutzt. Für Schüler, Studenten und akademische Einrichtungen lässt sich StarOffice lizenzkostenfrei herunterladen (d. h. Berechtigte brauchen nicht mehr auf die Medien zu warten, eine einfache Anmeldung und ein Nachweis genügen). Von August 2007 bis November 2008 konnte die Version 8 der Office-Suite für Privatnutzer kostenlos als Teil des Google Packs bezogen werden.
Weiterhin integriert Sun in ihr als StarOffice vertriebenes Produkt eine bessere Rechtschreibprüfung bzw. -korrektur als die im freien OpenOffice.org integrierte, außerdem einen Thesaurus, Datenbankmodul Adabas D, einige Vorlagen und Cliparts. Diese von Sun eingekauften kommerziellen Komponenten werden aus den Lizenzgebühren von StarOffice finanziert.
Ein weiterer Unterschied bestand lange Zeit darin, dass Sun nur für StarOffice und die StarSuite kommerzielle Kunden-Unterstützung anbot, was für viele Unternehmen bezüglich OpenOffice.org ein Ausschlusskriterium darstellte. Diese Politik hat sich allerdings geändert und Sun bietet kommerzielle Dienstleistungen auch für OpenOffice.org an.
Ein weiterer Unterschied war, dass StampitHome und Business, eine Frankiersoftware der Deutschen Post, für StarOffice 7 unterstützt wurde. In der aktuellen StarOffice-Version funktioniert die Integration der Software hingegen nicht mehr.
Geschichte
Die Softwarefirma Star Division wurde 1984 von Marco Börries in Lüneburg gegründet. Dort entwickelte man zunächst StarWriter für das Z80-HomecomputersystemSchneider/Amstrad CPC unter CP/M und C64 unter Microsoft BASIC, welches mit Erscheinen der ersten i8086 Systems Schneider PC1512 auf MS-DOS 3.2 portiert wurde. Später folgte die Integration der anderen Einzelprogramme zu einer Office-Suite für DOS und nachfolgend für Windows, welche fortan unter dem Namen „StarOffice“ firmierte. Sun Microsystems erwarb StarOffice 1999.
es folgten mehrere neue Versionen. StarWriter hatte eine gefälligere Grafik als MS Word für DOS. Bis zur Version 3.0 war ein kleines Grafikprogramm, eine Adressdatenbank und ein DFÜ-Modul mit enthalten. Sie hieß „StarWriterPC“. Ein englisches Sprachmodul war separat zu erwerben. Die Dateiendung von Star-Writer-für-DOS-Dateien war ".txt", aber es waren keine reinen Textdateien, sondern sie enthielten Formatierungsmerkmale, die nur mit StarWriter für DOS ins eigentliche Format umgesetzt werden konnten. Die Dokumente der DOS-Versionen von StarWriter sind mit späteren StarOffice- oder OpenOffice.org-Anwendungen nicht direkt kompatibel.
erste Version mit eigener VGA-grafischer Oberfläche. – Außerdem erschienen zuerst StarDraw 1.0, später StarDraw 2.0 – ein Vektorgrafikprogramm und zuerst DAVID, dann StarBase 1.0, später die Version StarBase 2.0, womit dBASE-kompatible Datenbanken erstellt werden konnten. Auf Basis dieser Version wurde auch ein abgespecktes Programm (nur zwei Installationsdisketten) als StarWriter Compact 2.0 vertrieben.
im März erschienen, Aktualisierung im Dezember auf „Tauschdiskette“, außerdem wurden verschiedene Erweiterungsmodule zum Nachkaufen angeboten, z. B. eine Zitatverwaltung.
Windows, OS/2, Linux i386, Solaris Sparc/x86 und einzige Mac-Version (OS 7.5)[3]
Internetfunktionen, Globaldokumente (zusammen mit dem ebenfalls neuen Navigator eine Art Container für eine Sammlung von Dokumenten eines Projekts), zahlreiche Funktionen werden für professionelle Zwecke erweitert (darunter Dialoge für Grafik, Feldbefehle, Aufzählungen, Drucken usw.), Windows: 16- und 32-bit Version verfügbar. Version für Linux kostenlos bei nicht-kommerzieller Nutzung. Kostenloses Download-Update von V. 3.0 (oder auf CD für rund 30 DM)[4]
erweiterter Desktop für die Systemintegration in Windows (ersetzt den Windows-Desktop und bietet einen Desktop für Plattformen, auf denen es nichts Vergleichbares gibt).
Windows, Linux i386, Solaris Sparc/x86
OOo zusätzlich: Linux powerpc
Desktop, Browser und Mailclient wieder entfernt (wenig Akzeptanz bei Anwendern), alle Einzelprogramme starten jedoch gleiches Hauptprogramm mit anwendungsspezifischen Modulen, Dialogen und Funktionen.
Windows, Linux i386, Solaris Sparc/x86
OOo zusätzlich: Linux powerpc
Direkter PDF-Export nativ, d. h. ohne zusätzliche Erweiterungen, erweiterte Exportfunktionen (darunter Adobe Flash-Format), Makrorecorder für Writer und Calc.
Windows, Linux i386, Solaris Sparc/x86
OOo zusätzlich: Linux powerpc,sparc
OOo ab 2.0.3: Mac OS X (10.4)
eigene Datenbankanwendung (Base, damit auch in OpenOffice.org), neues Dateiformat „OpenDocument“, systemabhängige Oberfläche, optimierte Benutzerführung für den Umstieg von MS Office.
Windows, Linux i386, Solaris Sparc/x86
OOo zusätzlich: Linux powerpc, Mac OS X (x86/PPC)
Neuprogrammierung von Chart, Aufbau und Darstellung von Diagrammen verbessert, Exportfunktion des MediaWiki-Formats in Writer, mehrere Verbesserungen, darunter auch Rechtschreibprüfung.
Windows, Linux i386, Solaris Sparc/x86
OOo zusätzlich: Linux powerpc,sparc,amd64,ia64,mipsel,s390; Mac OSX (x86/PPC ab OS 10.4)
verbesserte Eingabe und Sortieren in Calc, Impress PDF-Export mit Lesezeichen, Blockmarkierungen in Textdokumenten, neue Importfilter, verbesserte Sicherheitsfunktionen, Zugriff auf WebDAV-Server über HTTPS, PDF-Export zur Langzeitarchivierung. Letzte Windows 98/ME-Version.
Windows, Linux i368, Solaris Sparc/x86, Mac OS X Intel AQUA
StarOffice derzeit noch im Beta-Stadium (OOo bereits in Version 3.0 freigegeben), erste native Mac-Version. Überarbeitung von Calc, erweiterte Kommentarfunktion. Importfilter für MS-Office 2007
1 „Product Update“, die Aktualisierungen der StarOffice-Vollversionen mit Fehlerbehebungen und neuen Funktionen
2 OOo = OpenOffice.org; SO = StarOffice
Siehe auch
Office-Paket für einen Überblick über Office-Pakete verschiedener Hersteller.
↑ Keine offiziellen Hinweise mehr verfügbar; Version 3.0 unterstützte Mac OS noch nicht, vgl. heise.de, Hinweise auf V. 3.1 sind u.a. unter ppcnux.de und in Forumsbeiträgen wie etwa macuser.de verfügbar