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Der Stern (eigene Schreibweise: stern) erscheint als aktuelles Wochenmagazin jeden Donnerstag und wird mit dem Auflagenschwerpunkt in Deutschland verbreitet. Es wurde 1948 von Henri Nannen gegründet. Die Chefredakteure sind Andreas Petzold und Thomas Osterkorn. Das Magazin wird vom Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr, einem Unternehmen der Bertelsmann Media Group, herausgegeben.
Inhalt und AuflageDer Stern behandelt politische und gesellschaftliche Themen, er bietet Nutzwertjournalismus und klassische Reportagen, zeigt aufwändige Fotostrecken und porträtiert Stars. Traditionell legt das Magazin mehr Wert auf Fotografie als Nachrichtenmagazine, seine Geschichten sind im Durchschnitt reportagenhafter geschrieben. Die verkaufte Auflage beträgt insgesamt 986.753 Exemplare.[1] In Deutschland erreicht der Stern 7,47 Millionen Leser bzw. 11,5 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren.[2][3] GeschichteGründerjahreDie erste Ausgabe erschien am 1. August 1948 im Stern-Verlag Henri Nannen. Dies wurde möglich, nachdem Henri Nannen im Juli 1948 von der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Umbenennung des ehemaligen Jugendzeitschrift „Zick-Zack“ in Stern erhalten hatte,[4][5] für die er einige Monate zuvor die Lizenz übernommen hatte. Das Titelbild der ersten, 16-seitigen Ausgabe zierte die junge Hildegard Knef im Heu.[6] Im Jahr 1950 wurde die Zeitschrift von der englischen Administration nach einem Beitrag über die Verschwendung der Alliierten auf Kosten der Deutschen für eine Woche verboten.[6] Im Jahr 1951 verkaufte Henri Nannen seine Anteile an der Zeitschrift an den Druckereibesitzer Richard Gruner, der sich 1965 mit den Verlegern John Jahr senior und Gerd Bucerius zur Gruner + Jahr GmbH & Co. KG zusammenschloss. Seit dieser Zeit wird der Stern auch dort verlegt. 1960er und 1970er JahreDer erste Ableger, der zusammen mit Die Zeit im Jahr 1968 gegründet wurde, war die Stern-Zeit-Blindenzeitschrift. Der Stern veröffentlichte in der Ausgabe 4/1968 Dokumente, die augenscheinlich bewiesen, dass Bundespräsident Heinrich Lübke an der Planung und am Bau vom Konzentrationslagern mitgewirkt hatte. Die Echtheit der Dokumente wurde mehrfach geprüft, es gab etliche gerichtliche Verfahren.[7] Am 6. Juni 1971 erschien der Stern mit dem damals spektakulären Titel: „Wir haben abgetrieben!“ (Stern-Ausgabe 17/1971). Die Aktion war von Alice Schwarzer initiiert. 374 Frauen bekannten sich öffentlich zu ihrem Schwangerschaftsabbruch. Alice Schwarzer, die Schauspielerin Inge Meysel und die Schriftstellerin Luise Rinser klagten 1978 das Magazin im Rahmen der sogenannten Sexismus-Klage wegen der „Darstellung der Frau als bloßes Sexualobjekt“ auf Stern-Titelbildern gegen den Stern und Henri Nannen. Anlass war ein Titelbild, das das für schrille Outfits und ihre persönliche Nähe zum Sadomasochismus bekannte Model Grace Jones zeigte und von dem bekannten Fotografen Helmut Newton stammte. 1980er und 1990er JahreAuf dem Stern vom 28. April 1983 prangte die Schlagzeile „Hitlers Tagebücher entdeckt“. Eigentlich sollte dies der Beginn einer monatelangen Serie sein. Doch die Hitler-Tagebücher erwiesen sich als Fälschung. Die Veröffentlichung wurde 1983 zu einem der größten Presseskandale Deutschlands. In einer nachfolgenden Ausgabe desselben Jahres präsentierte der Stern eine Aufarbeitung der Affäre. Die Redaktion legte alle recherchierten Einzelheiten auf den Tisch. Das Foto des tot in der Badewanne liegenden Politikers Uwe Barschel, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein 1982–1987, sorgte 1987 für Aufregung. Ein Stern-Reporter hatte den Politiker in seinem Hotelzimmer in Genf tot vorgefunden und fotografiert. Das Foto der Leiche wurde in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen veröffentlicht. 