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Historische Straßenleuchte in Triest
Die Straßenbeleuchtung ist die künstliche Beleuchtung von Straßen, Plätzen oder Freiräumen. Bei ihr müssen besonders die Sicherheit der Fußgänger und des Verkehrs berücksichtigt werden.
Merkmale
Gaslampe neben der Dom-Brücke in Breslau
Moderne Straßenlaterne in Schnaittach
ArtenBei der Straßenbeleuchtung wird zwischen folgenden Leuchten unterschieden:
AufgabenDie Beleuchtung hat zwei Aufgabenbereiche:
Die Beleuchtung im Verkehrsraum muss für den Verkehrsteilnehmer, besonders für den Fußgänger, die Möglichkeit schaffen, den Verlauf und die Begrenzung der Straßen, der Wege, von Plätzen und Zugängen, sowie Gefahrenstellen und Hindernisse leicht und rechtzeitig zu erkennen. BegriffsbestimmungenBei der Planung und Bewertung einer Straßenbeleuchtung werden verschiedene Begriffe verwendet:
Arten von StrahlernBei der Betrachtung von Straßenbeleuchtung sind folgenden Strahler zu unterscheiden:
Bedarf nach Vereinheitlichung auf europäischer EbeneIn Deutschland ist die Richtschnur für die Auslegung der Beleuchtung im öffentlichen Verkehrsraum die DIN 5044 „Ortsfeste Verkehrsbeleuchtung“, die seit 1981 gilt und sich für die Straßenbeleuchtung als Regel der Technik etabliert hat. Im Rahmen der europaweiten Harmonisierung aller technischen Vorschriften wurde die europäische Normungsorganisation CEN damit beauftragt, die technischen Anforderungen für die Straßenbeleuchtung auf ein gemeinsames europäisches Niveau zu bringen und zu vereinheitlichen. Es bestand Einigkeit darüber, eine gesamteuropäische Norm zur Straßenbeleuchtung zu erarbeiten. Basis der Norm sollten einerseits die einschlägigen Publikationen der Internationalen Beleuchtungskommission CIE und die Vielzahl nationaler Normen sein, andererseits bestand von vornherein das Ziel, auch neueste Erkenntnisse der Wissenschaft und Technik in das Normenwerk einfließen zu lassen. Europäische NormierungAuf dieser Basis entstand die neue EN 13201 mit den Teilen 1 bis 4. Im April 2004 erschienen für Deutschland die Teile 2, 3 und 4 als Euronorm mit der Bezeichnung DIN EN 13 201-2 bis 13 201-4. Auch die anderen Länder mussten eine neue nationale Norm erarbeiten, eine sogenannte Anwendungsnorm oder Restnorm, in der festgelegt wird, an welchen Stellen des Straßennetzes und unter welchen Randbedingungen die in EN 13 201-2 definierten Gütekriterien anzuwenden sind. Damit werden sich die nationalen Anwendungsnormen weiterhin voneinander unterscheiden und wir werden in den einzelnen Ländern für die gleiche Anforderung verschiedene Beleuchtungsniveaus antreffen. In Deutschland wird es nach Einführung der DIN EN 13201 keine Umrüstpflicht für Altanlagen geben. Die DIN EN 13201 ist jedoch bei der Planung von Neuanlagen und bei Sanierungen anzuwenden. Eine Restnorm der DIN 5044 wird alle Teile behandeln, die nicht in der neuen EN 13201 aufgenommen wurden. Der Teil 1 ist seit Ende 2005 veröffentlicht und komplettiert die neue Norm der Straßenbeleuchtung. Seither ist die neue Norm anzuwenden. In Österreich wurde durch die ÖNORM EN13 201 bis 13 204 die alte ÖNORM 1050 abgelöst. Verbessert wird ich die bereits gültige ÖNORM O 1051 für so genannte Konfliktzonen, d.h. Kreisverkehr, Fußgängerübergänge etc. LichtkulturEine Beleuchtung zu dekorativen Zwecken setzt die zuvor genannte Beleuchtung voraus. Sie ergänzt diese um die künstlerischen Gestaltungen mittels Licht, wie die Ausleuchtung von Gebäuden, Skulpturen, Brunnen oder Grünanlagen. Historische Entwicklung
