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Als Zeitansage wird ein telefonischer Mehrwertdienst bezeichnet, der ständig zur Verfügung steht und die Bürgerliche Zeit auf Zehntelsekunden oder etwas genauer übermittelt.
DeutschlandBis zum Jahr 2005 war die Zeitansage in Deutschland unter der Rufnummer 01191 zu erreichen. Nach der Schließung der Rufnummerngasse 011xxx durch die Bundesnetzagentur wurde nun der Dienst auf die Rufnummer 0180 4 100 100 geschaltet. Der Tarif für die Anwahl beträgt 0,20 EUR pro Anruf. Unter der Rufnummer 030 2 555 555 7 erreicht man noch eine Zeitansage zum normalen Telefontarif. Die telefonische Zeitansage wurde in Deutschland im Jahr 1928 eingeführt. In den 1960er Jahren, bis in die 1980er Jahre hinein, hatte die Zeitansage die Rufnummer 119 und war mit 600.000 Anrufen täglich die meistgewählte Telefonnummer in Deutschland. Sie bescherte dem damaligen Telekommunikationsbetreiber Deutsche Bundespost Einnahmen von etwa 50.000.000 Deutsche Mark jährlich. [1]
Alle zehn Sekunden wiederholt eine weibliche Computerstimme die aktuelle Uhrzeit in der folgenden Form:[2]
SchweizDie telefonische Zeitansage ist unter der Nummer 161 erreichbar. ÖsterreichDie Zeitansage in Österreich ist unter der Rufnummer 1503 erreichbar. Alle 10 Sekunden wiederholt sich eine weibliche Stimme, die z. B. um 18:19:11 Uhr lautet:
Die einzelnen Worte wurden einst von Renate Fucik aufgesprochen. Die Bezeichnung Summerton geht auf die Herstellerfirma Summer der diesen Ton erzeugenden Signalgebermaschine zurück, diese wurde auch Summermaschine genannt. Das Zeitsignal ist in Österreich mit der Atomuhr des BEV gekoppelt, liefert aber wegen der Sprachansage nur eine begrenzte Genauigkeit. Bei höheren Ansprüchen – z. B. für Millisekunden (0,001 s) oder besser – gibt es in größeren Städten eine zweite Telefonnummer, in Wien 1505. Hier sind fortlaufende Sekundenpunkte (tonloses, kurzes Knacksen) zu hören – die auch elektronisch präzise abgegriffen werden können – und mit guten Stoppuhren bereits akustisch eine Genauigkeit von 0,002 Sekunden erlauben. Als Minutenkennung ist entweder ein längeres Signal bei Sekunde Null aufgeprägt, oder es entfällt die Sekunde 59. Zur vollen Stunde entfallen die Sekundenpunkte 55–59. Mit 12. Mai 2009 werden diese beiden Dienste voraussichtlich eingestellt werden[3]. ZeitzeichensenderNoch höhere Genauigkeiten sind mit den Zeitzeichendiensten über spezielle Radiosender möglich, doch muss dann auch die Signallaufzeit vom Sender zum Empfänger berücksichtigt werden (rund 0,001 s pro 300 km Distanz). Ebenfalls mittels der zentralen Atomuhr wird vielerorts auch eine Normalfrequenz angeboten (meist 440 Hz oder 1000 Hz). Außerdem stellen Satellitennavigationssysteme eine hochgenaue Zeit zur Verfügung. Technische AusführungBereits zur Zeit der Handvermittlung konnten Anrufer von den Mitarbeitern der Telefongesellschaften die Uhrzeit erfragen. Ab 1920 wurden Zeitansagen auf Grammophonplatten und Tonbänder gesprochen, doch waren die Abspielgeschwindigkeiten (schwankend) und Spieldauern der Geräte für eine kommerzielle Zeitansage unbrauchbar. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde eine zuverlässige automatische Zeitansage durch eine Kreuzung zwischen Uhr und Diktaphon möglich: Mechanische (später Quarz-) Uhren steuerten die Tonarme von Plattenspielern, die mit einem magnetischen Tonabnehmer - statt einer Nadel - eine Magnetplatte (quasi ein flaches Tonband) abtasteten, auf der z. B. die Minutenansage auf sechzig konzentrischen Spuren gespeichert war. Durch zeitgesteuerte Relais entstand so eine Zeitansage wie <Erste Platte:>"Beim nächsten Ton ist es sechs Uhr, <Umschalten auf zweite Platte> zehn Minuten <Umschalten auf dritte Platte> und zwanzig Sekunden" <Umschalten auf Tongenerator für Zeitzeichen>; das Umschalten war teilweise hörbar. Wegen der komplizierten Mechanik und Abnutzung der Speicherplatten waren solche Zeitansagesysteme sehr wartungintensiv. In den neunziger Jahren wurden einige Ansagesysteme auf vollelektronische Sprachwiedergabe umgestellt. Das EndeSeit der Jahrtausendwende sinkt die Nutzung der Zeitansage; die genaue Uhrzeit ist durch Funkuhren, Videotext und Internet verfügbar. Am 19. September 2007 stellte erstmals ein Telefonanbieter, AT&T in Kalifornien, den Zeitansagedienst ein.[2] Die Zeitansage in Österreich soll mit 12. Mai 2009 eingestellt werden. Siehe auch
Fußnoten |
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