Ute (Volk)

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Chief Ignacio, Häuptling der Ute 1904

Die Ute oder Yuta sind ein Volk amerikanischer Ureinwohner, das aus mehreren miteinander verwandten Stämmen besteht und ursprünglich aus der Region des Great Basin der Vereinigten Staaten stammt. Sie waren in den heutigen Bundesstaaten Colorado, Utah und in Neu Mexiko heimisch, heute beschränkt sich ihr Siedlungsgebiet weitgehend auf die drei Ute-Reservationen in denen insgesamt noch etwa 7.000 Stammesmitglieder leben, 3.000 Ute wohnen außerhalb.[1] Ihre Sprache gehört zur Sprachgruppe der Shoshone, die dem Numic-Zweig der indigenen Sprachfamilie der uto-aztekischen Sprachen zugeordnet wird. Der Name Ute bedeutet „Land der Sonne“ und stand Pate für den Namen des Bundesstaates Utah.

Inhaltsverzeichnis

Sprache

Die Sprache der Ute ist eine der Shoshonen-Sprachen, die überwiegend im mittleren Westen gesprochen wurde. Sie gehört zum Numic-Zweig der uto-aztekischen Sprachen. Auch wenn die meisten Stammesmitglieder heute Englisch sprechen, lässt sich für die Ute über die Sprache eine enge Verbindung zu den anderen Stämmen herstellen, die ebenfalls Shoshonen-Dialekte sprachen. Dies sind unter anderem die Bannock, Comanche, Chemehuevi, Goshute, Paiute und die Shoshone.

Geschichte

Aufnahme aus dem Jahr 1878

Vor Ankunft der Europäer in Nordamerika lebten die Ute als Nomaden. Es gibt keine Hinweise auf eine Immigration des Volkes aus einer anderen Region, sie bewohnten das Land wahrscheinlich über 1000 Jahre lang. Das Volk war in mehrere Stämme aufgeteilt, bekanntesten und größere waren die Capote, Cumumba, Moache, Pah Vant, Parianuche, San Pitch, Sheberetch, Taviwach, Timanogots, Tumpanawach, Uinta, White River, Weeminuche und Yamperika. Sie lebten in den weiten Landschaften des Großen Beckens und lebten fast ausschließlich von der Großwildjagd, dazu gehörten auch Jagdzüge in die großen Prärien des heutigen Colorados und Neu Mexikos um Büffel zu erlegen. Sie betrieben keinerlei Ackerbau. Die Ute gelangten als einer der ersten Präriestämme in den Besitz von Pferden, die sie im Handel mit den spanischen Entdeckern etwa ab 1630 eintauschten oder stahlen. Die durch die Pferde völlig veränderte Mobilität führte auch zu einer Veränderung der Gesellschaft der Ute. Es entstanden sowohl Konflikte zwischen den Stämmen als auch Bündnisse mit anderen Völkern, beispielsweise den Comanche und den Apachen. Den Spaniern und den von ihnen eroberten Pueblo-Indianern blieben sie feindlich gesinnt.

Nachdem die Comanche in die südwestlichen Prärien eingedrungen waren, verbündeten die Ute sich mit diesen und drängten gemeinsam die Apachen in den Südwesten. Später wurden sie selbst von ihren ehemaligen Verbündeten, den Comanche, aus der Prärie in die Berge von Utah und Colorado zurückgedrängt. Obwohl als eher aggressives Volk eingeschätzt standen sie der amerikanischen Regierung weitgehend freundlich gegenüber und unterstützten diese in den Feldzügen gegen die Comanche, Apachen oder Kiowa. Die Vertreibung der Ute aus ihren angestammten Siedlungsgebieten begann mit dem Vertrag zwischen den Ute und der Regierung am 30. Dezember 1849. Im Zuge der Indianerpolitik wurde den Ute immer mehr Land „abgekauft“ oder über Verträge gegen andere Gebiete in Reservationen eingetauscht, ihr Lebensraum beschränkte sich nach und nach auf die ihnen von der Regierung zugeteilten Reservationen.