Carl Saltzmann: Erste elektrische Straßenbeleuchtung in Berlin, 1884
Straßenbeleuchtungen gab es bereits im Mittelalter. Damals verwendete man Kienspäne sowie Lampen, die Öle oder Fette als Brennmittel enthielten. Rüböl und Petroleum fanden im 19. Jahrhundert weitere Verwendung. Das Rüböl, das für die Beleuchtung ganzer Straßenzüge wegen seiner Lichtschwäche nicht geeignet ist, kam nur in so genannte Portativlaternen zum Einsatz, die bei Dunkelheit zur Kennzeichnung aufgegrabener Stellen dienten. Petroleumlaternen waren in Orten ohne Gasanstalt im Einsatz. Ab dem 19. Jahrhundert begann man die Straßen mit Stadtgas zu beleuchten. So wurde bereits 1824 in London das Unternehmen Imperial Continental Gas Association, mit dem Ziel all europäischen Großstädte mit Gas zu beleuchten, gegründet. [1] Hierfür wurde das Gas aus Kohle in Gaswerken gewonnen und durch ein Rohrnetz zu den Straßenlaternen (Kandelabern) geleitet. Obwohl am Ende des 19. Jahrhunderts der elektrische Strom zur Beleuchtung Verwendung fand, wurde die Gasbeleuchtung in manchen europäischen Städten zum Teil bis heute beibehalten. Die erste dauerhafte elektrische Straßenbeleuchtung in Europa wurde im Frühjahr 1882 in Temeschburg im heutigen Rumänien in Betrieb genommen. Die erste dauerhafte elektrische Straßenbeleuchtungin Deutschland wurde am 7. Juni 1882 von Sigmund Schuckert in Nürnberg in Betrieb genommen. StraßenleuchteEine Straßenleuchte dient der Beleuchtung von Straßen oder Plätzen. Sie wird meist an der Spitze eines Holz-, Stahl- oder Betonmastes montiert, der ggf. auch architektonisch gestaltet sein kann. In manchen Fällen werden Straßenleuchten auch an Seilen hängend über der Straße montiert oder an Hauswänden angebracht. Straßenleuchten können über Erdkabel, Luftkabel oder über Freileitung gespeist werden. Letztere Form der Speisung verschwindet zunehmend in Deutschland, ist aber vielerorts noch anzutreffen. Auch eine akkugepufferte Versorgung mit Solarenergie bietet sich aus Umweltgründen (bspw. CO2-Ausstoß) an und kann bei bestimmten Anwendungsfällen wirtschaftlich sein. Als Lampen/Leuchtmittel werden in Straßenleuchten meist Quecksilberdampflampen, Leuchtstofflampen, Natriumdampflampen – als Nieder- und Hochdruckvarianten aufgezählt; zusätzlich ist die heutige LED-Technik ebenso zu berücksichtigen. Glühlampen werden wegen ihrer geringen Lebenserwartung und ihres hohen Energieverbrauchs nicht mehr verwendet. Dies gilt auch für die früher üblichen Kohlefaserlampen. Natriumdampf-Niederdrucklampen haben die höchste Lichtausbeute, leuchten aber in einem unangenehm gelben Licht, was jedoch wegen der kontrastverstärkenden Wahrnehmung an Kreuzungen häufig erwünscht ist. Am wirtschaftlichsten (bei einer Versorgung aus dem Stromnetz) scheint aus heutiger Sicht die Natriumdampf-Hochdrucklampe zu sein, die zwar geringere Lichtausbeuten erzielt als die Na-Niederdrucklampe, aber durch ihre kompakte Bauweise eine Lichtlenkung ermöglicht und die auf einem Kilometer installierte Leistung auf ein Minimum reduziert. In die Wirtschaflichkeitsanalyse ebenso zu berücksichtigen sind verfügbare Kombinationen aus solarzellengespeister LED-Beleuchtung. SchaltungDie Einschaltung der Straßenbeleuchtung (SB) kann über mehrere Arten erfolgen:
