Triebkopf

Article on other languages:

Triebkopf eines ICE 1

Unter Triebkopf versteht man eine bestimmt Art eines Triebfahrzeuges der Eisenbahn. Sind bei einem Triebzug ausschließlich einer oder beide Endwagen angetrieben, so bezeichnet man diese(n) als Triebkopf. Ebenfalls als Triebköpfe bezeichnet werden in gewissen Fällen Lokomotiven, die ausschließlich in Wendezügen eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu einem Triebzug, bei dem der Antrieb über den ganzen Zug verteilt ist, befindet sich hier der Antrieb vollständig in den Triebköpfen. Technisch gesehen sind Triebköpfe Lokomotiven mit nur einem (vollständigen) Führerstand. Zugseitig besitzen sie oft einen angepassten Wagenübergang; dieser stellt ein einheitliches Erscheinungsbild und eine bessere Aerodynamik sicher. Hat ein Triebzug nur einen Triebkopf, so ist auf der anderen Seite ein Steuerwagen zu finden; ein Beispiel dafür ist der ICE 2 der Deutschen Bahn oder der ET 4010 der ÖBB. Beispiele für einen Triebkopf an einem Wendezug sind die Doppelstock-Pendelzüge (DPZ) der S-Bahn Zürich oder die italienische E464. Der Unterschied liegt hier darin, dass die Zwischenwagen auch als normale Anhängewagen in gezogenen Zügen (also in Zügen ohne Steuerwagen) verwendet werden können.

Typische Vertreter von Triebzügen mit Triebkopf sind die deutschen ICE 1 und Baureihe 601 sowie der italienische ETR 500. Auch die Shuttle-Züge im Eurotunnel sind mit Triebköpfen bespannt.

Kritiker behaupten, dass die Verwendung von Triebköpfen die Nachteile von Triebwagen und lokbespanntem Zug kombiniere. Einerseits lässt sich ein solcher Triebzug wie ein Triebwagen nur in fester Konfiguration einsetzen, was eine flexible Anpassung an eine schwankende Nachfrage unmöglich macht. (Heutzutage fahren allerdings oft auch lokbespannte Züge aus Instandhaltungsgründen immer im selben Verband; bei der Deutschen Bahn heißt das entsprechende Programm RIGA). Andererseits weisen die Triebköpfe wie die Lokomotiven eine hohe Achslast auf, was insbesondere bei hohen Fahrgeschwindigkeiten eine entsprechende Ausrüstung der Strecke nötig macht. Überdies steht in den Triebköpfen kein Raum für Sitzplätze zur Verfügung.

Dennoch können Triebköpfe auch sinnvoll sein, etwa wenn bei Doppelstockwagen kein Platz mehr für die Antriebsaggregate vorhanden ist. Auch dringen die Antriebsgeräusche nicht in den Fahrgastraum. So befindet sich bei neueren Baureihen des TGV (u.a. TGV Duplex) der Antrieb nunmehr vollständig im Triebkopf, während bei den ersten Serien jeweils auch der erste Wagen hinter dem Triebkopf ein angetriebenes Drehgestell hatte.

This article is from Wikipedia. All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License.


Giant Panda

Mercedes Car
James Bond Guide
This site monitored by SitePinger.net