1990 erschien die Titelgeschichte Ich bin Masochistin – Sina Geißler, 24, bricht ein Tabu (Stern 10/1990), in der sich die Autorin Sina-Aline Geißler zu ihrem literarischen Outing als Sadomasochistin äußerte. Die Titelgeschichte führte zu intensiven Debatten in der Öffentlichkeit. In Folge kam es zu einer Besetzung der Redaktionsräume durch radikale Feministinnen und zu Strafanzeigen, die folgenlos blieben. GegenwartDer Brüsseler Stern-Korrespondent Hans-Martin Tillack gewann 2007 ein Verfahren gegen den Staat Belgien.[8] Im März 2004 hatte die belgische Polizei dessen Büro- und Privaträume durchsucht und Aktenmaterial beschlagnahmt. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) warf Tillack vor, er habe möglicherweise einen ihrer Mitarbeiter bestochen, um an Informationen zu kommen. Zuvor hatte dieser auf Basis von Olaf-Dokumenten mehrfach über Korruption in der EU berichtet. Anfang 2008 deckten die Reporter von Stern und Stern.de auf, dass beim Lebensmitteldiscounter Lidl die Mitarbeiter überwacht wurden. Der Stern berichtete über den sogenannten „Lidl-Skandal“ in der Ausgabe 14/2008.[9] Die Berichterstattung löste bundesweite Diskussionen über den Schutz von Angestellten aus. PersonalienChefredakteure
Bekannte Mitarbeiter
Die RedaktionDie Stern-Redaktion umfasst derzeit die Ressorts Politik & Wirtschaft, Deutschland aktuell, Ausland, Kultur & Unterhaltung, Lebensart & Reise, Style, Wissenschaft & Medizin sowie Auto, Sport & Computer. BeilagenTV Magazin Seit Januar 1986 liegt jeder Ausgabe des Stern das TV Magazin bei. Zuvor war der Abdruck des wöchentlichen Fernsehprogramms Bestandteil des Hauptheftes. Sternchen Das Sternchen war die Kinderbeilage der Zeitschrift stern. Mitte 1953 startete die Zeitschrift eine Kinderbeilage in Form eines beigelegten mehrseitigen Heftes, das den Titel Das Sternchen trug (Werbeslogan: „Kinder haben Sternchen gern – Sternchen ist das Kind vom Stern“). Chefredakteur Henri Nannen suchte nach Zeichnern, die Inhalte beitragen konnten und fand dafür
Es gab auch einen „Sternchen-Club“ mit Ausweis und Anstecknadel. 1961 wurde das Sternchen als separate Heftbeilage eingestellt und in eine Doppelseite im Stern verwandelt. 1970 erschien Mr. Bats Meisterstück oder Die total verjüngte Oma von Christine Nöstlinger erstmals im Sternchen. ZeitschriftenfamilieNeben Stern gibt es die so genannten Line Extensions – eigenständige Zeitschriftenreihen, die auch unter dem Logo Stern erscheinen: OnlineMit Stern.de ist das Magazin seit 1995 auch online vertreten. Das Online-Magazin vom Stern hat selbst einige Line Extensions wie augenzeuge.de oder stern-shortlist.de entwickelt. Chefredakteur von Stern.de ist Frank Thomsen.[10] FernsehsendungBeim Fernsehsender RTL läuft das Magazin STERN TV, moderiert von Günther Jauch, auf dem Fernsehsender VOX das Magazin Stern TV Reportage. EngagementDer Stern engagiert sich in den folgenden Initiativen:
Der Henri-Nannen-Preis Gemeinsam mit dem Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr zeichnet der Stern jedes Jahr Bestleistungen im deutschsprachigen Printjournalimus mit dem Henri-Nannen-Preis aus. Der „Henri“ wird seit 2005 vergeben. Literatur
WeblinksEinzelnachweise
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