SparmaßnahmenSteigende Energiekosten und die Ziele zur Reduktion der Treibhausgase haben die für die Straßenbeleuchtung in der Regel zuständigen Gemeinden und andere Behörden dazu bewogen, Sparmaßnahmen zu ergreifen. Umweltbelastung durch StraßenbeleuchtungNeben der mit dem Energieverbrauch verbundenen umweltschädigenden Wirkungen gibt es weitere Belastungen der Umwelt. Überflüssige und falsch montierte Straßenlaternen verursachen Lichtverschmutzung, die sich nicht nur negativ auf die Fauna auswirkt,[2] sondern auch die Menschen schädigen kann, etwa wenn Schlafzimmer nicht mehr ausreichend verdunkelt werden können oder durch Reizüberflutung.[3] Daneben wird astronomische Forschung durch das im besiedelten Gebiet überall vorhandene diffuse Licht behindert und muss auf abgelegene Gebiete ausweichen. Von Seiten des Umweltschutzes wird daher eingewendet, dass eine absolute Beleuchtung der Straße nicht die ganze Nacht notwendig sei. So reiche es aus, wenn zu den Hauptverkehrszeiten die Straßenbeleuchtung maximal sei. HalbnachtschaltungDie Straßenleuchten werden grundsätzlich mit einphasigem Wechselstrom gespeist. Schon seit langer Zeit wurde in Städten die Möglichkeit geschaffen, durch drei Leitungen jeweils jede zweite Straßenlampe abschalten zu können. Heute sind häufig in einer Lampe zwei Lichtkörper vorhanden, die unabhängig voneinander eingeschaltet werden können. In modernen Anlagen sind auch Steuergeräte, die die Spannung und damit die Helligkeit regeln, in den Lampenkörpern integriert und können so eine große Energieeinsparung ermöglichen. Diese Maßnahmen zur Reduzierung der Straßenbeleuchtung auf die Hälfte für einen Teil der Nacht werden Halbnachtschaltung genannt. In Wien wird seit Februar 2007 die Halbnachtschaltung schon ab 23 Uhr aktiviert (früher 24 Uhr) und dauert bis 5 Uhr früh.[4] Gefahren durch SparmaßnahmenVon Verkehrssicherheitsexperten gibt es jedoch auch Einwände gegen die Sparmaßnahmen durch Halbnachtschaltungen. Da in den meisten Laternen nicht jede Lampe ihren eigenen Reflektor hat, wird durch die verbliebene keine günstige Ausleuchtung erreicht. Wenn die Laternen für zwei Lampen konzipiert worden sind, so sollten sie auch mit beiden betrieben werden. Bei der Methode, durch Abschaltung jeder zweiten Laterne eine Einsparung zu erreichen, können „Dunkelzonen“ entstehen, in denen die Straße absolut schwarz ist und Objekte, Personen, offene Gullydeckel oder andere Hindernisse von einem Kraftfahrer nicht mehr rechtzeitig erkennbar sind. Das Argument, dass jedes Auto über eine eigene Beleuchtung verfügt und man deswegen die Straßenbeleuchtung folgenlos reduzieren könnte, greift hier nicht, da das Abblendlicht nur für die Beleuchtung einer Distanz bis zu 40 m ausgelegt ist.[5] Beschwerden gegen die Sparmaßnahmen bei der Straßenbeleuchtung gibt es vielfach auch von der Bevölkerung und den Tourismusverbänden. Das Sicherheitsgefühl leidet, düstere Straßen oder Ecken wirken nicht einladend auf Gäste, die auf Reisen das Nachtleben genießen wollen. In Lemgo lassen sich die Laternen deshalb per kostenpflichtiger SMS für eine Viertelstunde einschalten.[6] BilderSiehe auchReferenzen
Literatur
Weblinks
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