Heute leben etwa noch 10.000 Ute in den Vereinigten Staaten, vor allem in drei Indianerreservationen in den Bundesstaaten Utah und Colorado. In der Reservation „Uintah-Ouray“ im nordöstlichen Utah leben etwa 3.500 Stammesmitglieder, weitere 2.000 leben in „Southern Ute“ und in der „Ute Mountain Ute Indian Reservation“ noch etwa 1500 Ute.

Kultur

Als Nomaden lebten die Ute in leicht ab- und aufbaubaren tipiähnlichen Zelten, Wickiups genannt, ihre Kleidung bestand aus Fellen und Leder. Ihre Nahrung bestand analog überwiegend aus Fleisch. Durch die Aneignung des Gebrauchs von Pferden veränderte sich die Stammesstruktur von kleinen Familienclans hin zu größeren Stammesgruppen. Ihre Gesellschaftsstruktur war polygam organisiert, Männer konnten mit mehrere Frauen zusammenleben. Der Glaube war schamanistisch orientiert und die Schamanen nahmen einen hohen Rang in der Gesellschaft ein. Die Ute fühlen sich dem Bär eng verbunden und der „Bärtanz“, der Momaqui Mowat war nach dem “Sonnenentanz“ im Sommer das wichtigste soziale Ereignis und religiöse Ritual der Ute.[2]

Heutige Situation

Die Ute leben in drei Reservationen, nach denen die Stämme auch eingeteilt werden:

Nördliche Ute

Die Nördlichen Ute bilden den grössten Stamm und leben in der Uintah and Ouray Indian Reservation in Utah. Sie entstanden aus verschiedenen umgesiedelten Gruppen der Ute und Shoshonen. Verwaltet wird der Stamm von Fort Duchesne aus.[3]

Südliche Ute
Ute Mountain, Colorado

Die Reservation der Südlichen Ute liegt im südwestlichen Teil Colorados, die Hauptstadt ist Ignacio. Die Südlichen Ute sind der finanziell erfolgreichste der Stämme, da in ihrer Reservation neben dem Glücksspiel auch der Tourismus erfolgreich vermarktet wird und Öl und Gas auf dem Stammesgebiet gefunden wurde. Die Region gilt als landschaftlich schönes und lebenswertes Wohngebiet.

Ute Mountain Ute

Die Ute vom Berg Ute stammen vom Stamm der Weminuche ab, der das westliche Ende der südlichen Reservation besiedelten. Ihre heutige Reservation liegt unweit Towaoc in Colorado mit kleineren Anteilen in Utah und Neu Mexiko. Die Ausgrabungsstätten vieler Anasazi Siedlungen liegen in dem Stammesgebiet und im Mesa Verde National Park, einige davon können in dem touristisch bedeutsamen Ute Mountain Tribal Park[4] besichtigt werden. Die , Gemeinde der White Mesa Community of Utah nahe Blanding gehört ebenfalls zu diesem Stamm, ist aber weitgehend autonom.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. American Indian, Alaska Native Tables from the Statistical Abstract of the United States: 2004-2005. In: The National Data Book. U.S. Census. Abgerufen am 20. August 2008. (PDF, en)
  2. Reginald Laubin, Gladys Laubin: Indian Dances of North America: Their Importance to Indian Life. University of Oklahoma Press, 1989, ISBN 0806121726, S. 316.
  3. Northern Ute Indian Tribe and Utah Division of Indian Affairs: Ute Nation. Utah. Abgerufen am 20. August 2008. (en)
  4. Ute Mountain Tribal Park. In: Mesa Verde National Park Area Travel Information. Mesa Verde County. Abgerufen am 20. August 2008. (en)

Literatur

  • Virginia McConnell Simmons: The Ute Indians of Utah, Colorado, and New Mexico. University Press of Colorado, September 2001, ISBN 0870816470.
  • Dean L. May: Utah: A People's History. University of Utah Press, 1987, ISBN 0874802849, S. Insb. Kapitel 1 und 2.
  • Frederick W. Hodge: Handbook of American Indians. 1906.

Weblinks

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